Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Grundierungs-Technologie reduziert Umweltbelastungen

20.02.2006
Erster Einsatz im japanischen Toyota-Werk Takaoka

Eine Lackgrundierung, die erheblich weniger Umweltbelastungen hervorruft, hat die Toyota Motor Corporation (TMC) jetzt gemeinsam mit der Nihon Parkerzing Co. Ltd. entwickelt. Das für die Oberflächenbehandlung der Karosserie verwendete Mittel generiert weniger Abfall und schädliche metallische Nebenprodukte, als die bisher verwendeten Grundierungen und sichert gleichzeitig eine hohe Korrosionsbeständigkeit. Eingesetzt wird die neue Technologie seit Ende Januar in der Karosserie-Lackiererei des japanischen Toyota Werks Takaoka.

Bevor eine Karosserie lackiert wird, muss sie zunächst gegen Korrosion geschützt und so vorbereitet werden, dass die Lackierung anschließend gut anhaften kann. Normalerweise benutzen Automobilhersteller dafür eine Grundierung aus Zinkphosphat. Deren Abfallprodukt, ein eisenhaltiger Phosphatschlamm, wird auf Mülldeponien entsorgt. Zinkphosphate enthalten jedoch zusätzlich auch Phosphor, Nickel und Mangan, die ausgespült werden und sich dann im Abwasser des Werks wiederfinden können, was wiederum eine Reinigung notwendig macht.

Der durch die Nutzung von Zinkphosphat als Grundierung anfallende Klärschlamm und die Abwasserreinigung sind für alle Automobilhersteller ein großes und bislang unvermeidbares Problem. TMC und Parkerizing hatten daher seit dem Jahr 2000 an einer Grundierung geforscht, die diese Umweltbelastungen reduziert.

Die Anwendung konventioneller Zinkphosphate war bisher die einzige Möglichkeit, eine glatte und gleichmäßige Lackschicht auf Materialien wie Stahl, Zink oder Aluminium zu erreichen. Jenen Materialien also, die von den Automobilherstellern im Karosseriebau häufig eingesetzt werden. Der Versuch, alternative Grundierungen zu verwenden, hatte stets einen unzureichenden Korrosionsschutz zur Folge.

Die revolutionäre Technologie von Toyota und Parkerizing verzichtet auf Zinkphosphate, nutzt vielmehr Zirkonium-Verbindungen sowie spezielle organische Substanzen. Diese generieren weniger Klärschlamm und haben eine geringere Umweltbelastung zur Folge. Während der Entwicklung wurde die neue Grundierung an verschiedenen unbehandelten Materialien erprobt. Mit dem Ergebnis, dass in jedem Fall der gleiche Korrosionsschutz wie beim Einsatz von Zinkphosphaten sichergestellt wurde.

Gleichzeitig erreicht der revolutionäre Korrosionsschutz auch die gleichen oder sogar bessere Ergebnisse bei den Kriterien Lack-Anhaftung, Haltbarkeit und Glanz. Er hat daher das Potenzial, künftig die konventionelle, auf Zinkphosphaten beruhende Grundierung völlig abzulösen.

Peter Wandt | Toyota
Weitere Informationen:
http://www.toyota.de

Weitere Berichte zu: Korrosionsschutz Umweltbelastung Zinkphosphat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Intelligente Temperaturregelung für E-Autos
18.05.2020 | Hochschule Esslingen

nachricht Autonomes Fahren: Das hörende Auto der Zukunft
03.02.2020 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hammer-on – wie man Atome schneller schwingen lässt

Schwingungen von Atomen in einem Kristall des Halbleiters Galliumarsenid (GaAs) lassen sich durch einen optisch erzeugten Strom impulsiv zu höherer Frequenz verschieben. Die mit dem Strom verknüpfte Ladungsverschiebung zwischen Gallium- und Arsen-Atomen wirkt über elektrische Wechselwirkungen zurück auf die Schwingungen.

Hammer-on ist eine von vielen Rockmusikern benutzte Technik, um mit der Gitarre schnelle Tonfolgen zu spielen und zu verbinden. Dabei wird eine schwingende...

Im Focus: Kryoelektronenmikroskopie: Hochauflösende Bilder mit günstiger Technik

Mit einem Standard-Kryoelektronenmikroskop erzielen Biochemiker der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) erstaunlich gute Aufnahmen, die mit denen weit teurerer Geräte mithalten können. Es ist ihnen gelungen, die Struktur eines Eisenspeicherproteins fast bis auf Atomebene aufzuklären. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "PLOS One" veröffentlicht.

Kryoelektronenmikroskopie hat in den vergangenen Jahren entscheidend an Bedeutung gewonnen, besonders um die Struktur von Proteinen aufzuklären. Die Entwickler...

Im Focus: Electron cryo-microscopy: Using inexpensive technology to produce high-resolution images

Biochemists at Martin Luther University Halle-Wittenberg (MLU) have used a standard electron cryo-microscope to achieve surprisingly good images that are on par with those taken by far more sophisticated equipment. They have succeeded in determining the structure of ferritin almost at the atomic level. Their results were published in the journal "PLOS ONE".

Electron cryo-microscopy has become increasingly important in recent years, especially in shedding light on protein structures. The developers of the new...

Im Focus: Neue Schlankheitstipps für Computerchips

Lange Zeit hat man in der Elektronik etwas Wichtiges vernachlässigt: Wenn man elektronische Bauteile immer kleiner machen will, braucht man dafür auch die passenden Isolator-Materialien.

Immer kleiner und immer kompakter – das ist die Richtung, in die sich Computerchips getrieben von der Industrie entwickeln. Daher gelten sogenannte...

Im Focus: Elektrische Spannung aus Elektronenspin – Batterie der Zukunft?

Forschern der Technischen Universität Ilmenau ist es gelungen, sich den Eigendrehimpuls von Elektronen – den sogenannten Elektronenspin, kurz: Spin – zunutze zu machen, um elektrische Spannung zu erzeugen. Noch sind die gemessenen Spannungen winzig klein, doch hoffen die Wissenschaftler, auf der Basis ihrer Arbeiten hochleistungsfähige Batterien der Zukunft möglich zu machen. Die Forschungsarbeiten des Teams um Prof. Christian Cierpka und Prof. Jörg Schumacher vom Institut für Thermo- und Fluiddynamik wurden soeben im renommierten Journal Physical Review Applied veröffentlicht.

Laptop- und Handyspeicher der neuesten Generation nutzen Erkenntnisse eines der jüngsten Forschungsgebiete der Nanoelektronik: der Spintronik. Die heutige...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wind trägt Mikroplastik in die Arktis

14.07.2020 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Nanoelektronik lernt wie das Gehirn

14.07.2020 | Informationstechnologie

Anwendungslabor Industrie 4.0 der THD: Smarte Lösungen für die Unikatproduktion

14.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics