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Deutschlands Universitäten müssen sich auf harten Wettbewerb in Europa vorbereiten

21.01.2005


Durch Bologna-Abkommen 12.000 neue Master- und MBA Kursangebote - Deutschland hat größtes Potenzial zur Qualitäts- und Effizienzsteigerung im Hochschulbereich

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Bei einer konsequenten Umsetzung des Bologna-Abkommens hat Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Staaten das größte Potenzial zur Kostenreduzierung im Hochschulbereich. Dies geht unter anderem aus einem neuen Bericht hervor, den das Graduate Management Admission Council (GMAC®) heute unter dem Titel "The future of graduate management education in the context of the Bologna Accord" ("Die Zukunft der Management-Ausbildung und des MBAs im Kontext des Bologna-Abkommens") in Berlin vorgestellt hat. Laut des Berichts basiert dieses Potenzial in Deutschland dabei vor allem auf einer Verkürzung der Studienzeiten.

Der Bericht, der sich schwerpunktmäßig mit den Auswirkungen des Bologna-Abkommens auf MBAs und die Managementausbildung beschäftigt, zieht insgesamt ein positives Resümee für die Zukunft. David A. Wilson, Präsident und CEO der gemeinnützigen Organisation GMAC® hierzu: "Über 2,4 Millionen Bachelor-Studenten jährlich erhalten mehr Auswahlmöglichkeiten bezüglich Studienfächer, -standort und Eintrittszeitpunkt ins Berufsleben. Das europäische Hochschulsystem insgesamt wird attraktiver für internationale Studenten durch mehr Kompatibilität mit weltweiten Hochschulsystemen. Und auch die Arbeitgeber, gerade in Deutschland, werden davon profitieren. Aber die Hochschulen erwartet auch ein verstärkter Wettbewerb untereinander". Allein für die universitäre Managementausbildung werden 12.000 neue Angebote in Europa geschaffen werden.


Auf diesen Wettbewerb müssen sich auch deutsche Hochschulen vorbereiten. In Deutschland gibt es eklatante Unterschiede zwischen den einzelnen Universitäten. Dem deutschen Hochschulsektor bietet das Bologna-Abkommen laut Bericht viele Chancen, die einige deutsche Hochschulen, Institute, Studenten und Arbeitgeber bereits erkannt bzw. ergriffen hätten, viele würden dieser Entwicklung jedoch hinterher hinken. Peter Gomez, Rektor der Universität in St. Gallen/Schweiz und Mitglied der Studienarbeitsgruppe, die den Bericht verfasst hat, stellt fest, dass "in Deutschland ’Bologna’ zwar eingeführt wird, jedoch nur zögerlich und unter paralleler Weiterführung alter Strukturen. Dies verhindert dringend notwendige Innovationen, die in den kommenden Jahren mühsam nachgeholt werden müssen."

"Deutschland darf den internationalen Anschluss auf keinen Fall verpassen. Und viele Hochschulen haben sich noch nicht entsprechend vorbereitet", ergänzt Kai Peters, ein deutscher Unternehmer und Chef der Ashridge Business School/UK. Positiv wird im Bericht hervorgehoben, dass Deutschland mit 239 in englischer Sprache unterrichteten Masterprogrammen hinter den Niederlanden in Europa an zweiter Stelle steht - gefolgt von Schweden, der Türkei und Belgien. Ebenso wird die Kommunikation der Deutschen gelobt: So stellt Deutschland neben Schweden, den Niederlanden, Großbritannien und den nordischen Ländern den Studenten die ausführlichsten Informationen zu den neuen Studienstrukturen und den damit verbundenen Möglichkeiten zur Verfügung. Allerdings müssen laut Report die Kommunikationsmaßnahmen hinsichtlich deutscher Arbeitgeber noch verstärkt werden. Als guten Ansatz würdigt der Bericht hierbei die seit Juni 2004 in Deutschland bestehende "Bachelor Welcome Initative", die gleichermaßen Studenten und Arbeitgeber von den neuen Bildungsstrukturen überzeugen will. Namhafte Unternehmen wie Bertelsmann, Volkswagen, BASF und DaimlerChrysler sind der Initiative bereits beigetreten und haben erkannt, dass der Erfolg der neuen Studienstruktur nicht nur von der Qualität der Studienangebote, sondern auch von den Nachfrageentscheidungen der Unternehmen abhängt.

Abschließend stellt Kai Peters fest, dass "einige Hochschulen in Deutschland schon auf einem guten Weg sind. Sie haben realisiert, dass sie durch ’Bologna’ einem verschärften Wettbewerb ausgesetzt sind und gehen bereits neue Wege im Bereich der Vermarktung ihrer Studienangebote." Insbesondere um britische Studenten wird in Deutschland bereits mit Argumenten wie niedrigere Studiengebühren und geringere Lebenshaltungskosten sowie einem "attraktiven Studentenleben" geworben.

Britta Conzelmann | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.gmac.com

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