Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Dynamik für die europäische Biotechnologie durch kohärentere Biotechnologiepolitik in der EU

23.04.2004


Die Europäische Kommission legte heute einen Bericht über die Umsetzung der 2002 verabschiedeten “Strategie für Biowissenschaften und Biotechnologie” vor. Darin werden die Fortschritte bei der Anwendung der Empfehlungen des EU-Aktionsplans sowohl durch die Akteure des Biotechnologiesektors als auch durch öffentliche Interessengruppen und die Wirtschaft erörtert.


Zu den wichtigsten Ergebnissen der letzten 12 Monate gehören die Einsetzung der hochrangigen beratenden Gruppe “Wettbewerbsfähigkeit in der Biotechnologie”, die Vollendung eines ordnungspolitischen Rahmens für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) und Initiativen zur Intensivierung der Forschungsanstrengungen sowie Erhöhung der Zahl der in der Biotechnologie arbeitenden Wissenschaftler. Der Fortschrittsbericht gibt Aufschluss über sich abzeichnende Fragenkomplexe, einschließlich Gentests und Einsatz der Biotechnologie bei Tieren. Die Biotechnologie umfasst ein breites Spektrum sehr leistungsfähiger und mitunter kontroverser Technologien. Sie kann entscheidend zur langfristigen Zukunftssicherung der Industrie z.B. in den Bereichen Pharmazeutik, Lebensmittel, Landwirtschaft, Energie, Textilien und Chemie beitragen. Der Erfolg bei der Entwicklung der Biotechnologie hängt jedoch auch davon ab, welche Lösungen für die mit ihr verbundenen ethischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Fragen gefunden werden. Die EU-Strategie liefert ein schlüssiges Konzept für diese Herausforderungen.

Einbeziehung der Biotechnologie-Akteure


Bei der Verabschiedung der Strategie wiesen führende europäische Politiker darauf hin, dass viele Entscheidungsträger auf Regierungsebene sowie im Privatsektor eine aktivere Rolle bei der Umsetzung spielen müssen. Dies geschieht jetzt allmählich in den Mitgliedstaaten. Unterstützung leistet dabei auch die neue beratende Gruppe für “Wettbewerbsfähigkeit in der Biotechnologie“, in der Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft vertreten sind und die dazu beiträgt, Fragen von Bedeutung für die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu ermitteln.

Fortschritt bei der GVO-Gesetzgebung, Rückstand bei Rechten an geistigem Eigentum

Aus dem Bericht der Kommission (1) wird ersichtlich, dass im letzten Jahr sowohl Erfolge als auch Enttäuschungen zu verzeichnen waren.

Zu den Erfolgen zählten die Vollendung des reformierten ordnungspolitischen Rahmens für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) auf EU- und Mitgliedstaatsebene sowie Initiativen gegen die Abwanderung von Wissenschaftlern durch Aufstockung der F&E-Mittel und Steigerung der Attraktivität Europas für Wissenschaftler.

Enttäuschungen waren dagegen die ausgebliebene Einigung der Mitgliedstaaten über ein Gemeinschaftspatent und die Nachlässigkeit vieler Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der verabschiedeten Rechtsvorschriften, die für mehr Klarheit hinsichtlich der Rechte an geistigem Eigentum bei Erfindungen im Bereich Biotechnologie sorgen sollen. Die finanzielle Situation kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) im Bereich Biotechnologie ist weniger kritisch als zunächst befürchtet, muss jedoch nach wie vor genau auf Anzeichen der Verbesserung beobachtet werden.

In dem Bericht wird die Lage des Sektors umfassend und detailliert erörtert. Besonderes Gewicht erhält dabei die Notwendigkeit, dass die Mitgliedstaaten die GVO-Rechtsvorschriften umsetzen und anwenden, die sie selbst gefordert haben.

Forschung mit EU-Mitteln im Bereich Biowissenschaften und Biotechnologie

Der Bericht verweist auf die Fortsetzung der Unterstützung für die Forschung im Bereich Biowissenschaften und Biotechnologie. Im sechsten FTE-Rahmenprogramm der EU wurde die finanzielle Unterstützung für Forschungen in diesem Bereich gegenüber dem letzten Rahmenprogramm um etwa 20% verstärkt. Im ersten Jahr des Programms wurden über 810 Mio. € für Forschung in den Bereichen “Biowissenschaften, Genomik und Biotechnologie im Dienste der Gesundheit” und “Lebensmittelqualität und -sicherheit” bereitgestellt. Über 2700 Laboratorien und Unternehmen sind beteiligt, darunter ca. 400 KMU. Da die personelle Ausstattung und die Mobilität der Wissenschaftler Schlüsselfaktoren für den Erwerb und den Transfer von Wissen sind, hat die Kommission auch das Budget für den Bereich “Humanressourcen und Mobilität” auf 1,5 Mrd. € aufgestockt.

2004 und danach

Der Bericht skizziert auch Maßnahmen für 2004 und darüber hinaus und behandelt neue sich abzeichnende – und zugleich kontroverse - Fragenkomplexe wie Gentests und Einsatz der Biotechnologie bei Tieren. Eine wichtige Herausforderung liegt nach wie vor darin, eine kohärente Umsetzung der Strategie in der gesamten Union zu gewährleisten. Um dies zu erreichen, schlägt die Kommission eine intensiver konzertierte Anstrengung von Kommission, Mitgliedstaaten und Privatsektor vor, bei der Bereiche mit weniger zentralisierten Zuständigkeiten den Schwerpunkt bilden.

Die Entwicklung der Biotechnologiepolitik muss einen besonderen Stellenwert in der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Agenda der EU behalten. Daher erwartet die Kommission vom Rat und vom Europäischen Parlament klare Signale zur Bestätigung der hohen Priorität der Biotechnologie.

Rivasiv | Europäische Kommission
Weitere Informationen:
http://europa.eu.int/comm/biotechnology/introduction_de.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Spannende Experimente mit Astro-Alex im All
04.06.2018 | Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

nachricht Jeder Zweite nimmt mindestens einmal im Jahr an einer Weiterbildung teil
24.05.2018 | Deutsches Institut für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics