Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

In Sieben-Meilen-Stiefeln zur Professur

06.07.2001


Rostocker Physiker nutzt Förderprogramm für unabhängiges Forschen und zügige wissenschaftliche Karriere

Es war vor allem Neugier, die Sascha Wallentowitz aus dem Südwesten Deutschlands in den Nordosten lockte. Ende 1994 kam der Physiker an die Uni Rostock, um hier zu promovieren. Nach der Doktorarbeit zog’s den ehemaligen Studenten der Uni Ulm dann in die USA, jetzt lebt er wieder in der Hansestadt.

Seinen wissenschaftlichen Arbeitsplatz hat sich Dr. Wallentowitz selbst geschaffen. Er ist der erste und bislang einzige Nachwuchswissenschaftler an der Uni Rostock, der in das Emmy- Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen wurde. Mit diesem Programm – benannt nach der bedeutenden Mathematikerin, die 1918 als erste Frau an der Universität Göttingen habilitiert wurde – will die DFG dem wissenschaftlichen Nachwuchs selbstständiges Forschen ermöglichen. Ein Gehalt wird gezahlt, Sachmittel kommen hinzu. Außerdem konnte sich Sascha Wallentowitz eine eigene kleine Forschungsgruppe aufbauen. Atome und Moleküle will dieses Team untersuchen. Anhand von Messungen bestimmter Systeme werden Methoden entwickelt, die diese Systeme in den gewünschten Zustand bringen – theroetische Physik.

“Forscherdrang habe ich schon als Kind verspürt, beispielsweise UFOs auf einem Blatt Papier konstruiert oder Autos, die mit einer Dampfmaschine angetrieben wurden”, erzählt Wallentowitz lachend. “Chef zu sein ist nicht leicht”, hat er in den ersten Arbeitsmonaten erfahren. Und doch möchte er nicht mehr tauschen: “Die Unabhängigkeit ist das Beste an diesem Programm”, urteilt der Naturwissenschaftler. Die Forschungsergebnisse, die er im Rahmen des DFG-Förderprogramms erbringt, könnten als wissenschaftliche Voraussetzung für die Berufung zum Hochschullehrer gelten. So plant es die DFG. Sie will damit gemeinsam mit der Bundesministerin für Wissenschaft, Bildung und Kultur, Edelgard Bulmahn, neue Wege zu einer Hochschulprofessur bahnen.

“Ein wichtiger Grund, im Rahmen des Emmy-Noether-Programms zu arbeiten, ist für mich das, wenn auch nur symbolisch, aufgebesserte Gehalt.” Sascha Wallentowitz wäre sonst in die Industrie gegangen. “Ich bin für leistungsgerechte Bezahlung, doch im Vergleich zur Industrie verdient man als Wissenschaftler an der Hochschule grundsätzlich einfach zu wenig”, ist Wallentowitz überzeugt. Er ist ein Befürworter der Junior-Professur: “Wir brauchen ein flexibleres System an den Universitäten, damit frühzeitig mehr Leistungspotenzial freigesetzt werden kann.”

“Morgen” heißt die Antwort von Dr. Wallentowitz auf die Frage, wann er denn Professor werden wolle.

Anja Neutzling | Pressestelle

Weitere Berichte zu: DFG Physik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Innovationen in der beruflichen Weiterbildung stärken
26.06.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Spannende Experimente mit Astro-Alex im All
04.06.2018 | Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics