Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Interaktives Chemiestudium geplant

24.07.2001


Bundesbildungsministerium bewilligt eine Million Mark für ein bundesländerübergreifendes Reformprojekt, das von Wissenschaftlern der Marburger Universität koordiniert wird

Wissenschaftler mehrerer Universitäten wollen unter Leitung des Marburger Chemikers Professor Thomas Carell ein interaktives Internet-Studium "Organische Chemie an der Grenze zu den Biowissenschaften" aufbauen. Dafür hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung soeben eine Million Mark für die nächsten zweieinhalb Jahre bewilligt.

Das Projekt soll das Studium der Organischen Chemie neu strukturieren, modernisieren und damit im internationalen Vergleich wesentlich wettbewerbsfähiger machen. In modularen Unterrichtseinheiten soll neben klassischen Basiskenntnissen vor allem das sich rasant entwickelnde "Grenzgebiet-Wissen" im Bereich der Biowissenschaften, einschließlich der Bioinformatik, vermittelt werden.

Neben weiteren Marburger Wissenschaftlern (Professoren Gernot Frenking, Theoretische Chemie, Informatikimplementierung; Christina Schachtner, Erziehungswissenschaft) sind an dem Reformvorhaben Hochschullehrer der Universitäten Leipzig, Bonn und Kiel, der Humboldt-Universität Berlin und der Technischen Universität München beteiligt.

Die Initiatoren gehen davon aus, dass der in den Naturwissenschaften derzeit zu beobachtende dramatische Erkenntnisgewinn nicht mehr mit herkömmlichen Unterrichtsmethoden zu vermitteln ist. Ihrer Überzeugung nach wird es nur durch den Einsatz neuer multimedialer Formen des Lehrens und Lernens gelingen, Wissenschaft aktuell, spannend und effizient erlernbar zu machen, da die modernen Unterrichtsinhalte ständig modifiziert, auf den neuesten Stand gebracht und für die Studierenden verständlich aufbereitet werden müssen: "Nur so können wir die jungen Menschen für die für unser Land so wichtigen Naturwissenschaften begeistern." Die beteiligten Hochschullehrer sind sicher, dass die multimediale Präsentation des Lehrstoffes im Internet bei den vielen Studierenden der Chemie, der Biologie und der Medizin im Grund- und im Hauptstudium großen Anklang finden wird.

Um das ständig zunehmende komplexe Wissen optimal erlernbar zu machen, sollen gezielt neue grafische Techniken und Animationen eingesetzt werden. Gerade im Grenzgebiet zwischen Natur- und Biowissenschaften ist insbesondere bei dynamischen Vorgängen wie z. B. Reaktionsabläufen ein Verständnis ohne anspruchsvolle Grafik kaum mehr zu erreichen. Auch große Biomoleküle, Protein-Protein-Wechselwirkungen oder im zellulären Geschehen stattfindende Prozesse lassen sich im herkömmlichen Vorlesungsbetrieb mit Folien oder an der Tafel nicht mehr anschaulich darstellen. Lehrbücher sind bereits kurz nach dem Erscheinen veraltet. Die künftigen Lernmodule sollen dagegen so gestaltet werden, dass sie auch im Rahmen von lebenslangem Lernen permanent für die berufliche Fortbildung genutzt werden können.

Nach den derzeitigen Planungen sollen die wesentlichen Veranstaltungen des neuen Grundstudiums bereits innerhalb eines halben Jahres im Internet verfügbar sein. Im zweiten Jahr sollen die medienintensiven Module folgen. Anschließend ist die Einbeziehung der Internet-Möglichkeiten in den aktiven Unterricht der jeweiligen Hochschulen geplant. Der neue Studiengang soll sowohl in Deutsch als auch in Englisch angeboten werden, um ihn auch für Ausländer attraktiv zu machen.

Klaus Walter | idw

Weitere Berichte zu: Biowissenschaft Naturwissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Schulbuch wird digital
21.08.2019 | Universität Siegen

nachricht Forschungsunterstützung durch Ghostwriter
21.08.2019 | Dr. Franke / Thoxan

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

Wenn der Mensch auf Künstliche Intelligenz trifft

17.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Dehnbare Elektronik: Neues Verfahren vereinfacht Herstellung funktionaler Prototypen

17.10.2019 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics