Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maßgeschneiderte Software fürs Auto

02.12.2008
Neues Softwaretool unterstützt die Entwicklung hoch individualisierter Fahrzeugsysteme.

Fahrzeuge müssen heute so individuell sein wie ihre Nutzer: Wer ein Auto kauft, erwartet, dass er sich die Ausstattung nach seinen Bedürfnissen zusammenstellen kann. Um eine Vielfalt an Funktionen zu ermöglichen und den Kundenwünschen gerecht zu werden, wird in Fahrzeugen immer mehr Software eingebettet.

Die Folge sind steigende Kosten. Unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik ISST wurde im Forschungsprojekt VEIA (Verteilte Entwicklung und Integration von Automotive-Produktlinien) ein Werkzeugprototyp entwickelt, der die Produktion hoch individualisierter Software für Automobile unterstützt und nun bei BMW für weitere Anwendungen evaluiert wird.

Produktlinientechnik in der Softwareentwicklung

"Bisher wurden Fahrzeuge mit der gleichen, maximalen Software ausgestattet, die aber je nach individuellem Kundenwunsch nur zu einem Bruchteil verwendet wird", weiß Dr. Martin Große-Rhode, Wissenschaftler beim Fraunhofer ISST. "Je mehr Elektronik ins Fahrzeug Einzug hält, desto unrentabler wird dieses Vorgehen. Zuviel Software bleibt ungenutzter Ballast!" Gemeinsam mit der BMW Group, der PROSTEP IMP GmbH und der Technischen Universität München hat das Fraunhofer ISST daher das Softwaretool v.control erstellt: Es hilft, eine gemeinsame Software-Architektur für Autos zu entwickeln, in der durch den Einsatz unterschiedlicher Softwarekomponenten individuelle Produkte wie in einem Baukastensystem zusammengestellt werden können. "Dieses Prinzip der Produktlinientechnik in die Softwareentwicklung zu übertragen, trägt wesentlich zur effizienten Herstellung hoch individualisierter Fahrzeuge bei", so Simon Euringer, Leiter Systemdienste und Software-Komponenten bei BMW. "Wichtige konzeptionelle Ideen können wir zudem für Anwendungen im Automotive Security-Bereich weiterentwickeln."

Optimale Softwarelösungen ohne kostspielige Fehler

Das Werkzeug v.control arbeitet in verschiedenen Schritten: Zunächst werden die funktionalen Anforderungen für alle Software-Varianten kompakt erfasst. Unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten für die Software werden dann den Anforderungen gegenüber gestellt und verglichen, um eine optimale Lösung auswählen zu können. Schließlich werden die charakteristischen Merkmale jedes Fahrzeugs erfasst, aus denen das Softwaretool die individuell konfigurierte Software-Stückliste zusammenstellt. Da v.control auf mögliche Fehlerquellen in der Softwareentwicklung hinweist und die Konsistenz der Softwarekomponenten prüft, können kostspielige Änderungen vermieden werden. "Für die PROSTEP IMP bedeutet die v.control-Entwicklung eine wesentliche Erweiterung ihrer Kompetenz im Produktdatenmanagement auf den Softwarebereich", sagt Dr. Georg Rock, Senior Consultant und Koordinator der Forschungsprojekte bei der PROSTEP IMP. "Insbesondere die Möglichkeit auch technologisch auf AUTOSAR aufzusetzen, eröffnet ein ganz neues Geschäftsfeld für uns."

Von der Grundlagenforschung zur industriellen Lösung

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte und nun abgeschlossene Projekt VEIA stellt ein Beispiel für die gelungene Überführung von Forschungsergebnissen in die industrielle Nutzung dar: Konzepte zur Software-Produktlinientechnik, Softwarearchitekturentwicklung und modellbasierten Systementwicklung wurden vom Fraunhofer ISST zu einer Lösung für die Industrie weiterentwickelt und umgesetzt. Eine Fallstudie bei der BMW Group demonstrierte dabei die Machbarkeit. Implementiert wurde v.control bei der PROSTEP IMP GmbH. Zudem wurde parallel ergänzende Grundlagenforschung am Lehrstuhl Software & Systems Engineering der TU München betrieben.

Informationen für Journalisten:
Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST
Niklas Reinhardt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0) 30 / 243 06-378
E-Mail: niklas.reinhardt@isst.fraunhofer.de

Niklas Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.isst.fraunhofer.de
http://veia.isst.fraunhofer.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Wichtige Schritte auf dem Weg zum automatisierten Fahren
29.03.2018 | Universität Bremen

nachricht Es wird noch heller: Innovative Leuchten in der Automobilindustrie
28.03.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics