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Gemeinschaft und Anerkennung in der Schule stärken - Schüler entwickeln ihren "Traum vom Lernen"

18.04.2007
Der "Traum vom Lernen" ist ein Projekt der Universität in Koblenz und des Ernst-Bloch-Zentrums in Ludwigshafen. 25 Schülerinnen und Schüler arbeiteten in der Osterwoche für drei Tage gemeinsam an ihren Ideen für eine Zukunft der Schule und des Lernens.

Die nicht endende Diskussion um die Pisa-Studie und die so genannte "Bildungskrise" waren Anlass für die Universität, das Projekt zu initiieren. Die Neuntklässler von Haupt- und Realschule sowie Gymnasium waren eingeladen, gemeinsam ihre Meinungen und Ideen zu sammeln. Gefördert wurde das Projekt durch die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz sowie durch das Studierendenwerk Koblenz.

Die Initiative ergab sich aus dem anhaltenden Mediendiskurs um die schulische Bildung: Eltern, Lehrer und Wissenschaftler werden regelmäßig befragt und die Lernerfolge der Schüler in zahlreichen Tests scheinbar objektiv gemessen. Die Ergebnisse scheinen gleichfalls eindeutig: deutsche Schüler lernen wenig dazu und sie schneiden im Vergleich schlecht ab. Die Schülerinnen und Schüler werden zumeist nur beurteilt, selten jedoch nach ihren eigenen Vorstellungen gefragt. Das Projekt "Traum vom Lernen" eröffnete den Schülerinnen und Schülern nun einen Freiraum, ihre Meinung zu äußern und eigene Vorstellungen zu entwerfen.

Während der drei Tage an der Universität in Koblenz entwickelten die Schülerinnen und Schüler zahlreiche konkrete Ideen für eine Schule der Zukunft. Eine höhere Transparenz bei der Notengebung, die Stärkung der Gemeinschaft sowie einen praxisnahen Unterricht wünschten sie sich. Insbesondere für die Notengebung suchten sie nach Möglichkeiten, Leistungsdruck aufzuheben und Lernen mit Interesse und Freunde zu verknüpfen. Für Lehrerinnen und Lehrer wurde ein Lehrer-TÜV vorgeschlagen, der in regelmäßigen Abständen die Aktualität der Fachkenntnisse und Methoden prüft. Nach Meinung der Schüler sollte man auch die Eltern "bilden", so dass Leistungsdruck und Notenorientierung nicht durch diese verstärkt, sondern Interessen und Neigungen gefördert werden.

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Eine Grundforderung durchzog während des Projektes alle Bereiche: das Bedürfnis nach Gleichbehandlung. Die Schülerinnen und Schüler fühlen sich oft ungehört. In der Schule erfahren sie häufig eine Atmosphäre, die geprägt ist von geringem Respekt. Schule solle jedoch nicht nur Lehranstalt sein, sondern ein Ort, an dem Menschen miteinander leben und lernen. Der gegenseitige Umgang solle geprägt sein von Menschlichkeit und Respekt. Bei der schulischen Bildung komme es daher nicht nur auf den Erwerb von Fachkenntnissen an, vielmehr gehe es um die Entwicklung der ganzen Persönlichkeit.

Eine ausführliche Dokumentation des Projekts wird voraussichtlich im August veröffentlicht werden. Bei Interesse besteht bereits jetzt die Möglichkeit, unter der E-Mail-Adresse traumvomlernen@uni-koblenz.de den Bezug vormerken zu lassen.

Bernd Hegen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koblenz-landau.de

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