Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesweit einzigartiges neues Studienangebot: Apparative Biotechnologie

08.08.2006
Mit Vorlesungsbeginn 18. September des Wintersemesters 2006/2007 startet der neue Bachelor-Studiengang Apparative Biotechnologie am Fachbereich Mathematik und Technik der Fachhochschule (FH) Bielefeld. Das Studienangebot wird von jeweils 15 Studierenden in den ersten beiden Jahrgängen auf 30 Studierende ausgeweitet.

Absolventinnen und Absolventen des sechs Semester umfassenden Studiums werden in den Arbeitsfeldern der Biotechnologie innovative Analysegeräte und Methoden entwickeln, Prozessanalysen sicher beherrschen und bestehende Systeme optimieren können. Mit der Einführung der Apparativen Biotechnologie werden die traditionellen Fachrichtungen "Molekulare Biotechnologie" und "Biotechnologische Verfahrenstechnik" um eine neue Richtung erweitert und damit eine Lücke auf dem Arbeitsmarkt geschlossen.

Die Studieninhalte des ingenieurwissenschaftlichen Bachelor-Studiengangs wurden in Gesprächen mit regionalen Arbeitgebern und den benachbarten Hochschulen entwickelt. Sie sind an den Zielen der FH Bielefeld ausgerichtet. So entstand ein Studienangebot, dass sich konsequent an den Marktbedürfnissen orientiert und sich in die bestehende Ausbildungslandschaft der Region integriert.

Die Forderung der Arbeitgeber nach handlungskompetenten Absolventinnen und Absolventen, die sich durch integratives und systembezogenes Denken auszeichnen, wird durch ein interdisziplinär ausgerichtetes Curriculum erfüllt, das nicht nur mathematisch-naturwissenschaftliche und technische Grundlagen aufweist, sondern auch anwendungsbezogenes Basiswissen und ingenieurmäßige Problemlösungsmethodik sowie übergreifende Qualifikationen, wie beispielsweise betriebswirtschaftliche Grundlagen, vertriebliche Kenntnisse oder Qualitätsmanagement, vermittelt. Der Praxisbezug des Studiengangs wird durch den hohen Anteil von Praktika und Projekten gesichert. Im Projektstudium werden Schlüsselqualifikationen integriert vermittelt.

Der Studiengang Apparative Biotechnologie mit seiner besonderen Nähe zur Elektrotechnik und zum Maschinenbau wird in enger Kooperation mit dem bereits seit 10 Jahren erfolgreich arbeitendem Studiengang Produktentwicklung des Fachbereichs Mathematik und Technik umgesetzt. Die technischen und mathematischen Fächer werden von Professoren aus diesem Fachbereich angeboten. Für die spezifischen Fächer der Biotechnologie werden zwei neue Professorenstellen geschaffen. Biotechnologische Labore werden gemeinsam mit der Universität Bielefeld genutzt.

Berufsfelder

Biotechnologisch hergestellte Produkte sind heute in den unterschiedlichsten Bereichen unseres Lebens zu finden. So vielfältig wie die Applikationen und Produkte der Biotechnologie, so unterschiedlich sind auch die Betätigungs- und Berufsfelder für die Absolventinnen und Absolventen der Apparativen Biotechnologie.

Im Bereich der Medizin werden biotechnologische Methoden und Substanzen in der Diagnostik verwendet und therapeutische Wirkstoffe zur Behandlung von Krankheiten in komplexen biotechnologischen Prozessen hergestellt oder menschliche Zellen selbst zur Behandlung eingesetzt.

Die Chemische Industrie produziert Massenchemikalien und Lösungsmittel, spezielle Feinchemikalien, wie beispielsweise Enzyme für die Waschmittelindustrie in Fermentationsprozessen.

In der Nahrungsmittelindustrie werden unter anderem Bier, Wein, Käse, Joghurt, Wurst, Essig, Sojasauce und Bäckerhefe in biotechnologischen Prozessen hergestellt.

Die Futtermittelindustrie produziert hochwertige Futtermittelkomponenten wie Hefen oder Aminosäuren beispielsweise für landwirtschaftliche Mastbetriebe.

Im Bereich der Ökologie und Umwelttechnik ermöglichen biotechnologische Methoden und Anlagen, z.B. die Reinigung von Abwässern, die Behandlung organischer Abfälle, die Sanierung kontaminierter Böden oder den biologischen Abbau von Schwermetallen.

In allen genannten Bereichen oder Industriezweigen werden biotechnologische Methoden oder Produktionsverfahren eingesetzt, die mit komplizierten Analysegeräten überwacht werden. Die Studierenden des Bachelor-Studiengangs Apparative Biotechnologie erlernen Messprinzipien und den Umgang mit etablierten Analysegeräten. Sie sind in der Lage, aus unterschiedlichen Analyseverfahren das optimale Messprinzip zu selektieren und dieses sicher anzuwenden. Modifikationen der Methode oder Anpassungen an den speziellen Produktionsprozess können von ihnen selbständig vorgenommen werden. Basierend auf den Kenntnissen naturwissenschaftlicher Effekte und deren Umsetzung zur Messung von Prozessparametern können bestehende Geräte den Anforderungen moderner Produktionsprozesse angepasst oder neue Analysesysteme oder analytische Verfahren entwickelt werden.

Die Absolventinnen und Absolventen des Bachelor-Studiengangs Apparative Biotechnologie werden ihre berufliche Zukunft in den Industriezweigen

- Medizin
- Chemische Industrie
- Nahrungs- und Futtermittelindustrie
- Ökologie und Umwelttechnik
finden. Typische Tätigkeitsfelder erstrecken sich von der Geräteentwicklung über die Produktion und Analytik bis hin zum Qualitätsmanagement oder Vertrieb.

Mit den im Bachelor-Studiengang Apparative Biotechnologie erworbenen Kenntnissen, praktischen Fertigkeiten und Kompetenzen bietet sich den Studierenden ein breites Berufsfeld mit einer Vielzahl unterschiedlicher Herausforderungen.

Studieninhalte

Mit dem neuen Studienangebot der FH Bielefeld wird das Ziel verfolgt, dem akuten Mangel an Kompetenzträgern auf dem Gebiet der Entwicklung, Optimierung, Auswahl und Validierung analytischer Geräte und den entsprechenden Nachweismethoden in der Biotechnologie Rechnung zu tragen. Die Lehrinhalte sind in drei parallelen Strängen mit den Fachrichtungen

1. Biotechnologie
2. Naturwissenschaften
3. Konstruktion und Elektrotechnik
organisiert. Die Studierenden erhalten in den ersten vier Semestern ihres Studiums eine solide naturwissenschaftliche Grundausbildung. Parallel dazu werden biotechnologische Grundlagen in Theorie und Praxis, so wie Basiskenntnisse aus den Bereichen Konstruktion und Elektrotechnik gelehrt. Im fünften und sechsten Semester können die Studierenden die Vertiefungsrichtung ihrer Ausbildung aus einem breiten Angebot von Wahlpflichtfächern individuell gestalten und so ihr persönliches Profil schärfen. Der Schwerpunkt kann dabei etwa auf der Entwicklung optischer Analysegeräte, der Konstruktion mechatronischer Systeme, bis hin zu einer vertrieblichen Orientierung oder im Qualitätsmanagement liegen.

Anwenden, modifizieren und entwickeln analytischer Methoden und Geräte steht im Zentrum der Ausbildung des Bachelor-Studiengangs Apparative Biotechnologie. Das interdisziplinäre Querschnittswissen aus den verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen, biotechnologischen Grundlagen, Konstruktion und Elektrotechnik stellt eine optimale Basis zur Optimierung biotechnologischer Nachweismethoden dar. Mit der praxisnahen und lösungsorientierten Ausrichtung und dem klaren Fokus biotechnologische Analysesysteme zu optimieren und zu entwickeln, wird mit dem neuen Studienangebot der FH Bielefeld ein bislang in der Ausbildung vernachlässigter Bereich konsequent und (arbeits-)marktorientiert besetzt.

Ansprechpartner:
Dr. Frank Gudermann
Fachbereich Mathematik und Technik
Fachhochschule Bielefeld
Am Stadtholz 24
33609 Bielefeld
fon 0521.106-74 60
fax 0521.106-71 90
e-mail frank.gudermann@fh-bielefeld.de

Frank-Rüdiger Bürgel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-bielefeld.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Reifungsmuster des Hippokampus steuert die menschliche Gedächtnisentwicklung
23.07.2018 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Lehrerbildung für die digitale Welt
17.07.2018 | Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) vom 12. bis 15. September in Münster stellten Gefäßspezialisten aus ganz Deutschland die neuesten Therapien bei Gefäßerkrankungen vor. Vor allem in den Bereichen periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und venöse Verschlusskrankheiten wie die Tiefe Venenthrombose (TVT) gibt gute Neuigkeiten für die Patienten. Viele der 720 Gefäßspezialisten, die an der Jahrestagung teilnahmen, stellten neueste Studienergebnisse vor.

Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Gefäßerkrankungen, allein rund fünf Millionen unter der „Schaufensterkrankheit“, medizinisch periphere...

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mit traditionellen Methoden gegen extreme Trockenheit

24.09.2018 | Geowissenschaften

Europäische Spitzenforschung auf der EuMW

24.09.2018 | Messenachrichten

Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

24.09.2018 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics