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Künstliche Intelligenz als Innovationsmotor der Automobilindustrie

13.09.2005


Das Auto der Zukunft soll sicherer werden. Zum Beispiel soll es gefährliche Situationen selbst erkennen und den Fahrer rechtzeitig warnen. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) entwickelt dafür intelligente Kommunikations- und Fahrerassistenzsysteme. Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA PKW 2005) in Frankfurt stellt Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster, Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes und Vorsitzender der Geschäftsführung des DFKI, aktuelle Forschungsergebnisse vor.


Das DFKI arbeitet seit Jahren mit Partnern aus der Automobilbranche an intelligenten Fahrer-Assistenz-Systemen, um dem wachsenden Komfort- und Sicherheitsbedürfnis der Kunden zu entsprechen. Die Liste der DFKI-Kunden aus dem Bereich Automotive umfasst Unternehmen wie DaimlerChrysler, BMW, Porsche, VW, Audi, Bosch, DEKRA. Die Forschungsergebnisse aus dem Bereich der multimodalen, intelligenten Benutzerschnittstellen finden über einen intensiven Technologietransfer Eingang in die Fahrzeuge der nächsten Generation. Hierzu einige Beispiele:

Autos, die mitdenken und kommunizieren


Das DFKI arbeitet unter anderem am „Telematischen Horizont“. Darunter versteht man die Fähigkeit, die Sensorik vorausfahrender Fahrzeuge über Funktechnologien (Car-to-Car-Communication) mit zu benutzen. Ein Autofahrer ist dadurch zum Beispiel in der Lage, um „Kurven herumzuschauen“. Vor Gefahren wie ein Stauende oder eine glatte Fahrbahn wird er von den vorausfahrenden Fahrzeugen rechtzeitig gewarnt. Eine ähnliche Technik soll künftig eingesetzt werden, um Auffahrunfälle zu vermeiden. Durch die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen kann ein vorausfahrendes Auto zum Beispiel davor warnen, dass ein LKW hinter einer Kurve unerwartet nach links ausschert. Denkbar wäre sogar, dass das dahinter fahrende Fahrzeug durch eine elektronische Steuerung, die per Funk ausgelöst wird, frühzeitig automatisch abgebremst wird, um einen Unfall zu verhindern.

Auch im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekts „Smart-Web“ wird untersucht, wie Fahrzeuge bzw. Fahrer durch Kommunikation Unfälle verhindern können. Ein vorausfahrendes Fahrzeug stellt zum Beispiel fest, dass die Gefahr von Aquaplaning besteht. Die Warnung davor kann über die spontane Funkvernetzung von Fahrzeugen per Sprachbefehl an einen hinterher fahrenden Motorradfahrer übertragen werden. Beide Fahrzeuge werden dabei über ihre GPS-Koordinaten lokalisiert, so dass man berechnen kann, ob ihr Abstand voneinander weniger als 100 Meter beträgt. Mithilfe von SmartWeb kann der Motorradfahrer, obwohl er keinen Sensor hat, der ihm die Aquaplaning-Gefahr ermittelt, die Information des vorausfahrenden Autos nutzen. Über Kopfhörer erhält er dann per Sprachsynthese den Warnhinweis: „Achtung, in 100 Metern Aquaplaning-Gefahr!“.

Mobile Breitbandkommunikation im Fahrzeug

Im Rahmen der „Multimedia Initiative“ des Ministeriums für Wirtschaft des Saarlandes arbeitet das DFKI eng mit der Deutschen Telekom zusammen. In Saarbrücken wurde das erste groß angelegte UMTS Demonstrations- und Evaluationszentrum eingerichtet, in dem im Projekt „UMTS-DoIT“ auch Automobil-Anwendungen entwickelt, getestet und genutzt werden. Auf der von T-Mobile bereit gestellten Infrastruktur wurden bereits mehrere innovative UMTS-Anwendungskonzepte und Prototypen wie z.B. „Lindner Travel Guide“, „AllergieChecker“ und „Personal Multimedia Acces“ erstellt. Ein Linienbus wurde zum fahrenden Hotspot ausgebaut, so dass der Fahrgast während der Fahrt im Internet surfen konnte und zum Beispiel Zugriff auf seine E-Mails hatte.

Kontakt:

Reinhard Karger
Deutsches Forschungszentrum
für Künstliche Intelligenz (DFKI)
Tel.: 06 81/3 02-52 53
E-Mail: reinhard.karger@dfki.de

Reinhard Karger | Innovationseinblicke Saarland
Weitere Informationen:
http://www.dfki.de
http://www.innovation.saarland.de
http://www.wirtschaft.saarland.de

Weitere Berichte zu: Aquaplaning-Gefahr DFKI Motorradfahrer

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