Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

NanoNetzwerk und Materialforschung

31.05.2006


Neues Reinraumlabor an der Justus-Liebig-Universität Gießen



Materialwissenschaftliche Frage- und Aufgabenstellungen bilden heute eines der wichtigsten naturwissenschaftlichen Querschnittsgebiete, in dem modernste Konzepte und Analyseverfahren aus Chemie und Physik zum Einsatz kommen. Spannende Fragestellungen reichen von der selbst reinigenden Fensterscheibe über fortgeschrittene Katalysatormaterialien, Pharmazeutika im Nanometer-Maßstab bis hin zu transparenten Materialien für die Halbleiterelektronik. In vielen Fällen lässt sich beobachten, dass Materialen völlig neue Eigenschaften aufweisen, wenn die Bestandteile bis in den Nanometer-Bereich hinein verkleinert werden. Die Justus-Liebig-Universität Gießen hat auf diesem zukunftsträchtigen Arbeitsgebiet einen Forschungsschwerpunkt begründet, den sie durch Berufungen und Sachmittel nachhaltig unterstützt. So hat das Präsidium der Universität jetzt die Einrichtung eines Reinraumlabors für die Präparation von Halbleiterschichten bewilligt, dessen Ausstattung vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des NanoNetzwerks Hessen durch ein Rasterelektronenmikroskop zur lithographischen Mikrostrukturierung ergänzt wird (insgesamt ca. 900.000 €). Mit dieser Ausstattung steht den Wissenschaftlern des mittelhessischen Clusters (Universitäten Gießen und Marburg, Fachhochschule Gießen-Friedberg) eine moderne Anlage für die Entwicklung und Präparation von Funktionsmaterialien und Sensoren, aber auch biologischen Materialien zur Verfügung, wie sie am 1. Juni 2006 in der Kongresshalle Gießen im InnovationsForum hessen-biotech präsentiert werden.



Dahinter stehen Forschergruppen, die über das NanoNetzwerk und die Wissenschaftlichen Kooperationen mit der Universität Marburg verzahnt sind und gemeinsam Wissenschaftsprojekte vorantreiben. Am 30. Juni 2006 wird gemeinsam der Materialforschungstag auf Schloss Rauischholzhausen (Ebsdorfergrund) als Netzwerk-Forum veranstaltet, und im September folgt - ebenfalls in Rauischholzhausen - eine Sommerschule für Graduierte.

Längst können die in der Materialforschung erforderlichen Wissensgebiete - über die vielfältigen stofflichen Eigenschaften bis hin zu den zugrunde liegenden Gesetzmäßigkeiten auf atomarer Skala - nicht mehr durch einzelne Studienfächer vermittelt werden. Um der beständig wachsenden Nachfrage im In- und Ausland nach gezielt ausgebildeten Absolventen begegnen zu können, haben die Fachgebiete Chemie und Physik der Justus-Liebig-Universität den interdisziplinären wissenschaftlichen Studiengang Materialwissenschaften (Advanced Materials) mit den Abschlüssen Bachelor of Science und Master of Science eingeführt. Eine Arbeitsgruppe aus beiden Hochschulen organisiert derzeit im Zuge der Modularisierung der FH-Studiengänge den Übergang vom Bachelor an der FH (z.B. Material- und Fertigungstechnologie, Physikalische Technik) zum Masterstudiengang Materialwissenschaften der JLU und zur Promotion.

Gemeinsam mit 27 weiteren Hochschulen haben die Verantwortlichen für die Studiengänge im Mai 2006 den "Studientag Materialwissenschaft und Werkstofftechnik" gegründet, der sich im Sinne eines Fakultätentages versteht. Er hat sich zum Ziel gesetzt, den verschiedenen Fachdisziplinen der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik in der Ausbildung eine Stimme zu geben. Damit soll die Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit sowie mit Vertretern der Politik, Bundesministerien, Forschungsorganisationen, der Arbeitsgemeinschaft materialwissenschaftlicher und werkstofftechnischer Fachverbände und der Industrie beziehungsweise den Industrieverbänden gestärkt werden, was den Absolventen unmittelbar die ausgezeichneten Berufschancen auf diesem rasch expandierenden Arbeitsmarkt sichert.

Kontakt:

Dr. Eberhard Pitt
I. Physikalisches Institut
Heinrich-Buff-Ring 16, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-33118
E-Mail: Eberhard.J.Pitt@exp1.physik.uni-giessen.de

Christel Lauterbach | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/materialwissenschaften/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Inklusion in Kitas - Forscherteam der Universität Paderborn entwickelt Lehrprogramm
25.02.2019 | Universität Paderborn

nachricht Wie kann digitales Lernen gelingen? Lern-Prototypen werden auf der didacta vorgestellt
15.02.2019 | Universität Osnabrück

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Zähmung der Lichtschraube

Wissenschaftler vom DESY und MPSD erzeugen in Festkörpern hohe-Harmonische Lichtpulse mit geregeltem Polarisationszustand, indem sie sich die Kristallsymmetrie und attosekundenschnelle Elektronendynamik zunutze machen. Die neu etablierte Technik könnte faszinierende Anwendungen in der ultraschnellen Petahertz-Elektronik und in spektroskopischen Untersuchungen neuartiger Quantenmaterialien finden.

Der nichtlineare Prozess der Erzeugung hoher Harmonischer (HHG) in Gasen ist einer der Grundsteine der Attosekundenwissenschaft (eine Attosekunde ist ein...

Im Focus: The taming of the light screw

DESY and MPSD scientists create high-order harmonics from solids with controlled polarization states, taking advantage of both crystal symmetry and attosecond electronic dynamics. The newly demonstrated technique might find intriguing applications in petahertz electronics and for spectroscopic studies of novel quantum materials.

The nonlinear process of high-order harmonic generation (HHG) in gases is one of the cornerstones of attosecond science (an attosecond is a billionth of a...

Im Focus: Magnetische Mikroboote

Nano- und Mikrotechnologie sind nicht nur für medizinische Anwendungen wie in der Wirkstofffreisetzung vielversprechende Kandidaten, sondern auch für die Entwicklung kleiner Roboter oder flexibler integrierter Sensoren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) haben mit einer neu entwickelten Methode magnetische Mikropartikel hergestellt, die den Weg für den Bau von Mikromotoren oder die Zielführung von Medikamenten im menschlichen Körper, wie z.B. zu einem Tumor, ebnen könnten. Die Herstellung solcher Strukturen sowie deren Bewegung kann einfach durch Magnetfelder gesteuert werden und findet daher Anwendung in einer Vielzahl von Bereichen.

Die magnetischen Eigenschaften eines Materials bestimmen, wie dieses Material auf das Vorhandensein eines Magnetfeldes reagiert. Eisenoxid ist der...

Im Focus: Magnetic micro-boats

Nano- and microtechnology are promising candidates not only for medical applications such as drug delivery but also for the creation of little robots or flexible integrated sensors. Scientists from the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) have created magnetic microparticles, with a newly developed method, that could pave the way for building micro-motors or guiding drugs in the human body to a target, like a tumor. The preparation of such structures as well as their remote-control can be regulated using magnetic fields and therefore can find application in an array of domains.

The magnetic properties of a material control how this material responds to the presence of a magnetic field. Iron oxide is the main component of rust but also...

Im Focus: Goldkugel im goldenen Käfig

„Goldenes Fulleren“: Liganden-geschützter Nanocluster aus 32 Goldatomen

Forschern ist es gelungen, eine winzige Struktur aus 32 Goldatomen zu synthetisieren. Dieser Nanocluster hat einen Kern aus 12 Goldatomen, der von einer Schale...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größte nationale Tagung 2019 für Nuklearmedizin in Bremen

21.03.2019 | Veranstaltungen

6. Magdeburger Brand- und Explosionsschutztage vom 25. bis 26.3. 2019

21.03.2019 | Veranstaltungen

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zähmung der Lichtschraube

22.03.2019 | Physik Astronomie

Saarbrücker Forscher erleichtern durch Open Source-Software den Durchblick bei Massen-Sensordaten

22.03.2019 | HANNOVER MESSE

Ketten aus Stickstoff direkt erzeugt

22.03.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics