Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universität und Forschungszentrum gründen Karlsruhe Institute of Technology

25.04.2006


Die Universität Karlsruhe und das Forschungszentrum Karlsruhe sind übereingekommen, ihre in Jahrzehnten gewachsenen Forschungsaktivitäten künftig unter dem gemeinsamen Dach des Karlsruhe Instituts für Technologie/Karlsruhe Institute of Technology (KIT) zusammenzuführen. Mit Wirkung vom 1. Juli 2006 werden die Programme beider Einrichtungen in der Mikro- und Nanotechnologie, dem Wissenschaftlichen Rechnen mit dem Schwerpunkt Grid-Computing einschließlich des gemeinsamen Rechenzentrums und die Materialforschung für den Energiebereich fusioniert. Diese Zusammenarbeit wird schrittweise auf weitere Programme ausgedehnt.


Dabei streben die beiden Partner durch personelle Verschränkung in allen Gremien ein noch engeres Zusammengehen in Forschungsprogrammen, in der Lehre und in der Zusammenarbeit mit der Industrie an. Der Universitätsrat und der Aufsichtsrat des Forschungszentrums sollen so weit wie möglich mit den gleichen Personen besetzt werden, der Rektor der Universität wird Mitglied im Aufsichtsrat und Gast im Vorstand und im Wissenschaftlich-Technischen Rat des Zentrums, der Vorstandsvorsitzende des Zentrums wird Mitglied im Universitätsrat und Gast im Rektorat und Senat. Rektorat und Vorstand kommen regelmäßig zu gemeinsamen Sitzungen zusammen.

Mit der Gründung von KIT wollen die beiden Karlsruher Partner gemeinsam in die Spitzenliga internationaler Forschungsinstitute wie dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) oder dem California Institute of Technology (CALTECH) vordringen, die die Stärken von Universitäten und Großforschungseinrichtungen verbinden. Damit entwickeln die Universität und das zur Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren gehörende Forschungszentrum auch ein zukunftsweisendes Modell, in dem die bisherige, oft beklagte Versäulung des deutschen Wissenschaftssystems in universitäre und außeruniversitäre Einrichtungen überwunden wird.


In KIT verbinden sich zwei starke Partner. Die Universität Karlsruhe wurde jüngst in der ersten Runde der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern unter die 10 Anwärter auf den Rang als Elite-Universität aufgenommen. Das Forschungszentrum gehört in allen seinen Arbeitsfeldern ausweislich jüngster Begutachtungen zur internationalen Spitze; die von Bund und Land berufene Perspektivkommission kam zusammenfassend zu dem Urteil: „Das Forschungszentrum Karlsruhe ist ein gut geführtes Zentrum mit einer stolzen Vergangenheit und dem Potenzial für eine spannende Zukunft. Das Forschungszentrum hat bezüglich Personal, finanzieller Ausstattung und seinem Selbstverständnis das nötige Rüstzeug, um ein Nationallaboratorium der wirklichen Weltklasse und eine führende Forschungseinrichtung in der Europäischen Union zu werden.“

In KIT verbinden sich auch zwei gleichgewichtige Partner. Beide Einrichtungen haben je rund 4000 Mitarbeiter; der Jahresetat der Universität beträgt ca. 250 Mio €, der des Forschungszentrums ca. 310 Mio €, dazu tragen auf jeder Seite ca. 80 Mio € Drittmittel bei.

In KIT verbinden sich auch zwei ähnlich ausgerichtete Partner. Beide Einrichtungen haben besondere Stärken in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, die sich in hervorragender Weise ergänzen. Damit liegen in Karlsruhe Voraussetzungen für eine solche Allianz vor, wie sie an keinem anderen Standort in Deutschland gegeben sind.

„KIT ist ein Schritt in eine noch engere Partnerschaft zwischen Forschungszentrum und Universität, der auf einer über 50 Jahre zunehmend enger gewordenen Zusammenarbeit aufbaut“, sagte Rektor Prof. Dr. Horst Hippler aus Anlass der Unterzeichnung des KIT-Memorandums of Understanding heute in Karlsruhe. „Nur so ist auch verständlich, dass sowohl der Senat der Universität als auch der Wissenschaftlich-Technische Rat des Forschungszentrums der Gründung von KIT spontan einstimmig zugestimmt haben.“ Der Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums, Prof. Dr. Manfred Popp, wies darauf hin, dass die Programme des Forschungszentrums, die künftig in KIT realisiert werden, weiter im Rahmen der Programmorientierten Förderung der Helmholtz-Gemeinschaft durchgeführt und finanziert werden. „Durch die stärkere Integration von Professoren, Doktoranden und Studenten der Universität in unsere Forschungsarbeiten und durch eine intensivere Mitwirkung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Zentrums in der Lehre entsteht hier jedoch für die Helmholtz-Gemeinschaft und ihre Zuwendungsgeber ein beträchtlicher Mehrwert.“ Beide wiesen darauf hin, dass KIT dazu führen soll, dass Karlsruhe noch stärker zu einer internationalen Spitzenadresse der Wissenschaft wird.

Das Forschungszentrum Karlsruhe ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, die mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,1 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands ist. Die insgesamt 24 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft forschen in den Bereichen Struktur der Materie, Erde und Umwelt, Verkehr und Weltraum, Gesundheit, Energie sowie Schlüsseltechnologien.

Weitere Informationen:
Angelika Schukraft
Presse und Kommunikation
Universität Karlsruhe (TH)
Telefon: 0721/608-6212
E-Mail: schukraft@verwaltung.uni-karlsruhe.de

| Universität Karlsruhe (TH)
Weitere Informationen:
http://www.uni-karlsruhe.de

Weitere Berichte zu: Helmholtz-Gemeinschaft KIT Rektorat Technology

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neue Lernwelt durch VR-Technologie
16.04.2019 | Universität Witten/Herdecke

nachricht Studie zu Perspektiven der beruflichen Bildung 2040 – Flexibilität schaffen
15.04.2019 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Explosion on Jupiter-sized star 10 times more powerful than ever seen on our sun

A stellar flare 10 times more powerful than anything seen on our sun has burst from an ultracool star almost the same size as Jupiter

  • Coolest and smallest star to produce a superflare found
  • Star is a tenth of the radius of our Sun
  • Researchers led by University of Warwick could only see...

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Irdischer Schutz für außerirdisches Metall

18.04.2019 | Verfahrenstechnologie

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics