Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Saubere Diesel

04.03.2008
Bagger und Baumaschinen pusten ihre Abgase meist noch ungefiltert in die Luft.

Der Grund: Spezialfahrzeuge werden in kleinen Serien gefertigt, jedes Gefährt benötigt eine andere Filtergeometrie. Jetzt lassen sich verschieden geformte Dieselrußfilter günstig herstellen.

Moderne Diesel-PKWs sind nicht nur leiser als ihre Vorgängermodelle, sie pusten auch deutlich weniger Abgase in die Luft. Bei schweren Baumaschinen, Baggern und Raupen sind die Filter noch nicht auf dem neuesten Stand. Eine neue Technik für Dieselrußfilter soll nun auch diesen Fahrzeugen das Qualmen austreiben.

Herkömmliche Dieselrußfilter bestehen meist aus zylindrischen Keramikblöcken, die von vielen Kanälen durchzogen sind. Ein solcher Block lässt sich nicht aus einem Guss herstellen. Vielmehr klebt man einzelne quadratische Wabensegmente zu einem großen Klotz aneinander. Die Klebstellen wirken wie Dehnungsfugen, die die Temperaturspannungen während des Betriebs ausgleichen.

... mehr zu:
»Diesel »Dieselrußfilter

Das ist wichtig, denn ein massiver Keramikklotz würde unter den Spannungen zerreißen. Der Nachteil der viereckigen Waben: Der geklebte kantigen Klotz muss am Ende der Filterproduktion zu einem Zylinder zurechtgeschliffen werden - wertvolles Material geht so verloren. Zudem kostet die Feinbearbeitung Zeit und bedarf teurer Maschinen.

Die Entwickler vom Dresdner Fraun-hofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS haben jetzt gemeinsam mit dem Filterhersteller CleanDieselCeramics CDC und mit Unterstützung des Sächsischen Wirtschaftsministeriums eine Wabe mit Alternativgeometrie entwickelt. Sie ist nicht rechtwinklig, sondern hat die Form eines unregelmäßigen Vierecks. Verschiedene Filtergeometrien lassen sich damit bauen - auch annähernd zylindrische. Der Schleifprozess entfällt.

Ein weiterer Vorteil dieser Entwicklung ist die veränderte Kanalgeometrie. Für gewöhnlich strömt das Gas durch viereckige Kanäle in den Filter. Die Dresdner setzen auf einen dreieckigen, kleineren Querschnitt. Dadurch vergrößert sich die Filteroberfläche in den Kanälchen. Zudem ist der Dreiecksquerschnitt stabiler und der Filter weniger empfindlich gegen seitlichen Druck. Die Kooperationspartner haben das Verfahren an einer Pilot-Produktionslinie im IKTS geprüft und optimiert - und auch die dritte Neuerung getestet: eine am IKTS entwickelte Silizium-Carbid-Keramik.

Der Vorteil: In der neuen Keramik können die Forscher die Porengröße leicht und exakt auf eine optimale Filtration der Rußpartikel einstellen. "Was die Leistung und die Qualität unserer Neuentwicklung angeht, können wir uns am Markt absolut sehen lassen", sagt Jörg Adler, Projektleiter am IKTS. Die junge Firma CDC errichtet derzeit ein erstes Werk in der Nähe von Dresden. Etwa 40 000 Filter sollen dort vom Frühjahr an jährlich produziert und als Nachrüstbausatz in Bagger und Co. montiert werden.

Jörg Adler | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ikts.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2008/03/Mediendienst32008Thema2.jsp

Weitere Berichte zu: Diesel Dieselrußfilter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Wichtige Schritte auf dem Weg zum automatisierten Fahren
29.03.2018 | Universität Bremen

nachricht Es wird noch heller: Innovative Leuchten in der Automobilindustrie
28.03.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics