Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TU Dresden auf der AMI: Scheinwerfer, die schon wissen, was Sie gleich denken werden

09.04.2010
Der Designstudent Christoph Häußinger hat im Rahmen seiner Diplomarbeit ein neues Fahrzeug-Lichtdesign kreiert. Dessen Einzelmodule lassen den Scheinwerfer dank eines intelligenten Lichtassistenzsystems interaktiv auf die Verkehrssituation reagieren. In der AUDI-Studie "e-tron" findet sein Scheinwerferdesign bereits Anwendung.

Kurz vor Ingolstadt, auf der Autobahn. Es ist Nacht, es regnet. Gegenverkehr, rasch abblenden. Vorbei... Fernlicht wieder an. Und im Radio wieder diese Stimme... wie hieß die Sängerin doch gl... ups, Abblenden vergessen. Ärgerlich werden wir angeblinkt.

Szenen wie diese könnten mit Christoph Häußingers Scheinwerferstudie der Vergangenheit angehören. Der ehemalige Student am Zentrum für Technisches Design an der TU Dresden hat in seiner Diplomarbeit eine "Konzeption und Entwurf eines LED-Scheinwerfers mit Matrix-Beam-Technologie" vorgelegt - und die Kollegen von AUDI damit überzeugt. Im "e-tron", einer Elektroauto-Studie, die auf dem Design des Sportwagens R8 aufsetzt, ist sein Lichtassistenzsystem ab dem 10. April auf der Messe "Automobil International" in Leipzig zu bestaunen.

Was hat es mit dem Matrix-Beam-Verfahren genau auf sich? Mit dieser Technologie ist es möglich, ständig mit der maximalen Lichtleistung zu fahren, ohne dabei den entgegenkommenden oder vorausfahrenden Verkehr zu blenden. Innerhalb des Frontscheinwerfers werden dabei verschieden ausgerichtete Leuchtpunkte einzeln von einem Prozessor angesteuert, der die Daten der Umgebung - Fahrbahnbeschaffenheit oder über Kameras detektierter Gegenverkehr - auswertet. Der Fahrer muss nicht mehr manuell auf- und abblenden, kann sich auf sicheres Fahren konzentrieren. Und selbst wenn ihm der Name der Sängerin im Radio nicht sofort einfällt - "das Licht", das Tagfahrlicht, Fernlicht, Kurvenlicht und Abblendlicht zugleich ist, blendet bei Gegenverkehr sofort ab.

Für die Studie hat Häußinger die Geschichte des Lichtdesigns der Ingolstädter Firma genau analysiert und mit dem der Wettbewerber verglichen. Die einzelnen Lichtpunkte im modernen AUDI-Scheinwerferdesign sind in seinem eigenen Entwurf wieder zu einem schnittigen Lichtband zusammengefasst, ohne dass die spezifische Wiedererkennbarkeit verloren geht. Der Clou: je nach gefahrener Geschwindigkeit und Umgebungssituation verändert das Band sein Erscheinungsbild und damit die Charakteristik der gesamten Fahrzeugfront.

Inwieweit das interaktive Auf- und Abblenden des neuen Lichtsystems den Fahrer bei Geschwindigkeiten und Tageslichtsituationen möglicherweise irritieren könnte, sollen nun weitere Tests zeigen. Häußingers Designstudie weist in jedem Fall in eine neue Ära des Autoscheinwerfers, da sind sich die Autobauer sicher; und haben den Absolventen als Leuchtendesigner ab sofort fest angestellt.

Informationen für Journalisten:
Dr. Günter Kranke, Tel. 0351 463-35755, E-Mail: guenter.kranke@tu-dresden.de

Mathias Bäumel | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/

Weitere Berichte zu: Lichtassistenzsystem Scheinwerfer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Intelligente Temperaturregelung für E-Autos
18.05.2020 | Hochschule Esslingen

nachricht Autonomes Fahren: Das hörende Auto der Zukunft
03.02.2020 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sehvermögen durch Gentherapie wiederherstellen

Neuer Ansatz zur Behandlung bislang unheilbarer Netzhautdegeneration

Menschen verlassen sich in erster Linie auf ihr Augenlicht. Der Verlust des Sehvermögens bedeutet, dass wir nicht mehr lesen, Gesichter erkennen oder...

Im Focus: Restoring vision by gene therapy

Latest scientific findings give hope for people with incurable retinal degeneration

Humans rely dominantly on their eyesight. Losing vision means not being able to read, recognize faces or find objects. Macular degeneration is one of the major...

Im Focus: Kleines Protein, große Wirkung

In Meningokokken spielt das unscheinbare Protein ProQ eine tragende Rolle. Zusammen mit RNA-Molekülen reguliert es Prozesse, die für die krankmachenden Eigenschaften der Bakterien von Bedeutung sind.

Meningokokken sind Bakterien, die lebensbedrohliche Hirnhautentzündungen und Sepsis auslösen können. Diese Krankheitserreger besitzen ein sehr kleines Protein,...

Im Focus: Small Protein, Big Impact

In meningococci, the RNA-binding protein ProQ plays a major role. Together with RNA molecules, it regulates processes that are important for pathogenic properties of the bacteria.

Meningococci are bacteria that can cause life-threatening meningitis and sepsis. These pathogens use a small protein with a large impact: The RNA-binding...

Im Focus: Magnetische Kristallschichten für den Computer von Morgen

Ist die Elektronik, so wie wir sie kennen, am Ende?

Der Einsatz moderner elektronischer Schaltkreise für immer leistungsfähigere Rechentechnik und mobile Endgeräte stößt durch die zunehmende Miniaturisierung in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Was Salz und Mensch verbindet

04.06.2020 | Veranstaltungen

Gebäudewärme mit "grünem" Wasserstoff oder "grünem" Strom?

26.05.2020 | Veranstaltungen

Dresden Nexus Conference 2020 - Gleicher Termin, virtuelles Format, Anmeldung geöffnet

19.05.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schutz der neuronalen Architektur

05.06.2020 | Biowissenschaften Chemie

Wie das Gehirn unser Sprechen kontrolliert - Beide Gehirnhälften leisten besonderen Beitrag zur Sprachkontrolle

05.06.2020 | Interdisziplinäre Forschung

Akute myeloische Leukämie: Größerer Entscheidungsspielraum bei Therapie-Start

05.06.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics