Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medizin digital studieren? Umfrage unter Medizinstudenten der Charité

29.06.2001


Studieren mit Hilfe digitaler Medien wird zukünftig immer stärker an Bedeutung gewinnen. Geeignete Hilfsmittel sind CD-Roms oder auch Lernprogramme im Internet, bzw. im Intranet einer Hochschule. Aber wieweit werden Computer und Internet schon heute in das Medizinstudium einbezogen? Gezielt danach haben Ulrike Arnold und Peter Langkafel (vom "Berlin Biomedical Exchange Office (BBEO)" der Charité) Studenten der Humanmedizin aus dem ersten vorklinischen und aus dem ersten klinischen Semester gefragt.
Die repräsentative Auswertung von anonymisierten Fragebögen ergab, dass fast zwei Drittel (63%) der Studenten im ersten Semester über einen eigenen PC verfügten. 8,4 % nutzten Computer gar nicht und der Rest hatte in der Familie, im Internetcafé oder in der Hochschule Zugriff auf ein Gerät. Zu Beginn des klinischen Teils der Ausbildung besitzen mehr Studenten als zu Beginn einen eigenen Computer und die Nutzung von Geräten in der Universität hat sich verdoppelt, erreicht allerdings auch nur 35%.

Die Qualität der verwendeten Computer war hoch. So verfügten sie meistens (92,4%) über ein CD ROM-Laufwerk. 73 % der Geräte besaßen eine Soundkarte, 65 % hatten Kopfhörer, allerdings nur 63 % ein Modem. Insgesamt waren also die rein technischen Voraussetzungen für mediale Hilfen beim Studium gut.
Studienanfänger nutzten den PC indessen insgesamt wenig, Nur etwa ein Drittel mehrfach in der Woche, 10 % mehrmals täglich. Dabei stand die Textverarbeitung (off-line) ganz im Vordergrund (83%). Das Internet suchten immerhin 67% der Studienanfänger auf und E-Mails schrieben schon 61%. Lernen per Internet war mehr als der Hälfte der Studienanfänger (55%) vollkommen unbekannt. Von der Möglichkeit, sich per CD-ROM Studieninhalte zu erarbeiten, hatte ein Viertel der Erstsemester schon gehört, tatsächlich nutzen aber nur ein verschwindend geringer Teil der Studenten (0,6%) zu Anfang des Studiums CD-ROMs. Im klinischen Teil der Ausbildung hatte sich der Anteil der häufigen Nutzer deutlich, nämlich auf 24 %. Erhöht.
Demgegenüber waren die Erwartungen der Studenten an eine Verbesserung des Lernens durch digitale Verfahren hoch. Fast zwei Drittel der Befragten glaubte, dass sich mit den neuen Lernformen die Ausbildung qualitativ verbessern lässt. Andererseits gab es auch Verweigerer: 4 % lehnten die Neuen Medien für ihr Studium völlig ab.
Die größten Chancen unter den medialen Hilfen haben derzeit wohl Lernprogramme auf CD-ROM Basis, die unter den Charité-Studenten regelmäßig aber nur von 16 % genutzt wurden. Dagegen ist Lernsoftware im Internet auch in klinischen Semestern noch 80% der Studenten eher eine Fata Morgana. Arnold und Langkafel erwarten aber, dass im Internet verfügbare Lernsoftware die Zufriedenheit mit dem Studium erhöhen wird und sich auch als Beitrag zur Qualitätssicherung erweisen kann. Dozenten, die solche Lernprogramme entwickeln, benötigten allerdings Unterstützung. Dies habe sich an amerikanischen Universitäten gezeigt und dürfte in Deutschland kaum anders sein.
Silvia Schattenfroh

____________________________________________________________

Charité
Medizinische Fakultät der
Humboldt Universität zu Berlin

Dekanat
Pressereferat-Forschung
Dr. med. Silvia Schattenfroh
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

FON: (030) 450-570 400
FAX: (030) 450-570 940

E-Mail: silvia.schattenfroh@charite.de

Dr. med. Silvia Schattenfroh | idw
Weitere Informationen:
http://www.charite.de/bbeo/spezial.htm

Weitere Berichte zu: Lernprogramm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Schulbuch wird digital
21.08.2019 | Universität Siegen

nachricht Forschungsunterstützung durch Ghostwriter
21.08.2019 | Dr. Franke / Thoxan

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantencomputer sollen tragbar werden

Infineon Austria forscht gemeinsam mit der Universität Innsbruck, der ETH Zürich und Interactive Fully Electrical Vehicles SRL an konkreten Fragestellungen zum kommerziellen Einsatz von Quantencomputern. Mit neuen Innovationen im Design und in der Fertigung wollen die Partner aus Hochschulen und Industrie leistbare Bauelemente für Quantencomputer entwickeln.

Ionenfallen haben sich als sehr erfolgreiche Technologie für die Kontrolle und Manipulation von Quantenteilchen erwiesen. Sie bilden heute das Herzstück der...

Im Focus: Quantum computers to become portable

Together with the University of Innsbruck, the ETH Zurich and Interactive Fully Electrical Vehicles SRL, Infineon Austria is researching specific questions on the commercial use of quantum computers. With new innovations in design and manufacturing, the partners from universities and industry want to develop affordable components for quantum computers.

Ion traps have proven to be a very successful technology for the control and manipulation of quantum particles. Today, they form the heart of the first...

Im Focus: Towards an 'orrery' for quantum gauge theory

Experimental progress towards engineering quantized gauge fields coupled to ultracold matter promises a versatile platform to tackle problems ranging from condensed-matter to high-energy physics

The interaction between fields and matter is a recurring theme throughout physics. Classical cases such as the trajectories of one celestial body moving in the...

Im Focus: "Qutrit": Komplexe Quantenteleportation erstmals gelungen

Wissenschaftlern der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Wien ist es gemeinsam mit chinesischen Forschern erstmals gelungen, dreidimensionale Quantenzustände zu übertragen. Höherdimensionale Teleportation könnte eine wichtige Rolle in künftigen Quantencomputern spielen.

Was bislang nur eine theoretische Möglichkeit war, haben Forscher der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Universität Wien nun erstmals...

Im Focus: Laser für durchdringende Wellen: Forscherteam entwickelt neues Prinzip zur Erzeugung von Terahertz-Strahlung

Der „Landau-Niveau-Laser“ ist ein spannendes Konzept für eine ungewöhnliche Strahlungsquelle. Er hat das Zeug, höchst effizient sogenannte Terahertz-Wellen zu erzeugen, die sich zum Durchleuchten von Materialen und für die künftige Datenübertragung nutzen ließen. Bislang jedoch scheiterten nahezu alle Versuche, einen solchen Laser in die Tat umzusetzen. Auf dem Weg dorthin ist einem internationalen Forscherteam nun ein wichtiger Schritt gelungen: Im Fachmagazin Nature Photonics stellen sie ein Material vor, das Terahertz-Wellen durch das simple Anlegen eines elektrischen Stroms erzeugt. Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) waren maßgeblich an den Arbeiten beteiligt.

Ebenso wie Licht zählen Terahertz-Wellen zur elektromagnetischen Strahlung. Ihre Frequenzen liegen zwischen denen von Mikrowellen und Infrarotstrahlung. Sowohl...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Event News

The power of thought – the key to success: CYBATHLON BCI Series 2019

16.08.2019 | Event News

4th Hybrid Materials and Structures 2020 28 - 29 April 2020, Karlsruhe, Germany

14.08.2019 | Event News

What will the digital city of the future look like? City Science Summit on 1st and 2nd October 2019 in Hamburg

12.08.2019 | Event News

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Informatik-Tagung vom 26. bis 30. August 2019 in Aachen

21.08.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Proteinaggregation: Zusammenlagerung von Proteinen nicht nur bei Alzheimer und Parkinson relevant

21.08.2019 | Biowissenschaften Chemie

Das Schulbuch wird digital

21.08.2019 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics