Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sorge um den wissenschaftlichen Nachwuchs

31.08.2001


Universität zu Köln warnt vor Streichung der individuellen Graduiertenförderung

"Die Absicht der Landesregierung, die individuelle Graduiertenförderung zugunsten der Einrichtung Graduierten-Kollegs einzustellen, würde nicht nur den bisherigen Zielen der Landesregierung widersprechen, sondern darüber hinaus vor allem die Geisteswissenschaften vor große, wenn nicht gar un-überwindbare Probleme stellen". Mit dieser Stellungnahme reagierte der Rektor der Universität zu Köln, Professor Dr. Tassilo Küpper, auf entsprechende Pressemeldungen.

Mit Hilfe des nordrhein-westfälischen Graduiertenförderungsgesetzes hat die Universität zu Köln in der Vergangenheit vor allem auch das Ziel verfolgt, besonders qualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen mit zum Teil sehr speziellen Themenstellungen zu fördern. Damit entsprach die Universität einem erklärten Ziel der Landesregierung, das durch die neue Entscheidung gefährdet würde. Darüber hinaus würde durch den Wegfall des Landesgraduiertenförderungsgesetzes der erfolgreiche Abschluss einer Promotion, der in einigen Berufszweigen unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung ist, durch die dann notwendige Berufstätigkeit immer weiter hinausgeschoben. Schon jetzt liegen die Promotionszeiten teilweise bei vier Jahren. "Dies kann auch im internationalen Vergleich nicht das Ziel der Hochschulpolitik sein," so Rektor Professor Küpper.

Nach Auffassung der Universität zu Köln bilden die Graduiertenkollegs eine wichtige Ergänzung der Landesgraduiertenförderung; keineswegs können sie diese Förderungsmöglichkeit jedoch ersetzen. Die Universität zu Köln hat bei der Schaffung der Graduiertenkollegs sogar Pionierarbeit geleistet. Bereits im Jahre 1984 wurde mit Unterstützung der Fritz-Thyssen-Stiftung an der Kölner Universität das ersten Graduiertenkolleg in Deutschland errichtet. Insgesamt 67 Doktoranden und Doktorandinnen erhalten ihre Stipendien im Rahmen von fünf Graduiertenkollegs, die weit über-wiegend in den Naturwissenschaften angesiedelt sind. Bei den Graduiertenkollegs werden nur Arbeitsgruppen bzw. Forschungsprojekte mit mehreren Teilnehmern gefördert, wodurch diese Form der Graduiertenförderung vor allem im naturwissenschaftlichen Bereich zu begrüßen ist.

Die Geisteswissenschaften sind jedoch im hohen Maße auf die individuelle Graduiertenförderung angewiesen. Gerade an der Universität zu Köln, die sehr stark geisteswissenschaftlich ausgerichtet ist, hat dieser Wissenschaftsbereich besondere Bedeutung. An der Universität zu Köln werden ca. 60 Doktoranden und Doktorandinnen mit Mitteln aus dem Landesgraduiertenförderungsgesetz gefördert. Daher würde die Abschaffung der Landesgraduiertenförderung sich vor allem auch an der Universität zu Köln auf den wissenschaftlichen Nachwuchs sehr nachteilig auswirken.

Hinzu kommt, dass die Landesregierung erst im vergangenen Jahr auch die Förderung von Behinderten durch Graduiertenstipendien ermöglicht hat. Dieses nahm die Universität zu Köln zum Anlass, drei schwerbehinderte Doktoranden - darunter eine vollblinde Wissenschaftlerin - in das Stipendienprogramm aufzunehmen. "Sollte die Landesregierung auch die laufende Förderung durch Graduiertenstipendien stoppen, würde dies nicht nur ihren selbstgesetzten Zielen widersprechen, sondern sich auch in gravierender Weise auf persönliche Schicksale auswirken," so Rektor Professor Küpper. Im übrigen sollte die Höhe des Graduiertenstipendiums, das 1984 bei 1.200 DM eingefroren worden ist, dringend an den aktuellen Bedarf angepasst werden.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Mit der „Virtual Reality“-Brille durch den Knochen spazieren
26.06.2019 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Lernen in virtuellen Räumen
11.06.2019 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bessere Wärmeleitfähigkeit durch geänderte Atomanordnung

Die Anpassung der Wärmeleitfähigkeit von Materialien ist eine aktuelle Herausforderung in den Nanowissenschaften. Forschende der Universität Basel haben mit Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlanden und Spanien gezeigt, dass sich allein durch die Anordnung von Atomen in Nanodrähten atomare Vibrationen steuern lassen, welche die Wärmeleitfähigkeit bestimmen. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse kürzlich im Fachblatt «Nano Letters».

In der Elektronik- und Computerindustrie werden die Komponenten immer kleiner und leistungsfähiger. Problematisch ist dabei die Wärmeentwicklung, die durch...

Im Focus: Better thermal conductivity by adjusting the arrangement of atoms

Adjusting the thermal conductivity of materials is one of the challenges nanoscience is currently facing. Together with colleagues from the Netherlands and Spain, researchers from the University of Basel have shown that the atomic vibrations that determine heat generation in nanowires can be controlled through the arrangement of atoms alone. The scientists will publish the results shortly in the journal Nano Letters.

In the electronics and computer industry, components are becoming ever smaller and more powerful. However, there are problems with the heat generation. It is...

Im Focus: Nanopartikel mit neuartigen elektronischen Eigenschaften

Forscher der FAU haben Konzept zur Steuerung von Nanopartikeln entwickelt

Die optischen und elektronischen Eigenschaften von Aluminiumoxid-Nanopartikeln, die eigentlich elektronisch inert und optisch inaktiv sind, können gesteuert...

Im Focus: First-ever visualizations of electrical gating effects on electronic structure

Scientists have visualised the electronic structure in a microelectronic device for the first time, opening up opportunities for finely-tuned high performance electronic devices.

Physicists from the University of Warwick and the University of Washington have developed a technique to measure the energy and momentum of electrons in...

Im Focus: Neues Verfahren für den Kampf gegen Viren

Forschende der Fraunhofer-Gesellschaft in Sulzbach und Regensburg arbeiten im Projekt ViroSens gemeinsam mit Industriepartnern an einem neuartigen Analyseverfahren, um die Wirksamkeitsprüfung von Impfstoffen effizienter und kostengünstiger zu machen. Die Methode kombiniert elektrochemische Sensorik und Biotechnologie und ermöglicht erstmals eine komplett automatisierte Analyse des Infektionszustands von Testzellen.

Die Meisten sehen Impfungen als einen Segen der modernen Medizin, da sie vor gefährlichen Viruserkrankungen schützen. Doch bevor es ein Impfstoff in die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Testzone für die KI-gestützte Produktion

18.07.2019 | Veranstaltungen

„World Brain Day“ zum Thema Migräne: individualisierte Therapie statt Schmerzmittelübergebrauch

18.07.2019 | Veranstaltungen

Kosmos-Konferenz: Navigating the Sustainability Transformation in the 21st Century

17.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielfältiger einsetzbare Materialien

19.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Regulation des Wurzelwachstums aus der Ferne

19.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Bessere Wärmeleitfähigkeit durch geänderte Atomanordnung

19.07.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics