Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Standards für die technische Allgemeinbildung vom Kindergarten bis zum Abitur

13.06.2003


Das 2001 vorgelegte amerikanische Standardwerk zur technischen Allgemeinbildung erscheint jetzt unter dem Titel "Standards für eine allgemeine technische Bildung" in der deutschen Übersetzung, erarbeitet von der in Oldenburg eingerichteten Abteilung Arbeits- und Berufsorientierung des Instituts Technik und Bildung der Universität Bremen.



Worüber in Deutschland seit einem halben Jahrhundert gerungen wird, wurde in einem US-amerikanischen Großprojekt realisiert: Standards für die technische Allgemeinbildung vom Kindergarten bis zum Abitur. Initiiert wurde das Projekt von der International Technology Education Association. Finanziert haben das dreijährige Vorhaben die amerikanische Forschungsgemeinschaft (NSF), die NASA und eine große Zahl amerikanischer Wirtschafts- und Wissenschaftsorganisationen.



In Deutschland liegt eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze zur technischen Allgemeinbildung vor. Sie sind nicht nur von Bundesland zu Bundesland verschieden, sondern es liegen auch Welten zwischen den divergierenden erziehungswissenschaftlichen Ansätzen. Diese unterschiedlichen Konzepte finden ihren Niederschlag vor allem in den Curricula für die Berufsorientierung und der vorberuflichen Bildung:

Die Linke setzt auf Technikkritik, die DDR bevorzugte das Konzept der polytechnischen Bildung, andere sind über das technische Werk nie hinaus gekommen und wieder andere schlugen einen Perspektivwechsel von der Technik zur Arbeit vor und entwickelten die Arbeitslehre.

Die zerstrittenen Akteure verbrauchten ihre Energie vor allem im Streit um das richtige Konzept. Das Revolutionäre des amerikanischen Konzeptes liegt unter anderem darin, dass alle diese Aspekte in einem umfassenden Werk aufgehoben sind. So sollen Vorschulkinder bereits lernen, wo die Lebensmittel, die sie essen, angebaut, transportiert und verarbeitet werden und wie durch diese Prozesse die Qualität der Lebensmittel beeinflusst wird. Die Schüler der sechsten bis achten Klasse beispielsweise sollen lernen, den Zusammenhang zwischen Technikentwicklung und Kreativität zu verstehen: am Beispiel der Erfindung des Teebeutels wird dieses Thema illustriert. Von Schülern der Sekundarstufe erwarten die Autoren, dass sie lernen, bei Entscheidungen über den Einsatz von Technologie auch zwischen zu erwartenden positiven und negativen Auswirkungen auf die Umwelt abzuwägen: jede Technik ist also immer ein Kompromiss, mit dem die verschiedensten Interessen und Ziele schließlich in einem Produkt oder einen Prozess auf einen Nenner gebracht werden.

Dieses Werk, erschienen im Neckar-Verlag, wird sich auch in Deutschland als allgemein gültiger Standard für die technische Bildung etablieren, prophezeit Dr. Gerd Höpken, der gemeinsam mit seinem Ko-Autor Prof. Dr. Gert Reich von der Universität Oldenburg das Buch übersetzt hat. Nach fünf Jahrzehnten lähmender Irrwege und einer Vielfalt nicht vereinbarer Lösungsvorschläge für ein Reformprojekt technischer Bildung besteht die reelle Chance, die technische Allgemeinbildung an deutschen Schulen auf eine solide Basis zu stellen und damit auch den vielstimmigen Chor deutscher Bildungsexperten auf eine Tonlage zu bringen. Dr. Höpken denkt schon einen Schritt weiter: "Jetzt verfügen wir auch über eine Grundlage, die technische Grundbildung (technology literacy) mit einer international standardisierten Leistungsmessung nach dem Beispiel PISA zu ermitteln."

Weitere Informationen:

Universität Flensburg
Institut für Technik und ihre Didaktik
Dr. Gerd Höpken
Auf dem Campus 1, 24943 Flensburg
E-Mail: hoepken@uni-flensburg.de

Karen Andree | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-flensburg.de

Weitere Berichte zu: Abitur Allgemeinbildung Berufsorientierung Bundesland

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Lehrerbildung für die digitale Welt
17.07.2018 | Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd

nachricht Innovationen in der beruflichen Weiterbildung stärken
26.06.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics