Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europa: Viele Wege - ein Ziel? forost berichtet über Forschungsergebnisse

03.01.2008
Am 25. Januar 2008 präsentiert der Bayerische Forschungsverbund Ost- und Südosteuropa (forost) die Ergebnisse von sechs Jahren Forschung in einer öffentlichen Veranstaltung in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München. Interessierte können sich noch bis 20. Januar für die Veranstaltung mit dem Titel "Eigene Wege in Europa?" anmelden.

In Vertretung von Wissenschaftsminister Goppel begrüßt Ministerialdirigent Dr. Friedrich Wilhelm Rothenpieler die Gäste, denn das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat mit seiner Förderung diese Forschungsarbeit ermöglicht.

Sozialistisches Erbe

In der ersten Forschungsperiode beobachteten die Sozialwissenschaftler, Juristen, Sprachwissenschaftler und Historiker vor allem den Anpassungsprozess der neuen Mitgliedsländer vom Postsozialismus zur Marktwirtschaft. Prof. Dr. Klaus Roth, LMU und Sprecher von forost, fasst die Ergebnisse zusammen: "Von der Transformation zur Integration".

... mehr zu:
»EUROPA
Einem der Ergebnisse der zweiten Forschungsphase, dem "Vertrauen", kommt für eine erfolgreiche europäische Integration eine Schlüsselrolle zu: Vertrauen der Menschen und Länder untereinander, Vertrauen in das System und seine Institutionen, Vertrauen in alltägliche Situationen. Ein "West"europäer geht ganz selbstverständlich davon aus, dass beispielsweise sein Geld auf einer Bank sicher verwahrt ist oder dass Recht und Gesetz nicht nur auf dem Papier und zudem für alle gleich gelten. Prof. Dr. Rainer Arnold und Prof. Dr. Friedrich-Christian Schroeder, beide Universität Regensburg, stellen in ihrem Beitrag die Frage, ob "Rechtsnormen" auch in der "Rechtswirklichkeit" umgesetzt werden.

Aufgewachsen im Sozialismus und Nachkommunismus vertrauen die Menschen in den mittel- und osteuropäischen Ländern eher ihren Familienangehörigen als dem Staat. Vertrauen in öffentliche Ämter muss sich erst entwickeln, staatliche Institutionen müssen es sich erst verdienen.

Prof. Dr. Jörg Maier, Univ. Bayreuth und Prof. Dr. Joachim Möller, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg, diskutieren die Spannung zwischen nationalen Besonderheiten und europäischer Einheit: "Wie viel Vielfalt ist vertretbar?".

Wie viel Vielfalt verträgt die europäische Einheit?

Neben dem Gesamtprozess der europäischen Einigung hat forost auch die Besonderheiten der einzelnen Länder untersucht: ihre Traditionen, Sprachen, Geschichten und Kulturen.

Wie beurteilen sich die Mitglieder der Europäischen Union gegenseitig? "Anders - oder doch nicht?" Die unterschiedlichen Fremd- und Selbstbilder beleuchtet Prof. Dr. Daniel Drascek von der Universität Regensburg.

Seit der EU-Erweiterung 2004 galt das Interesse der forost-Wissenschaftler der Frage, wie die unterschiedlichen Wege nach und jetzt auch in Europa ohne Verlust demokratischer Freiheiten zu bewältigen sind - einem Europa, das mit 27 Mitgliedsstaaten und 493 Mio. Bürgern den größten und friedlichsten Wirtschaftsraum der Erde stellt. Die Besonderheiten der Sprachen und Kulturen, der Länder und Regionen zu bewahren und doch ein einheitliches Europa zu gestalten, diese Aufgabe ist noch lange nicht abgeschlossen, Spannungen und Konflikte sind vorprogrammiert. Dr. Kenneth Hanshew und Prof. Dr. Walter Koschmal von der Universität Regensburg zeigen in aller Deutlichkeit wie stark die Vorstellungen von "Europa" voneinander abweichen: "Europa vor Augen und im Kopf".

Die abschließende Podiumsdiskussion greift die Frage auf, die viele EU-Bürger beschäftigt: "Gemeinsames Erbe - geteilte Zukunft?".

Referate und Diskussionen wechseln sich so ab, dass auch die Besucher eingebunden sind. Und die Ergebnisse einer langen Forschungsreihe zeigen, dass "Europa" bei aller Überzeugung und Begeisterung eine große Herausforderung ist und bleibt.

Kontakt und Anmeldung:
Helga Schubert
forost Geschäftsstelle
Geschwister Scholl Platz 1
80539 München
Tel (0174) 9 42 56 13
Fax (089) 74 61 33-33
E-Mail forost@lrz.uni-muenchen.de

Christine Kortenbruck | idw
Weitere Informationen:
http://www.forost.de
http://www.abayfor.de/forost

Weitere Berichte zu: EUROPA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neue Lernwelt durch VR-Technologie
16.04.2019 | Universität Witten/Herdecke

nachricht Studie zu Perspektiven der beruflichen Bildung 2040 – Flexibilität schaffen
15.04.2019 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wasserstoff – Energieträger der Zukunft?

Fraunhofer-Allianz Energie auf Berliner Energietagen

Im Pariser Klimaabkommen beschloss die Weltgemeinschaft, dass die weltweite Wirtschaft zwischen 2050 und 2100 treibhausgasneutral werden soll. Um die...

Im Focus: Quanten-Cloud-Computing mit Selbstcheck

Mit einem Quanten-Coprozessor in der Cloud stoßen Innsbrucker Physiker die Tür zur Simulation von bisher kaum lösbaren Fragestellungen in der Chemie, Materialforschung oder Hochenergiephysik weit auf. Die Forschungsgruppen um Rainer Blatt und Peter Zoller berichten in der Fachzeitschrift Nature, wie sie Phänomene der Teilchenphysik auf 20 Quantenbits simuliert haben und wie der Quantensimulator das Ergebnis erstmals selbständig überprüft hat.

Aktuell beschäftigen sich viele Wissenschaftler mit der Frage, wie die „Quantenüberlegenheit“ auf heute schon verfügbarer Hardware genutzt werden kann.

Im Focus: Self-repairing batteries

UTokyo engineers develop a way to create high-capacity long-life batteries

Engineers at the University of Tokyo continually pioneer new ways to improve battery technology. Professor Atsuo Yamada and his team recently developed a...

Im Focus: Quantum Cloud Computing with Self-Check

With a quantum coprocessor in the cloud, physicists from Innsbruck, Austria, open the door to the simulation of previously unsolvable problems in chemistry, materials research or high-energy physics. The research groups led by Rainer Blatt and Peter Zoller report in the journal Nature how they simulated particle physics phenomena on 20 quantum bits and how the quantum simulator self-verified the result for the first time.

Many scientists are currently working on investigating how quantum advantage can be exploited on hardware already available today. Three years ago, physicists...

Im Focus: Accelerating quantum technologies with materials processing at the atomic scale

'Quantum technologies' utilise the unique phenomena of quantum superposition and entanglement to encode and process information, with potentially profound benefits to a wide range of information technologies from communications to sensing and computing.

However a major challenge in developing these technologies is that the quantum phenomena are very fragile, and only a handful of physical systems have been...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Nachwuchskräfte aufgepasst! „Traumjobs live“ bei der Friedhelm Loh Group

20.05.2019 | Veranstaltungen

MS Wissenschaft startet Deutschlandtour mit Fraunhofer-KI an Bord

17.05.2019 | Veranstaltungen

Wie sicher ist autonomes Fahren?

16.05.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachwuchskräfte aufgepasst! „Traumjobs live“ bei der Friedhelm Loh Group

20.05.2019 | Veranstaltungsnachrichten

3D-Technologie ermöglicht Blick in die Vergangenheit

20.05.2019 | Biowissenschaften Chemie

DGHNO-KHC: Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren setzt sich bei Kopf-Hals-Tumoren durch

20.05.2019 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics