Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Dach für Fraunhofer-Forscher in Leipzig

22.09.2006
Die regenerative Medizin gilt als ein vielversprechender, Zweig der Biomedizin. Forscher am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI entwickeln neue Therapien für bisher unheilbare Volksleiden. Am 22. September 2006 wird der Grundstein für das Institutsgebäude des IZI gelegt.

Leipzig ist mit BIO CITY, Uniklinik und Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie ein idealer Standort für das Fraunhofer-Institut. Prof. Frank Emmrich, in Personalunion Insitutsleiter des IZI und Direktor des Uni-Instituts für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin freut sich: »Der Neubau ist ein weiterer Meilenstein, um die Regenerative Medizin am Standort Leipzig zu etablieren.« Den Aufbau hat er im Frühjahr 2005 mit einer Kernmannschaft von etwa 10 Mitarbeitern begonnen. Der Neubau auf dem Gelände der alten Leipziger Messe wird Büro- und Laborfläche für circa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ebenso viele Doktoranden, Gastwissenschaftler, Hilfskräfte und Studenten bieten.

Die Baukosten inklusive Erstausstattungskosten summieren sich auf 24,6 Mio Euro Gesamtvolumen. Davon trägt die Europäische Union 60 Prozent, der Freistaat Sachsen und das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF jeweils 20 Prozent. Die Stadt Leipzig stellt das Grundstück in direkter Nachbarschaft zur BIO CITY in kostenfreier Erbpacht zur Verfügung. Bis der Neubau fertig ist – geplant für Frühjahr 2008 – , kann das Institut Räume in der BIO CITY nutzen. »Unser besonderer Dank gilt dem Freistaat Sachsen, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Stadt Leipzig«, erklärt Fraunhofer-Vorstand Dr. Alfred Gossner zur Grundsteinlegung. »Die Institutsgründung vor eineinhalb Jahren war eine sportliche Herausforderung, die durch gemeinsame Anstrengungen gemeistert wurde. Jetzt gilt es, gemeinsam das Bauvorhaben durchzuführen.«

Das IZI ergänzt die bisherigen Kompetenzen der Fraunhofer-Gesellschaft durch seine klinisch-anwendungsbezogenen Fachgebiete wie Zelltherapie, regenerative Medizin, Stammzellbiologie und Immunologie. Es ist besonders kliniknah orientiert. »Unsere Kernkompetenzen liegen in zelltherapeutischen Ansätzen zur Wiederherstellung funktionsgestörter Gewebe«, erklärt Emmrich. Das wird erreicht durch die Stimulation körpereigener Reparaturprozesse oder den biologischen Ersatz durch gezüchtete Gewebe. Dieses Verfahren nennt sich »Tissue Engineering« und beinhaltet das Züchten von Haut-Transplantaten und Knorpelgewebe unter künstlichen Bedingungen. Damit die außerhalb des Körpers hergestellten Gewebe anwachsen können, erfassen die Forscher am IZI zelluläre und immunologische Abwehr- und Kontrollmechanismen, die in die Verfahrens- und Produktentwicklung integriert werden können. Um diese Arbeitsfelder herum ergeben sich viele weitere neue Produkte und Verfahren. Das IZI übernimmt auch Qualitätsprüfungen, stellt klinische Prüfmuster her und erarbeitet klinische Studien. Darüber hinaus unterstützt es pharmazeutische und biotechnologische Unternehmen bei der Erlangung von Herstellungsgenehmigungen und Zulassungen von Medikamenten.

... mehr zu:
»Gewebe

Die Forschungsarbeiten tragen dazu bei, Erkrankungen zu behandeln, die zu einem schleichenden Funktionsverlust wichtiger Zellsysteme und Organe führen: chronische Entzündungen und Autoimmunkrankheiten oder Organschäden durch Verletzungen.

Dr. Wilhelm Gerdes | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.izi.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Gewebe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Lehrerbildung für die digitale Welt
17.07.2018 | Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd

nachricht Innovationen in der beruflichen Weiterbildung stärken
26.06.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics