Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strukturen für eine bessere Promotionsausbildung

31.03.2006


Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren hat jetzt über die Förderung von drei Helmholtz-Kollegs entschieden. In diesen erhalten Doktorandinnen und Doktoranden eine strukturierte Ausbildung, die sie für eine Karriere in Wissenschaft und Wirtschaft qualifiziert. Ausgewählt wurden gemeinsame Anträge von Helmholtz-Zentren und Hochschulen in den Gebieten Biophysik, Infektionsbiologie sowie Kern- und Hadronenphysik. Die Kollegs werden mit je 1,8 Millionen Euro aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds des Präsidenten gefördert.



"Doktorandinnen und Doktoranden sind unverzichtbar für unsere Forschung. Mit den Helmholtz-Kollegs wollen wir ihre Ausbildung systematisch verbessern. Dazu gehört eine optimale Betreuung ebenso wie die Einbindung in übergreifende Fragestellungen in einem wissenschaftlich anspruchsvollen Umfeld", so Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. "Wir wollen zudem ergänzende Fertigkeiten in der Organisation, Steuerung und Qualitätssicherung vermitteln. Beides - fachliche Ausbildung und ergänzendes Training - bereiten auf den weiteren Berufsweg in Wissenschaft und Wirtschaft vor.



Pro Jahrgang kann ein Kolleg bis zu 25 Teilnehmer aus dem In- und Ausland aufnehmen, insgesamt ist eine Förderdauer von sechs Jahren für zwei Doktoranden-Generationen vorgesehen. Das Promotionsrecht liegt beim Hochschulpartner. Mit den Kollegs werden das Nachwuchsförderprogramm der Helmholtz-Gemeinschaft und die Vernetzung mit den Hochschulen weiter ausgebaut. Das Konzept beruht auf einem Rahmenabkommen zwischen Helmholtz-Gemeinschaft und Hochschulrektorenkonferenz.

Von den neun Bewerbungen wurden folgende Themen ausgewählt:

Helmholtz-Kolleg "BioSoft" vom Forschungszentrum Jülich und den Partnern Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Universität zu Köln. Angesichts völlig neuer Forschungsgebiete an der Schnittstelle von Physik und Biologie will das Kolleg seine Doktoranden mit einem interdisziplinären Studienplan auf die Erforschung komplexer biologischer Systeme vorbereiten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Forschungsthemen, die von der Wechselwirkung komplexer Ma-kromoleküle bis zur Funktion der gesamten Zelle reichen. Dabei werden spezialisierte Kenntnisse aus den Forschungsgebieten Biophysik und Physik der Weichen Materie (Soft Matter) vermittelt.

Helmholtz-Kolleg "Infektionsbiologie" von der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung in Braunschweig und den Partnern Medizinische Hochschule Hannover und Tierärztliche Hochschule Hannover: Mit dem Konzept wird die bereits bestehende Zusammenarbeit bei der Ausbildung von Studenten der Infektionsbiologie ausgebaut und intensiviert. Doktoranden aus aller Welt profitieren von der Zusammenarbeit mit renommierten Laboratorien und Partner-Instituten in der Region. Im Rahmen des H-CIB genannten Kollegs werden die Doktoranden das grundlegende Zusammenspiel zwischen Erreger und Wirt erforschen, um neue Strategien zur Prävention, Diagnose und Therapie von Infektionen in Medizin und Veterinärmedizin zu entwickeln.

Helmholtz-Kolleg "Starke Wechselwirkungen dichter Materie" von der Gesellschaft für Schwerionenforschung, Darmstadt, und der Johann Wolfgang von Goethe-Universität, Frankfurt am Main: Das Graduiertenkolleg soll jungen Forschern der Schwerionenforschung und der Hadronenphysik ein internationales und interdisziplinäres Umfeld bieten. Im Mittelpunkt steht die Erforschung von hochenergetischen Kollisionen von Schwerionen. Im Rahmen des Kollegs sind die Doktoranden in die Entstehung des internationalen Beschleunigerzentrums FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) an der GSI eingebunden. Damit wird eine heranwachsende Wissenschaftlergeneration auf die Erforschung der Materie mit Hilfe großer Beschleunigeranlagen vorbereitet.

Thomas Gazlig | idw
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de/kollegs
http://www.helmholtz.de

Weitere Berichte zu: Hadronenphysik Infektionsbiologie Materie Wechselwirkung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Inklusion in Kitas - Forscherteam der Universität Paderborn entwickelt Lehrprogramm
25.02.2019 | Universität Paderborn

nachricht Wie kann digitales Lernen gelingen? Lern-Prototypen werden auf der didacta vorgestellt
15.02.2019 | Universität Osnabrück

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Zähmung der Lichtschraube

Wissenschaftler vom DESY und MPSD erzeugen in Festkörpern hohe-Harmonische Lichtpulse mit geregeltem Polarisationszustand, indem sie sich die Kristallsymmetrie und attosekundenschnelle Elektronendynamik zunutze machen. Die neu etablierte Technik könnte faszinierende Anwendungen in der ultraschnellen Petahertz-Elektronik und in spektroskopischen Untersuchungen neuartiger Quantenmaterialien finden.

Der nichtlineare Prozess der Erzeugung hoher Harmonischer (HHG) in Gasen ist einer der Grundsteine der Attosekundenwissenschaft (eine Attosekunde ist ein...

Im Focus: The taming of the light screw

DESY and MPSD scientists create high-order harmonics from solids with controlled polarization states, taking advantage of both crystal symmetry and attosecond electronic dynamics. The newly demonstrated technique might find intriguing applications in petahertz electronics and for spectroscopic studies of novel quantum materials.

The nonlinear process of high-order harmonic generation (HHG) in gases is one of the cornerstones of attosecond science (an attosecond is a billionth of a...

Im Focus: Magnetische Mikroboote

Nano- und Mikrotechnologie sind nicht nur für medizinische Anwendungen wie in der Wirkstofffreisetzung vielversprechende Kandidaten, sondern auch für die Entwicklung kleiner Roboter oder flexibler integrierter Sensoren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) haben mit einer neu entwickelten Methode magnetische Mikropartikel hergestellt, die den Weg für den Bau von Mikromotoren oder die Zielführung von Medikamenten im menschlichen Körper, wie z.B. zu einem Tumor, ebnen könnten. Die Herstellung solcher Strukturen sowie deren Bewegung kann einfach durch Magnetfelder gesteuert werden und findet daher Anwendung in einer Vielzahl von Bereichen.

Die magnetischen Eigenschaften eines Materials bestimmen, wie dieses Material auf das Vorhandensein eines Magnetfeldes reagiert. Eisenoxid ist der...

Im Focus: Magnetic micro-boats

Nano- and microtechnology are promising candidates not only for medical applications such as drug delivery but also for the creation of little robots or flexible integrated sensors. Scientists from the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) have created magnetic microparticles, with a newly developed method, that could pave the way for building micro-motors or guiding drugs in the human body to a target, like a tumor. The preparation of such structures as well as their remote-control can be regulated using magnetic fields and therefore can find application in an array of domains.

The magnetic properties of a material control how this material responds to the presence of a magnetic field. Iron oxide is the main component of rust but also...

Im Focus: Goldkugel im goldenen Käfig

„Goldenes Fulleren“: Liganden-geschützter Nanocluster aus 32 Goldatomen

Forschern ist es gelungen, eine winzige Struktur aus 32 Goldatomen zu synthetisieren. Dieser Nanocluster hat einen Kern aus 12 Goldatomen, der von einer Schale...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größte nationale Tagung 2019 für Nuklearmedizin in Bremen

21.03.2019 | Veranstaltungen

6. Magdeburger Brand- und Explosionsschutztage vom 25. bis 26.3. 2019

21.03.2019 | Veranstaltungen

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zähmung der Lichtschraube

22.03.2019 | Physik Astronomie

Saarbrücker Forscher erleichtern durch Open Source-Software den Durchblick bei Massen-Sensordaten

22.03.2019 | HANNOVER MESSE

Ketten aus Stickstoff direkt erzeugt

22.03.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics