Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Max-Planck-Institute: "Juwelen in der deutschen Forschungslandschaft"

25.06.2004


Als ein "Juwel der deutschen Forschung" würdigte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) mit ihren 80 Max-Planck-Instituten in Deutschland. Bei der Jahresversammlung der MPG sagte Frankenberg, der Ministerpräsident Erwin Teufel vertrat, am 25. Juni in Stuttgart: "Baden-Württemberg ist stolz darauf, dass sich 12 Max-Planck-Institute - das sind 15 Prozent - in unserem Land befinden. Die Max-Planck-Institute tragen ganz erheblich zum guten Ruf des Forschungsstandorts Baden-Württemberg bei. Mit einem Anteil von 4 Prozent am Bruttoinlandsprodukt liegen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung hier weit über dem Bundesdurchschnitt (2,4 Prozent) und damit an der Spitze in Europa."



In Anwesenheit von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn betonte der Minister, dass Deutschland insgesamt und auch Baden-Württemberg "vor großen Herausforderungen stehen - nicht weil unsere Forschung schwächer geworden wäre, sondern weil unsere weltweiten Konkurrenten stärker geworden sind. Wir müssen mehr Geld in Forschung und Entwicklung investieren und die wissenschaftliche Exzellenz fördern, damit unsere Wissenschaft auch international konkurrenzfähig bleibt." Zudem müsse die Kooperation zwischen Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen weiter vertieft werden. Wichtig seien dabei die International Max Planck Research Schools mit ihrer strukturierten Doktorandenausbildung. Schließlich müssten die Forschungsstätten "vermehrt Forschungscluster bilden und den Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft weiter verbessern" (Frankenberg).



Bei den Gesprächen der Länder mit Bundesministerin Bulmahn über die Förderung wissenschaftlicher Exzellenz seien zwar wichtige Fortschritte erzielt worden, so Frankenberg. "Von einer endgültigen Einigung können wir aber nicht sprechen. Denn noch sind wesentliche Fragen der Finanzierung offen. Außerdem muss ein seriöses Wettbewerbsverfahren sicher gestellt sein. Was exzellente Forschung ist, kann nur die Wissenschaft selbst entscheiden - in einem wissenschaftsgeleiteten Auswahlprozess, ohne politische Beeinflussung und unter Regie der Deutschen Forschungsgemeinschaft." Nach dem Vorstoß einzelner SPD-Abgeordneter in der Berliner Föderalismuskommission, die Bundeskompetenzen im Bildungsbereich auszuweiten, müsse eine klare, vernünftige Aufgabenteilung zwischen den Ländern, die für die Hochschulen zuständig sind, und dem Bund, der mit den Ländern gemeinsam für die Forschungsförderung zuständig ist, erreicht werden. "Davor können die Verhandlungen über eine Spitzenförderung nicht zum Abschluss kommen."

"Zeitdruck des Bundes völlig unangemessen"

Der von Ministerin Bulmahn erzeugte Zeitdruck zur Verabschiedung einer endgültigen Konzeption für die Förderung der Spitzenforschung sei der Sache unangemessen, da der Bund mit der Förderung erst 2006 beginnen wolle, betonte der Minister. Ebenso kontraproduktiv sei es, den Ländern eine Blockade des Projekts vorzuwerfen. "Wir wollen mehr wissenschaftliche Exzellenz, die auch international bestehen kann, aber dies durch adäquate und effektive wissenschaftsbasierte und nicht politikgesteuerte Förderinstrumente, die erst noch auszuarbeiten sind."

Entscheidende Voraussetzung für eine Verabschiedung des Konzepts sei für die Länder neben dem "wissenschaftsadäquaten Auswahlverfahren" vor allem eine belastbare Finanzierungszusage des Bundes. "Es muss selbstverständlich sein, dass diese Mittel nicht aus der allgemeinen Hochschulförderung genommen und damit anderswo gestrichen werden. Man kann nicht Spitzenforschungsförderung zu Lasten der allgemeinen Hochschulfinanzierung - insbesondere im Baubereich - betreiben", so Frankenberg. Zu begrüßen sei die Zusage, dass die Mittel für die Max-Planck-Gesellschaft um 3 Prozent pro Jahr durch den Bund und die Länder angehoben werden sollen. Dies sei der richtige Ansatz.

Biljana Bojic | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de

Weitere Berichte zu: Exzellenz MPG Max-Planck-Institute

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Lehrerbildung für die digitale Welt
17.07.2018 | Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd

nachricht Innovationen in der beruflichen Weiterbildung stärken
26.06.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics