Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Verkehrs-Lichttechnik der Zukunft: sicher und intelligent

21.08.2007
Darmstädter Forscher entwickeln und testen Prototypen

Die Lichttechnik des Autos von morgen wird völlig anders aussehen als heute: So wird etwa das Licht vollautomatisch und stufenlos auf entgegenkommende und vorweg fahrende Fahrzeuge eingestellt werden. Eventuelle Hindernisse, wie ein am Straßenrand auftauchendes Reh, werden direkt angestrahlt, so dass der Fahrer die Gefahr frühzeitig wahrnehmen kann.

"LED-Autoscheinwerfer sind die Zukunft. Sie verschaffen dem Fahrer die in jeder Verkehrssituation bestmögliche Sicht", ist sich Prof. Tran Quoc Khanh, Leiter des Fachgebiets Lichttechnik an der TU Darmstadt sicher. "Leistungsfähige Systeme werden spätestens 2009 auf den Markt kommen, den Prototyp testen wir bereits." Damit werden LED-Scheinwerfer in Verbindung mit intelligenten Kameras und Sensoren in Zukunft in bislang nicht gekannter Weise für die Sicherheit des Fahrers sorgen.

Prof. Tran Quoc Khanh hat im Oktober letzten Jahres die Leitung des Fachgebietes Lichttechnik an der TU Darmstadt übernommen und seither die Forschungsschwerpunkte seiner Vorgänger fortgesetzt und neue Schwerpunkte hinzugefügt. Das Ziel ist bei allen das Gleiche: Die Dinge ins rechte Licht zu rücken.

Das Fachgebiet Lichttechnik muss sich nicht verstecken. Es ist nicht nur die Wiege der Lichttechnik weltweit. Seit seiner Gründung vor 51 Jahren hat es sich zu einem international anerkannten Institut entwickelt. Die Darmstädter Lichttechniker sind über die Landesgrenzen hinaus gesuchte Experten. Schwierigkeiten einen Job zu finden, hat deshalb keiner der Absolventen. "Bezogen auf die Verkehrs- und Kfz-Technik sind wir auch heute noch weltweit führend", betont Prof. Khanh. "Absolventen von uns haben Leitungsfunktionen bei den größten Automobilherstellern inne."

Der gebürtige Vietnamese hat in Ilmenau Maschinenbau studiert und promoviert und danach 17 Jahre lang in der Industrie als Lichttechniker gearbeitet. Im Auftrag seines früheren Arbeitgebers ARRI Cine Technik AG in München hat er etwa die weltweit erste digitale Kinokamera für Hollywood entwickelt. Nach Darmstadt kam Khanh wegen des einzigartigen Renommees des Fachgebietes. "Hier kann ich gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern unterschiedlichen Aspekten der Lichttechnik nachgehen", erzählt der Professor.

Neben der Lichttechnik im Kfz sind Forschungen zur Augenphysiologie ein weiterer Schwerpunkt der Darmstädter - die Verbindung mit der Lichttechnik ist sonst an keinem Institut der Welt zu finden. Die Psychophysikerin PD Dr. Galina Paramei etwa untersucht das Sehen im Alter, und im November wird Dr. Peter Bodrogi aus Ungarn eine Gastprofessur in Darmstadt antreten. Er beschäftigt sich mit Licht- und Farbwahrnehmung in der Dämmerung. "Zu beiden Bereichen gibt es noch kaum Forschungen", betont Khanh.

Dabei ist die Augenphysiologie von großer praktischer Bedeutung. Forschungsergebnisse zum Sehen bei Dunkelheit hat Khanh zum Beispiel für sein Konzept der intelligenten LED-Straßenlaterne verwendet, die ab Oktober in Offenbach getestet wird. Die Laternen sind nicht nur aufgrund der LED-Leuchten extrem energiesparend, sondern auch, weil sie mit Hilfe von Sensoren auf Dämmerung und abnehmende Verkehrsdichte mit Reduktion ihrer Leuchtkraft reagieren.

"Wir wollen unsere Forschungsergebnisse nutzen und in konkrete Produkte umsetzen", erläutert Khanh. Neue Ergebnisse kommen aber auch unmittelbar der Lehre zugute: Der Darmstädter Professor flicht neue wissenschaftliche Erkenntnisse binnen Monaten in Vorlesungen und Praktika ein. Ab dem kommendem Wintersemester werden an seinem Fachgebiet Vorlesungen über Optoelektronik und technische Optik eingeführt.

Seit Prof. Khanh die Leitung des Fachgebiets im Oktober letzten Jahres übernommen hat, sind nicht nur Energieeffizienz und Stadtforschung ins Blickfeld der Lichttechniker gerückt. Khanh hat auch sein altes Hobby, das digitale Kino, mit nach Darmstadt gebracht. "Wir beteiligen uns an der Entwicklung einer neuen Generation von Kameras, mit der die Falten in den Gesichtern der Schauspieler sichtbar und die Farben sehr viel authentischer werden. Ein Kinofilm wirkt nicht nur über seine Story, sondern zuallererst über eindrucksvolle Bilder, mit denen sich der Zuschauer identifizieren kann." So könnten die Darmstädter Experten mit den neuen Kameras wohl bald auch den Kinofilm in ganz neuem Licht erscheinen lassen.

Pressekontakt: Wolf Hertlein, Referat Kommunikation, Tel. 06151 / 16-3229

Jörg Feuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.emk.tu-darmstadt.de/institut/fachgebiete/lt/aktuelles/

Weitere Berichte zu: Lichttechnik Verkehrs-Lichttechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Wichtige Schritte auf dem Weg zum automatisierten Fahren
29.03.2018 | Universität Bremen

nachricht Es wird noch heller: Innovative Leuchten in der Automobilindustrie
28.03.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Im Focus: Magnetic vortices: Two independent magnetic skyrmion phases discovered in a single material

For the first time a team of researchers have discovered two different phases of magnetic skyrmions in a single material. Physicists of the Technical Universities of Munich and Dresden and the University of Cologne can now better study and understand the properties of these magnetic structures, which are important for both basic research and applications.

Whirlpools are an everyday experience in a bath tub: When the water is drained a circular vortex is formed. Typically, such whirls are rather stable. Similar...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation

13.07.2018 | Informationstechnologie

Fachhochschule Südwestfalen entwickelt innovative Zinklamellenbeschichtung

13.07.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics