Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universität Bonn legt Konzept für die Lehrerausbildung vor

10.01.2002


Die PISA-Studie hat gezeigt: Deutschland braucht gute Lehrerinnen und Lehrer. Zu deren Ausbildung möchte die Universität Bonn auch in Zukunft beitragen. In ihrem Bemühen um den Erhalt der Lehrerausbildung hat die Hochschulleitung dem nordrhein-westfälischen Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung (MSWF) termingerecht ein Konzept für die konsekutive d.h. auf einem Bachelor- und Masterstudiengang basierende Lehrerausbildung vorgelegt. Das Rektorat ist zuversichtlich, dass die Lehramtsausbildung damit in Bonn erhalten bleibt. Wenn die Landesregierung zustimmt, könnten angehende Pädagogen schon zum Wintersemester 2002/2003 im neuen Stil in Bonn unterrichtet werden.

Im vergangenen Jahr hatte die Landesregierung beschlossen, die bisherige Lehrerausbildung in Bonn einzustellen mit der Option, an einem Modellversuch zur Einführung neuer konsekutiver Lehramtsstudiengänge teilzunehmen. Daraufhin hatte eine Arbeitsgruppe um den Prorektor für Studium und Lehre, Professor Matthias Herdegen, das jetzt vorgelegte Ausbildungskonzept entwickelt.

Alle Bonner Fakultäten, die bislang Lehramtsstudiengänge angeboten haben, wollen an dem Modellversuch teilnehmen, die Philosophische, die Mathematisch-Naturwissenschaftliche und die Landwirtschaftliche Fakultät sowie die Katholisch- und die Evangelisch-Theologische Fakultät. Das neue Bachelor- und Master-Studium mit einer Regelstudienzeit von neun Semestern umfasst 176 bis 190 Semesterwochenstunden. Es stehen 18 Studienfächer mit 88 Kombinationsmöglichkeiten zur Auswahl, darunter auch die Lehramtsfächer Ernährungs- und Hauswirtschaftswissenschaft und Lebensmitteltechnologie, die in Nordrhein-Westfalen nur in Bonn studiert werden können.

Zunächst erhalten die Studierenden in einer sechssemestrigen Ausbildung zum "Bachelor of Communication" (B.Com.) eine grundlegende fachwissenschaftliche Ausbildung in zwei Fächern. Die Universität Bonn zählt neben dem hohen Standard ihrer fachwissenschaftlichen Ausbildung die große Vielfalt von Studienfächern zu ihren Stärken. Darum will sie möglichst viele Fächerkombinationen anbieten, die in Hinblick auf einen problemlosen Berufseinstieg sinnvoll erscheinen. Dies können neben gleichgelagerten Fächern (z.B. zwei Sprachen oder zwei Naturwissenschaften) auch fakultäts-übergreifende Kombinationen sein, oder "Bonn-typische" Kombinationen von hermeneutischen Fächern (Philosophie, Theologien) mit naturwissenschaftlichen Disziplinen.

20 Prozent des Bachelor-Curriculums sind für den Erwerb reflektions- und vermittlungswissenschaftlicher Kenntnisse reserviert. Das geplante Angebot an Ausbildungsmodulen reicht von Statistik und Informatik bis hin zu Psychologie, Recht und Wissenspräsentation. Damit soll sichergestellt werden, dass Absolventen des Bachelor-Studiengangs nicht nur der Weg zur Weiterqualifikation für das Lehramt offensteht, sondern auch in andere interessante Berufsfelder, wie beispielsweise Kulturmanagement, Erwachsenenbildung, Beratungsdienstleistungen, Medien oder Technik. Auch eine Fortsetzung des Studiums in einem anderen, nicht zum Lehramt führenden Master-Studiengang ist möglich.

In der dreisemestrigen Master-Phase zum "Master of Education" (M.Ed.) erhalten diejenigen Bachelor-Absolventen, die das Lehramt anstreben, die didaktische Qualifikation für den Lehrerberuf. Schulbezogene Fachdidaktik und Erziehungs-wissenschaften machen dabei rund 60 Prozent des Lehrplans aus, während in der restlichen Zeit die fachwissenschafltiche Ausbildung aus der Bachelor-Phase fortgesetzt und vertieft wird. Eine "Bildungslücke" wird so vermieden.

Um die neue Form der Lehrerausbildung in angemessener Weise anbieten zu können, haben sich die Fakultäten auf den Ausbau der für die Fachdidaktik zur Verfügung stehenden Professuren und Mitarbeiterstellen verständigt. Zusätzlich sollen fach-übergreifende Didaktik-Angebote geschaffen werden. Unterstützt werden diese Angebote durch das Bonner Ausbildungszentrum für Lehrerinnen und Lehrer (BALL). Außerdem setzt die Universität auf die traditionell gute Zusammenarbeit mit Schulen in Bonn und Umgebung, die sie im Zuge des Modellversuchs weiter vertiefen möchte.

"Dieses Konzept stellt eine erhebliche Weiterentwicklung des Lehramtsstudiums dar", betont der Rektor der Universität, Professor Klaus Borchard. Damit sei es der Bonner Universität in kürzester Zeit gelungen, trotz massiven Stellenabbaus zu einer zukunftsweisenden, soliden Neukonzeption ihrer Lehramtsausbildung zu gelangen. Darum fordert Professor Borchard: "Es ist nun am Düsseldorfer Wissenschaftsministerium, unserem Konzept die Chance zu geben, die es verdient!"

Dr. Andreas Archut | idw
Weitere Informationen:
http://www.verwaltung.uni-bonn.de/presse/antrag_lehramt.pdf

Weitere Berichte zu: Lehrerausbildung Modellversuch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Schulbuch wird digital
21.08.2019 | Universität Siegen

nachricht Forschungsunterstützung durch Ghostwriter
21.08.2019 | Dr. Franke / Thoxan

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 'Nanochains' could increase battery capacity, cut charging time

How long the battery of your phone or computer lasts depends on how many lithium ions can be stored in the battery's negative electrode material. If the battery runs out of these ions, it can't generate an electrical current to run a device and ultimately fails.

Materials with a higher lithium ion storage capacity are either too heavy or the wrong shape to replace graphite, the electrode material currently used in...

Im Focus: Nervenzellen feuern Hirntumorzellen zum Wachstum an

Heidelberger Wissenschaftler und Ärzte beschreiben aktuell im Fachjournal „Nature“, wie Nervenzellen des Gehirns mit aggressiven Glioblastomen in Verbindung treten und so das Tumorwachstum fördern / Mechanismus der Tumor-Aktivierung liefert Ansatzpunkte für klinische Studien

Nervenzellen geben ihre Signale über Synapsen – feine Zellausläufer mit Kontaktknöpfchen, die der nächsten Nervenzelle aufliegen – untereinander weiter....

Im Focus: Stevens team closes in on 'holy grail' of room temperature quantum computing chips

Photons interact on chip-based system with unprecedented efficiency

To process information, photons must interact. However, these tiny packets of light want nothing to do with each other, each passing by without altering the...

Im Focus: Happy hour für die zeitaufgelöste Kristallographie

Ein Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD), der Universität Hamburg und dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) hat eine neue Methode entwickelt, um Biomoleküle bei der Arbeit zu beobachten. Sie macht es bedeutend einfacher, enzymatische Reaktionen auszulösen, da hierzu ein Cocktail aus kleinen Flüssigkeitsmengen und Proteinkristallen angewandt wird. Ab dem Zeitpunkt des Mischens werden die Proteinstrukturen in definierten Abständen bestimmt. Mit der dadurch entstehenden Zeitraffersequenz können nun die Bewegungen der biologischen Moleküle abgebildet werden.

Die Funktionen von Biomolekülen werden nicht nur durch ihre molekularen Strukturen, sondern auch durch deren Veränderungen bestimmt. Mittels der...

Im Focus: Happy hour for time-resolved crystallography

Researchers from the Department of Atomically Resolved Dynamics of the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter (MPSD) at the Center for Free-Electron Laser Science in Hamburg, the University of Hamburg and the European Molecular Biology Laboratory (EMBL) outstation in the city have developed a new method to watch biomolecules at work. This method dramatically simplifies starting enzymatic reactions by mixing a cocktail of small amounts of liquids with protein crystals. Determination of the protein structures at different times after mixing can be assembled into a time-lapse sequence that shows the molecular foundations of biology.

The functions of biomolecules are determined by their motions and structural changes. Yet it is a formidable challenge to understand these dynamic motions.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

92. Neurologie-Kongress: Mehr als 6500 Neurologen in Stuttgart erwartet

20.09.2019 | Veranstaltungen

Frische Ideen zur Mobilität von morgen

20.09.2019 | Veranstaltungen

Thermodynamik – Energien der Zukunft

19.09.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ferroelektrizität verbessert Perowskit-Solarzellen

20.09.2019 | Energie und Elektrotechnik

HD-Mikroskopie in Millisekunden

20.09.2019 | Biowissenschaften Chemie

Kinobilder aus lebenden Zellen: Forscherteam aus Jena und Bielefeld 
verbessert superauflösende Mikroskopie

20.09.2019 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics