Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorbildlicher Forschungstransfer "á la hollandaise"

16.01.2008
Friedrich-Schiller-Universität Jena ist Mitglied im "Dutch Polymer Institute"

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena hat einen Kooperationsvertrag mit dem "Dutch Polymer Institute" (DPI) unterzeichnet. Sie gehört damit einem Forschungsförderinstitut an, "das in dieser Form beispielhaft und einmalig ist", wie Prof. Dr. Ulrich S. Schubert von der Friedrich-Schiller-Universität betont.

Der renommierte Chemiker kennt die Institution sehr genau, da er ihr bereits vor seiner Berufung nach Jena angehört hat und seit 2003 zum Managementteam gehört bzw. als Wissenschaftlicher Vorsitzender eines Bereiches tätig ist. "Die deutsche Politik sollte sich das DPI zum Vorbild nehmen, wenn sie über eine Verbesserung des Forschungstransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft nachdenkt", regt er an. Die OECD hatte 2004 das DPI als bestes Beispiel für diesen Transfer in Europa bezeichnet.

Das DPI ist ein "virtuelles Institut", an dem der niederländische Staat sowie derzeit 32 Wirtschafts- und 30 Wissenschaftsunternehmen aus der ganzen Welt beteiligt sind. Hier werden wissenschaftliche Projekte aus der Polymerchemie aufgelegt, die einen hohen Anwendungsbezug haben. Aus dem jährlich fast 18 Mio. Euro umfassenden Etat des DPI werden die Forschungen finanziert. Die Mittel kommen zum einen vom niederländischen Staat, "der keinen politischen Einfluss auf die Inhalte nimmt, aber das Institut alle vier bis sechs Jahre evaluiert", betont Schubert. Außerdem kofinanziert die Wirtschaft die Projekte und die Hochschulen beteiligen sich mit einem Viertel an den Forschungsaufwendungen. "Durch diese Konstruktion ist sichergestellt, dass in den Hochschulen zielgerichtet an Grundlagen-orientierten Projekten mit Anwendungsbezug geforscht wird und die Wirtschaft von Anfang an ihre Ideen und Anforderungen einbringt, die für eine rasche Umsetzung in die Praxis notwendig sind", schwärmt der Jenaer Chemiker vom System des DPI. "Außerdem schafft dieses Agieren im Verbund eine hervorragende Vernetzung, inklusive kleiner und mittelständischer Unternehmen, die so neue Technologien entwickeln können". Wenn bei den Forschungen patentreife Ergebnisse erzielt werden, übernimmt das DPI die Patentierung, gibt die Patente aber an die Industrie weiter. Die einzelnen Bereiche des DPI sind nicht fixiert und werden jährlich neu in ihren Budgets angepasst - "das System atmet", nennt es Schubert.

... mehr zu:
»DPI »Forschungstransfer

In der neuen vier- bis sechsjährigen Förderperiode ab 2008 stehen dem DPI 49,55 Mio. Euro durch das niederländische Wirtschaftsministerium zur Verfügung. Da die Friedrich-Schiller-Universität antragsberechtigt ist, will der Lehrstuhlinhaber für Organische und Makromolekulare Chemie, der sieben Jahre an der Technischen Universität Eindhoven tätig war und 2007 an die Universität Jena gewechselt ist, "auch eine größere Summe an Fördermitteln nach Jena holen. Denn wir haben zahlreiche Ideen für weitere Forschungsvorhaben. Es wäre auch sehr schön", so Schubert weiter, "wenn sich Thüringen am DPI beteiligen würde; Nordrhein-Westfalen ist bereits in Verhandlungen. Dies würde auch für die Industrie in Thüringen eine enorme Chance bieten".

Kontakt:
Prof. Dr. Ulrich S. Schubert
Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie der Universität Jena
Humboldtstr. 10, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 948200
E-Mail: ulrich.schubert[at]uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: DPI Forschungstransfer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Lehrerbildung für die digitale Welt
17.07.2018 | Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd

nachricht Innovationen in der beruflichen Weiterbildung stärken
26.06.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics