Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vier Max-Planck-Partnergruppen starten in Indien

15.12.2004


Max-Planck-Gesellschaft intensiviert mit Forschergruppen und Gaststipendien die Kooperation mit indischen Forschungsinstituten

Die ersten vier indischen Max-Planck-Partnergruppen werden am 17. Dezember 2005 im Rahmen einer Festveranstaltung im Indian Institute of Technology in Delhi feierlich eröffnet. Professor Dr. Kurt Mehlhorn, Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft, und Professor Dr. V.S. Ramamurthy, Staatssekretär des indischen Department of Science & Technology, können zu dieser Veranstaltung zahlreiche Direktoren renommierter indischer Forschungseinrichtungen sowie aus verschiedenen Max-Planck-Instituten begrüßen, darunter auch Nobelpreisträger Professor Dr. Hartmut Michel vom Max-Planck-Institut für Biophysik, der den Festvortrag zum Thema "Membrane Proteins as Targets for Drugs in Medicine and Agriculture" hält. Während der Veranstaltung werden auch die ersten sechs "Max-Planck- Indien-Stipendien" an indische Nachwuchswissenschaftler übergeben.

Wissenschaftliche Partnergruppen der Max-Planck-Gesellschaft (Max-Planck-Partnergruppen) können gemeinsam mit einem ausländischen Forschungsinstitut eingerichtet werden, wenn ein herausragender Nachwuchswissenschaftler im Anschluss an einen Forschungsaufenthalt an einem Max-Planck-Institut wieder an ein leistungsfähiges Labor seines Heimatlandes zurückkehrt und dort an einem Forschungsthema forscht, das auch im Interesse seines bisher gastgebenden Max-Planck-Instituts liegt. Durch Partnergruppen sollen also nachhaltige Beziehungen zwischen Max-Planck-Instituten und ehemaligen ausländischen Gastwissenschaftlern etabliert werden. Zu diesem Zweck stellt die Max-Planck-Gesellschaft fünf Jahre lang bis zu 20.000 Euro pro Partnergruppe zur Verfügung.

Zum 1. Januar 2005 starten vier Partnergruppen, deren Forschungsthemen sich von der Astrophysik über die Materialforschung bin in die Informatik erstrecken:

- Dr. Sudipto Roy Barman leitet am Inter University Consortium for Scientific Research in Indore künftig eine Max-Planck-Partnergruppe des Berliner Fritz Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft zum Thema "Elektronische Struktur von niederdimensionalen- und Nano-Systemen". Dr. Barman wird auf dem Gebiet der elektronischen Struktur niederdimensionaler Systeme eng mit Professor Dr. Karsten Horn, Direktor der Abteilung Molekularphysik des Fritz-Haber-Instituts zusammenarbeiten und Experimente unter anderem auch an Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft bei BESSY II durchführen.

- Dr. Amol Dighe war bis Herbst 2003 Postdoktorand am Max-Planck-Institut für Physik in München und leitet nun eine Partnergruppe dieses Instituts zur "Neutrino- und Astrophysik" am TATA Institute of Fundamental Research in Mumbai. Die Astroteilchenphysik ist ein sich rasch entwickelndes Forschungsgebiet, für das sich Professor Dr. Wolfgang Hollik, Direktor am Max-Planck-Institut für Physik, aus der Kooperation wichtige Impulse erhofft.

- Das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart richtet eine Partnergruppe zum Thema "Aufklärung chemischer Bindungen und physikalischer Eigenschaften neuer Materialien" unter der Leitung von Frau Dr. Tanusri Saha-Dasgupta am renommierten S.N. Bose National Center for Basic Research in Kolkata ein. Dr. Saha-Dasgupta war von 1997 bis 1999 Stipendiatin bei Professor Dr. Ole Krogh Andersen in Stuttgart und hat seither ein breitgefächertes, nach Deutschland und in die USA reichendes Netzwerk mit zahlreichen Kooperationspartnern entwickelt. Ein Eckpfeiler dieser Zusammenarbeit ist die Weiterentwicklung einer von beiden Wissenschaftlern gemeinsam konzipierten theoretischen Methode zur Berechnung und Analyse elektronischer Strukturen.

- Dr. Naveen Garg ist Informatiker am IIT Delhi, an das er nach einem mehrjährigen Forschungsaufenthalt am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken im Jahr 2000 zurückgekehrt ist. Seit dieser Zeit arbeitet Dr. Garg eng mit Professor Dr. Kurt Mehlhorn, Direktor am Institut und Leiter der Abteilung "Algorithmen und Komplexität", zusammen. Dr. Gargs Forschungsinteressen liegen im Bereich der Approximationsalgorithmen und kombinatorischer Optimierung. Seine Gruppe arbeitet künftig über "Fluss- und Netzwerkoptimierungsprobleme".

Im Rahmen der Festveranstaltung werden auch die ersten Max-Planck-Indien-Stipendien überreicht: Sechs hoch qualifizierte Nachwuchswissenschaftler erhalten vier Jahre lang Reisemittel in Höhe von 3.000 Euro pro Jahr und werden sich jedes Jahr einen Monat an einem Max-Planck-Institut aufhalten. Bis zum Jahr 2008 soll sich die Zahl der Stipendiaten auf etwa 60 pro Jahr einpendeln.

Grundlage der neuen Kooperation ist ein Abkommen, das im Oktober 2004 von Professor Dr. Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, und Professor Dr. V.S. Ramamurthy, Staatssekretär des indischen Department of Science & Technology, unterzeichnet wurde. Danach beabsichtigten beide Seiten, in einem ersten Schritt im kommenden Jahr weitere vier Max-Planck-Partnergruppen einzurichten und etwa 15 zusätzliche Max-Planck-Indien-Stipendien zu vergeben. Ferner wird die Max-Planck-Gesellschaft die 2004 eingeführte Reihe von Workshops an indischen Partnerinstituten für deutsche und indische Nachwuchswissenschaftler fortsetzen, die den deutschen Teilnehmern neben dem wissenschaftlichen Austausch Gelegenheit bieten sollen, sich mit den örtlichen, sehr guten Forschungsbedingungen vertraut zu machen.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Felix Kahle
Max-Planck-Gesellschaft
Referat für Internationale Beziehungen, München
Tel.: +49 89 2108-1420
Fax: +49 89 2108-1451
E-Mail: kahle@gv.mpg.de

Dr. Bernd Wirsing | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de

Weitere Berichte zu: Max-Planck-Institut Max-Planck-Partnergruppe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Reifungsmuster des Hippokampus steuert die menschliche Gedächtnisentwicklung
23.07.2018 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Lehrerbildung für die digitale Welt
17.07.2018 | Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kleine Helfer bei der Zellreinigung

14.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Oberflächeneigenschaften für holzbasierte Werkstoffe

14.08.2018 | Materialwissenschaften

Fraunhofer IPT unterstützt Zweitplatzierten bei SpaceX-Wettbewerb

14.08.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics