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Informatik-Forschungsprojekt mit 2,4 Millionen Euro gefördert

14.02.2008
Intelligenter Umgang mit Informationen in Unternehmen

Ein Informatik-Forschungsprojekt der Freien Universität Berlin erhält vom Programm "InnoProfile" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Fördersumme von 2,4 Millionen Euro. Das Forscherteam "Corporate Semantic Web" um Professor Dr. Robert Tolksdorf widmet sich dem sogenannten Semantic Web innerhalb von Unternehmen: Die Gruppe erforscht Anwendungen, die die Informationssysteme in Unternehmen verbessern. In dem auf fünf Jahre angelegten Projekt werden sieben Forscher arbeiten.

Dokumente, Ordnerstrukturen und kategorisierte Intranets sind aus dem Arbeitsalltag in Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Zunehmend wird die Fülle der Informationen unüberschaubar, und Mitarbeiter sind auf sinnvolle Ergebnisse ihrer Suchanfragen angewiesen. Die konventionelle Herangehensweise liefert nicht immer die gewünschten Ergebnisse. Das verdeutlicht folgendes Beispiel:

Wird in eine Suchmaschine der Begriff "Bank" im Sinne von "Sitzbank" eingegeben, so werden auf den ersten Seiten ausschließlich Kreditinstitute gelistet sein. Suchanfragen müssten deutlich spezieller ausfallen, um relevante Ergebnisse zu erhalten - zum Beispiel "Bank" und "sitzen". Die Suchmaschine kann stets nur nach genau diesen Abfolgen von Zeichenketten suchen - was zu ungenauen Ergebnissen führt.

Die Lösung des Problems sah Ende der 1990er Jahre Tim Berners Lee mit der Vision des Semantic Web. Dabei wird den im Internet gespeicherten Daten eine maschinell zu verarbeitende Bedeutung gegeben. Grundlage für diese maschinenlesbaren und interpretierbaren Daten sind gemeinsame Vokabulare. Dabei werden sogenannte Ontologien verwendet: Wissensnetze mit Eigenschaften sowie Beziehungen zwischen den einzelnen Konzepten, die sie beschreiben.

Der Stand der Technik, der durch die Semantic-Web-Forschung bisher erreicht wurde, lässt in Unternehmen bereits Innovationen zu. Die Nachwuchsforschergruppe der Freien Universität Berlin arbeitet daran, durch Entwicklung von intelligenten Methoden und Anwendungen Mitarbeitern von Unternehmen die tägliche Arbeit zu erleichtern. Unternehmensführung und IT-Abteilungen sollen in die Lage versetzt werden, das erzeugte Wissen zu kontrollieren, zu erhalten und zugänglich zu machen. Kooperationspartner der Nachwuchsgruppe sind die Berliner Unternehmen Condat AG, esPresto AG, neofonie GmbH, Projektron GmbH und Semtation GmbH.

"InnoProfile" ist eine Maßnahme im Programm "Unternehmen Region" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es soll die Innovationsfähigkeit der ostdeutschen Wirtschaft durch die Kooperation von Nachwuchsforschung und regionalen Unternehmen stärken. Von 84 eingereichten Projekten in der aktuellen Förderrunde wurden lediglich zehn für die Förderung ausgewählt, nur zwei Informationstechnik-Projekte.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gern:
Professor Dr.-Ing. Robert Tolksdorf, Institut für Informatik der Freien Universität Berlin, Arbeitsgruppe Netzbasierte Informationssysteme, Telefon (Sekr.): 030 / 838-75221, E-Mail: tolk@inf.fu-berlin.de

Kerrin Zielke | idw
Weitere Informationen:
http://www.corporate-semantic-web.de

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