Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Studienstruktur kommt voran

18.07.2002


DAAD veröffentlicht Studie zur Einführung von Bachelor und Master in Deutschland

Die erste umfassende Studie zur Einführung von Bachelor- und Master-Programmen im deutschen Hochschulwesen liegt vor. Sie wurde vom DAAD aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Auftrag gegeben. Die Studie zeigt, dass Deutschland sich trotz dynamischer Entwicklung noch in der Pionierphase befindet. Aber ihre Prognosen sind mehrheitlich wachstumsorientiert.

Die Reform der Studiensysteme in Europa, insbesondere die Einführung einer gemeinsamen zweistufigen Studienstruktur mit Bachelor- und Masterabschlüssen, hat auch in Deutschland einen Prozess von hoher Dynamik ausgelöst. Die Einführung von weit über 1.000 Studiengängen mit Bachelor-/Master-Abschluss (über 10% aller Studiengänge) seit Novellierung des Hochschulrahmengesetzes 1998 spiegelt diese Dynamik wider. Zugleich vollzieht sich dieser Prozess innerhalb Europas auf sehr unterschiedliche Weise. Anders als in den meisten Ländern, liegt die Entscheidung, Bachelor-/Master-Programme einzurichten in Deutschland dezentral bei den Hochschulen, zumeist direkt bei den Fachbereichen. Eine zentrale Umsetzung, wie sie in den Niederlanden zum Jahr 2003 abgeschlossen sein wird, gibt es in Deutschland nicht.

Um diesen Prozess näher zu untersuchen, beauftragten DAAD und HRK das niederländische Hochschulforschungsinstitut CHEPS (Center for Higher Education Policy Studies), in Zusammenarbeit mit CHE (Centrum für Hochschulentwicklung) eine Studie über die Einführung von Bachelor- und Master-Programmen an deutschen Hochschulen zu erstellen. Ziel war es, einen Überblick über den quantitativen Stand sowie Einsicht in die Intentionen, Motive und Ziele der verschiedenen Entscheidungsträger zu erlangen und auf diese Weise zu perspektivischen Aussagen zu kommen.

Hierzu wurden 263 Hochschulleitungen befragt (Rücklauf 54%), ob und in welchem Umfang sie sich in der Einführung neuer Studienstrukturen engagieren, welche Weichenstellungen sie für die weitere Entwicklung vorgenommen haben und welche Ziele sie verfolgen. Daneben wurde eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes von 2000/2001, die Datenbank des Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sowie Ergebnisse des Hochschulforschungsinstituts Halle/Wittenberg hinzugezogen.

Haupterkenntnis der Studie ist, dass sich die Einführung von Bachelor-/Master-Studiengängen trotz der quantitativen Dynamik noch in einer Pionierphase befindet. Trotz steigender Tendenz und positiver Prognosen wird bislang nur eine Minderheit der Studierenden erreicht. Die Einführung paralleler Strukturen überwiegt. Dies gilt auch für die in diesem Bereich besonders innovativen Fachhochschulen und Technischen Universitäten. Nur eine Minderheit von Hochschulen haben herkömmliche Studiengänge komplett durch die neuen ersetzt. Klare Mehrheiten für einen radikalen Systemwechsel sind noch nicht erkennbar.

Das Ziel, durch die Schaffung attraktiver Studienangebote hochqualifizierte ausländische Studierende zu gewinnen, konnte vor allem in Master-Studiengängen, bislang weniger in Bachelor-Studiengängen erreicht werden. Nur rund 10% der Studiengänge werden ausschließlich oder überwiegend auf Englisch angeboten, die Mehrheit wird auf Deutsch oder in einem abgestuften Mix aus Englisch und Deutsch angeboten.

Als Hauptschubkraft für die Einführung der neuen Studiengänge haben sich der Bedarf an stärkerer Internationalisierung (Kompatibilität mit internationalen Standards, Erhöhung studentischer Mobilität, Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, Attraktivität für ausländische Studierende) und nicht Motive der Studienreform (Senkung der Abbrecherquote, Einhaltung der Regelstudienzeiten, Verbesserung der Curricula) erwiesen.

Die Autorinnen kommen zu dem Schluss, dass die Zukunft der Bachelor-/Master-Studiengänge von mehreren Faktoren abhängen wird: der Haltung der Arbeitgeber, wobei der Staat eine führende Rolle spielen wird, der Haltung der Studierenden und den wettbewerblichen Anreizen im und auf das Hochschulsystem, die für die Hochschulen attraktiv machen, diese Art von Studiengängen einzuführen.

Die Studie liegt in gedruckter Form als Band 43 der DAAD-Reihe Dok&Mat vor und kann bei Bedarf und Interesse beim DAAD, Ref. 213, angefordert werden

Melanie Hildebrandt | idw
Weitere Informationen:
http://www.daad.de

Weitere Berichte zu: Bachelor DAAD Dynamik Prozess Studienstruktur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Innovationen in der beruflichen Weiterbildung stärken
26.06.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Spannende Experimente mit Astro-Alex im All
04.06.2018 | Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics