Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Emotionen als bio-kulturelle Prozesse - Neue ZiF-Forschungsgruppe 2004/2005

23.03.2004


Die Debatten um Emotionen sind in den einzelnen Fachrichtungen bis in die Gegenwart hinein von der im abendländischen Denken tief verwurzelten Körper-Geist-Polarisierung geprägt worden.


Emotionen werden auf der einen Seite als biologische ’angeborene’ Phänomene gesehen, die durch soziale und kulturelle Faktoren lediglich oberflächlich variiert, nicht aber bedingt werden. Die diesem Ansatz entgegengesetzte Position besteht darin, Emotionen als in erster Linie sozial und kulturell geformt anzusehen und der Physiologie nur eine untergeordnete Bedeutung zuzusprechen. Die Vertreter dieser Position betrachten Emotionen in erster Linie als Einschätzungen und Bewertungen und somit als geistige, kognitive Phänomene: Was ein Mensch in einer bestimmten Situation fühlt, wird strukturiert durch sein Verständnis, seine Einschätzung der Situation und ist somit abhängig von erlernten, kulturspezifischen Kodizes und Denkmodellen.

Die neue Forschungsgruppe "Emotionen als bio-kulturelle Prozesse", die jetzt am 29. März im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld ihre Arbeit (bis zum 31. März 2005) aufnimmt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, derartig vereinfachende Auffassungen zu überwinden und Emotionen als Ergebnisse komplexer biologischer, sozialer und kultureller Interaktionen zu begreifen. Die von dem Hirnforscher Hans J. Markowitsch (Bielefeld) und der Ethnologin Birgitt Röttger-Rössler (Göttingen) geleitete Forschungsgruppe will einen Brückenschlag zwischen den an der Emotionsforschung beteiligten Natur- und Kulturwissenschaften leisten. Dazu werden im Laufe des kommenden Jahres verschiedene namhafte Wissenschaftlerinnen Wissenschaftler aus dem In- und Ausland nach Bielefeld kommen und als Fellows am ZiF wohnen und arbeiten.


Während der Eröffnungskonferenz werden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unterschiedliche innovative Ansätze vorgestellt, die Emotionen als komplexe bio-kulturelle Synergismen begreifen. Auf diese Weise soll die immer noch herrschende Spaltung zwischen Körper und Geist, zwischen Natur und Kultur bei der Erforschung der menschlichen Emotionalität überwunden werden. Die Spannbreite der bei der Tagung und in der Forschungsgruppe vertretenen Disziplinen reicht dabei von der Neurobiologie, physiologischen Psychologie, Psychiatrie und Sozialpsychologie über Philosophie, Geschichte und Musikwissenschaft bis hin zu Soziologie, Ethnologie und Anthropologie mit Beiträgen u. a. von Jack Barbalet (Leicester/GB), Irene Daum (Bochum), William Jankowiak (Las Vegas/USA), Alf Lüdtke (Erfurt), Margot Lyon (Canberra/AUS), Jaak Panksepp (Ohio/USA), Bradd Shore (Atlanta/USA).

Am 29. März wird Professor Udo Will, kognitiver Ethnomusikologe aus Columbus, Ohio, um 19.00 Uhr im ZiF-Plenarsaal in einem Vortrag zum Thema "Musik - Sprache der Gefühle?" eine mögliche Neuorientierung der musikalischen Emotionsforschung skizzieren.

Zuvor werden die Leiter der Forschungsgruppe, Prof. Dr. Hans J. Markowitsch und Dr. Röttger-Rössler am Montag, den 29. März, um 13.00 Uhr im Rahmen einer Pressekonferenz im ZiF die Arbeit der Forschungsgruppe vorstellen.

Tagungsbüro des ZiF:
Telefon 0521/106-2769; Fax -6024

Inhaltliche Fragen beantwortet:
Henrik Bollermann, Telefon 0521/106-2777
E-Mail: zebadmin@uni-bielefeld.de.

Dr. Gerhard Trott | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bielefeld.de/(de)/ZIF/FG/2004Emotions/index.html
http://www.uni-bielefeld.de

Weitere Berichte zu: Emotion Emotionsforschung Forschungsgruppe ZiF

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht „School to go“ – neue Lernplattform geht heute online - 20.03.2020, 16:00 Uhr
20.03.2020 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Digitale Bildungsangebote auf einen Blick
03.03.2020 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Blockierung des Eisentransports könnte Tuberkulose stoppen

Tuberkulose-Bakterien brauchen Eisen zum Überleben. Wird der Eisentransport in den Bakterien gestoppt, so kann sich der Tuberkulose-Erreger nicht weiter vermehren. Nun haben Forscher der Universität Zürich die Struktur des Transportproteins ermittelt, das für die Eisenzufuhr zuständig ist. Dies eröffnet Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Medikamente.

Einer der verheerendsten Erreger, der sich im Inneren menschlicher Zellen vermehren kann, ist Mycobacterium tuberculosis – der Bazillus, der Tuberkulose...

Im Focus: Blocking the Iron Transport Could Stop Tuberculosis

The bacteria that cause tuberculosis need iron to survive. Researchers at the University of Zurich have now solved the first detailed structure of the transport protein responsible for the iron supply. When the iron transport into the bacteria is inhibited, the pathogen can no longer grow. This opens novel ways to develop targeted tuberculosis drugs.

One of the most devastating pathogens that lives inside human cells is Mycobacterium tuberculosis, the bacillus that causes tuberculosis. According to the...

Im Focus: Corona-Pandemie: Medizinischer Vollgesichtsschutz aus dem 3D-Drucker

In Vorbereitung auf zu erwartende COVID-19-Patienten wappnet sich das Universitätsklinikum Augsburg mit der Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung für das medizinische Personal. Ein Vollgesichtsschutz entfaltet dabei in manchen Situationen eine bessere Schutzwirkung als eine einfache Schutzbrille, doch genau dieser ist im Moment schwer zu beschaffen. Abhilfe schafft eine Kooperation mit dem Institut für Materials Resource Management (MRM) der Universität Augsburg, das seine Kompetenz und Ausstattung im Bereich des 3D-Drucks einbringt, um diesen Engpass zu beheben.

Das Coronavirus SARS-CoV-2 wird nach heutigem Wissensstand maßgeblich durch Tröpfcheninfektion übertragen. Dabei sind neben Mund und Nase vor allem auch die...

Im Focus: Hannoveraner Physiker entwickelt neue Photonenquelle für abhörsichere Kommunikation

Ein internationales Team unter Beteiligung von Prof. Dr. Michael Kues vom Exzellenzcluster PhoenixD der Leibniz Universität Hannover hat eine neue Methode zur Erzeugung quantenverschränkter Photonen in einem zuvor nicht zugänglichen Spektralbereich des Lichts entwickelt. Die Entdeckung kann die Verschlüsselung von satellitengestützter Kommunikation künftig viel sicherer machen.

Ein 15-köpfiges Forscherteam aus Großbritannien, Deutschland und Japan hat eine neue Methode zur Erzeugung und zum Nachweis quantenverstärkter Photonen bei...

Im Focus: Physicist from Hannover Develops New Photon Source for Tap-proof Communication

An international team with the participation of Prof. Dr. Michael Kues from the Cluster of Excellence PhoenixD at Leibniz University Hannover has developed a new method for generating quantum-entangled photons in a spectral range of light that was previously inaccessible. The discovery can make the encryption of satellite-based communications much more secure in the future.

A 15-member research team from the UK, Germany and Japan has developed a new method for generating and detecting quantum-entangled photons at a wavelength of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

“4th Hybrid Materials and Structures 2020” findet web-basiert statt

26.03.2020 | Veranstaltungen

Wichtigste internationale Konferenz zu Learning Analytics findet statt – komplett online

23.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Studie mit bispezifischem Antikörper liefert beeindruckende Behandlungserfolge bei Multiplem Myelom

01.04.2020 | Medizin Gesundheit

Unternehmenswissen - Wie gelingt der Umstieg von Präsenz auf Online?

01.04.2020 | Seminare Workshops

SmartKai – „Einparkhilfe“ zur Vermeidung von Schäden an Schiffen und Hafeninfrastruktur

01.04.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics