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Knapp 150.000 Euro für deutsch-französische Forschungsprojekte der Saar-Uni

06.02.2008
Die deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Agence Nationale de la Recherche (ANR) fördern ab diesem Jahr 27 deutsch-französische Forschungsprojekte aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, darunter auch zwei Projekte der Saar-Uni.

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Schweickard (Romanistik) erstellt gemeinsam mit Prof. Dr. Éva Buchi von der Universität Nantes ein etymologisches Wörterbuch der romanischen Sprachen. Dieses Projekt erhält 40.000 Euro für Sachmittel, zudem wurden zwei Post-Doc-Stellen für drei Jahre geschaffen, auf denen sich junge Wissenschaftler nach ihrer Promotion weiter qualifizieren können.

Ein weiteres Projekt von Juniorprofessorin Dr. Jutta Kray von der Fachrichtung Psychologie und Prof. Dr. Agnès Blaye von der Universität Marseille wird mit 106.000 Euro für zwei Jahre gefördert. Im Einzelnen sind dies Mittel für eine Post-Doc-Stelle, Mittel für studentische Hilfskräfte sowie Sachmittel. Die Psychologen wollen einheitliche methodische Verfahren entwickeln, um die kognitive Entwicklung eines Menschen über die gesamte Lebensspanne zu erforschen.

Der griechische Begriff Etymon bedeutet Stammwort oder Wurzelwort. Die Etymologie ist ein Wissenschaftszweig, der die Herkunft und Geschichte der Wörter ergründet und erforscht, wie sich ihre Bedeutung und Form entwickelt haben. Mit ihrem gemeinsamen Forschungsprojekt "Dictionnaire Étymologique Roman" wollen sich Prof. Schweickard und Prof. Buchi zunächst auf den panromanischen Wortschatz konzentrieren. An dem gemeinsamen Vorhaben sind auch Wissenschaftler aus Spanien, Italien und Rumänien beteiligt. Ziel ist die lexikographische Erfassung der etwa 500 Lexeme (eine Gruppe von Wörtern, die sich wesentliche Merkmale wie Grundbedeutung und Wortart teilen), die in einer Vorstufe der romanischen Sprachen existierten und in den jeweiligen Sprachen ihre Fortsetzung fanden.

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Zudem analysieren die Wissenschaftler ihre Aussprache, Geschichte und Bedeutung. An der Universität des Saarlandes werden unter anderem Wörter der folgenden Oberbegriffe analysiert: Menschliches Wesen, Kulturpflanzen, Haustiere, Gefühlsleben, Handwerk und Handel. Das Projekt soll dazu beitragen, die Forschungsaktivitäten im Bereich der romanischen Etymologie zusammenzuführen und zu stimulieren.

Wenn die Rekonstruktion der protoromanischen Lexeme (als "protoromanisch" wird ein rekonstruierter Sprachzustand bezeichnet, der als Vorstufe der romanischen Sprachen gilt) erfolgt ist, wird es möglich sein, die auf diesem Wege gewonnenen Etyma mit denjenigen des klassischen Lateins zu vergleichen. Dies ist ein wesentlicher Vorteil der romanischen Sprachfamilie im Gegensatz zu vielen anderen Sprachfamilien. Das Projekt will diese für die romanische Sprachwissenschaft besonders günstige Ausgangssituation dazu nutzen, weiterführende Erkenntnisse auch für die historische Sprachwissenschaft im Allgemeinen zu gewinnen. Insgesamt sind in den kommenden drei Jahren 488 Artikel für das etymologische Wörterbuch geplant. Im Rahmen einer deutsch-französischen Sommerschule zur romanischen Etymologie, die im Juli 2010 in Nancy stattfindet, soll Bilanz gezogen werden.

Um die Entwicklung der kognitiven Flexibilität geht es in dem gemeinsamen Projekt von Prof. Dr. Jutta Kray und Prof. Dr. Agnès Blaye. Das Thema der Forschungsarbeit lautet: "Lifespan Development in Cognitive Flexibility: Components of Flexibility and Their Relations to Language and Working Memory". In der gemeinsamen Arbeit soll die kognitive Entwicklung über die gesamte Lebensspanne (ab dem 5. Lebensjahr bis zum 90. Lebensjahr) erforscht werden. Der Fokus liegt auf der Untersuchung der Entwicklung kognitiver Flexibilität, die verschiedene Fähigkeiten umfasst, unter anderem die Umstellfähigkeit auf unterschiedliche Aufgabenanforderungen und die Selektion zwischen mehreren Handlungszielen. Bislang wurden von der traditionellen Entwicklungspsychologie der Kindheit und der kognitiven Alternsforschung recht unterschiedliche Ansätze und Methoden benutzt, um diese Thematik zu erforschen. Ziel des gemeinsamen Forschungsprogramms ist dabei die Expertise des deutschen und französischen Forscherteams zu bündeln, um einheitliche methodische Verfahren zu entwickeln, welche die Untersuchung kognitiver Flexibilität über diesen breiten Altersbereich erlauben. Im Rahmen des Forschungsprogramms soll zudem der Frage nachgegangen werden, inwiefern die Entwicklung kognitiver Flexibilität durch verschiedene Arbeitsgedächtnisanforderungen und durch die Nutzung von Sprache beeinflusst werden kann.

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Schweickard
Romanische Philologie
Tel. 0681/302-64051
E-Mail: wolfgang.schweickard@mx.uni-saarland.de
Prof. Dr. Jutta Kray
Juniorprofessorin
Tel. 0681/302-3872
E-Mail: j.kray@mx.uni-saarland.de

Saar - Uni - Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de

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