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Graduiertenkolleg zur molekularen Synthesechemie

27.10.2000


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Mit Fragen der molekularen Synthesechemie wird sich das erste Europäische Graduiertenkolleg an der Westfälischen Wilhelms-Universität beschäftigen, in dem Doktoranden aus Münster eng mit
Nachwuchswissenschaftlern aus den Niederlanden kooperieren. Fast 1,6 Millionen Mark stellt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) für die Dauer von drei Jahren für das neue Graduiertenkolleg zur Verfügung, das am 1. April offiziell seine Arbeit aufnehmen wird. Sprecher dieser besonderen Einrichtung zur Doktorandenförderung ist Prof. Dr. Franz Ekkehardt Hahn vom Anorganisch-Chemischen Institut der Universität Münster.

Das Interesse der Nachwuchswissenschaftler, die im Rahmen den Graduiertenkollegs zur Promotion geführt werden, konzentriert sich auf die Templat-unterstützte chemische Synthese, wobei unter dem Begriff "Templat" Verbindungen bezeichnet werden, die Moleküle zusammenführen und chemische Reaktionen erleichtern. Das wissenschaftliche Programm, das vom Organisch-Chemischen und Anorganischen Chemischen Institut der Universität Münster und von der "Holland Research School of Molecular Chemistry", einer speziell in den Niederlanden etablierten Einrichtung zur Doktorandenförderung, getragen wird, ist im Bereich der molekularen Synthesechemie angesiedelt. Die Ausrichtung der beteiligten Gruppen liegt auf Schnittstellen zwischen anorganischer, organischer, biologischer und theoretischer Chemie.

Geplant ist, dass in dem neuen Graduiertenkolleg 15 münstersche und 15 niederländische Stipendiaten gemeinsam lernen und forschen. Es wird dabei ein reger Austausch der Doktoranden zwischen Münster und den niederländischen Standorten in Amsterdam und Leiden erfolgen. Während die gemeinsamen Forschungsaktivitäten und der Austausch zahlenmäßig auf die Stipendiaten beschränkt sind, soll das Lehrangebot einem größeren Kreis interessierter Nachwuchswissenschaftler offen stehen. Die Teilnehmer erwartet dabei eine exzellente Vorbereitung auf ihre spätere berufliche Laufbahn. Denn eng eingebunden in das Ausbildungsprogramm des Graduiertenkollegs ist das vor kurzem am Fachbereich Chemie der Universität Münster neu gegründete
Institut für Betriebswirtschaftliches Management. Damit soll eine Brücke zwischen Chemie und Wirtschaft geschlagen werden. Den Doktoranden wird somit nicht nur umfassendes Wissen über die Chemie, sondern auch über deren Platz in Gesellschaft und Weltwirtschaft vermittelt.

Mit dem neuen Europäischen Graduiertenkolleg "Templat-unterstützte chemische Synthese" wird die Universität Münster ab April nächsten Jahres über insgesamt sieben Graduiertenkollegs verfügen, die neben Sonderforschungsbereichen als wichtiger Gradmesser für die Forschungsleistungen einer Universität gelten. Seit 1990 fördert die DFG in Graduiertenkollegs besonders qualifizierte Doktoranden in allen wissenschaftlichen Disziplinen. Jeweils 15 bis 25 Doktoranden arbeiten darin in einem meist interdisziplinären, immer häufiger heute auch länderübergreifenden Forschungs- und Studienprogramm unter der Anleitung von Professoren, die in Forschung und Lehre besonders ausgewiesen sind. Bundesweit bereiten sich rund zehn Prozent aller Doktoranden in Graduiertenkollegs auf ihre Promotion vor. Die Absolventen dieser Kollegs sind in der Regel umfassender qualifiziert und nach Angaben der DFG im Schnitt zwei Jahre jünger als ihre Studienkollegen.

Insgesamt hat die DFG zum 1. April die Einrichtung von 23 neuen Graduiertenkollegs beschlossen. Darunter sind fünf Europäische Graduiertenkollegs.

Jutta Reising | idw

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