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Sicherheit rundum

04.03.2008
Eine Karosserie, die mitdenkt und im entscheidenden Moment die Insassen schützt - davon träumen Autofahrer schon lange. In einem EU-Projekt haben Forscher jetzt einen intelligenten Seitenaufprallschutz entwickelt, der das Verletzungsrisiko enorm vermindert.

Noch eine Sekunde bis zum Aufprall. Die Kameras, die in die Türen integriert sind, haben den Unfallgegner längst erkannt. Radarsensoren in den Kotflügeln messen, wie weit der Unfallgegner noch entfernt ist. 200 Millisekunden vor dem Crash wird der neue Seitenaufprallschutz aktiviert. Im entscheidenden Moment sind die Insassen gut geschützt.

Der intelligente Seitenaufprallschutz ist ein Ergebnis des EU-Projekts APROSYS - kurz für Advanced Protection Systems. Fraunhofer-Forscher haben die Technik zusammen mit verschiedenen Universitäten, Autobauern und Zulieferern entwickelt. "Unser Ziel war es, die aktive Crashsicherheit von Fahrzeugen zu verbessern - also die technischen Eigenschaften der Karosserie so zu verändern, dass sie im entscheidenden Moment Energie aufnimmt und auf diese Weise die Insassen schützt", sagt Projektleiter Björn Seipel vom Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF.

Doch wie bringt man die Karosserie dazu ihre Eigenschaften zu verändern? Und woher weiß das Auto, wann die Insassen Schutz brauchen? Die Forscher haben eine Art siebten Sinn für PKWs entwickelt, der Unfälle voraussieht und die nötigen Impulse zur Aktivierung des Seitenaufprallschutzes gibt: Stereokameras und Radarsensoren scannen permanent die Umgebung, die Daten werden in einem zentralen Rechner ausgewertet.

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»Crash »Seitenaufprallschutz

"Es gilt während der Fahrt bewegte Objekte - also potenzielle Unfallgegner - von unbewegten Objekten wie Häusern oder Bäumen zu unterscheiden", erklärt Dr. Dieter Willersinn vom Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB. Sein Team hat eine Software entwickelt, die einen Seitenaufprall rechtzeitig voraussagen kann - etwa 200 Millisekunden vor dem Crash. Der Impuls vom Zentralrechner löst dann einen Stromstoß aus, der einen Draht aus einer Form-Gedächtnis-Legierung erwärmt.

Dieser Draht ist der eigentliche Auslöser. "Wir haben uns für diese Lösung entschieden, weil sie schneller ist als alle herkömmlichen Magnetschalter", sagt Seipel. Durch die Wärme verformt sich der Draht und gibt eine Feder frei. Diese entspannt sich und drückt einen Stahlbolzen, der in den Sitz integriert ist, in Richtung Tür. Gleichzeitig wird in der Tür ein stabiler Metallkörper in Position gebracht, auf den sich der Stahlbolzen stützt.

"Das System aus Bolzen und Metallbox stabilisiert die Autotür und absorbiert beim Aufprall Energie", erklärt Seipel. Dass der neue Seitenaufprallschutz im Ernstfall funktioniert, muss er am 7. März bei einem Crashtest in Spanien beweisen. Die Fahrgastkabine ist vom 21. bis 25. April auf der Hannover-Messe zu sehen (Halle 2, Stand D28).

Björn Seipel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2008/03/Mediendienst32008Thema1.jsp

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