Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intelligente Scheinwerfer

10.10.2001


Peter Opgen-Rhein am Fahrdynamiksimulator des Lehrstuhls für Mechatronik. Hier hat er Zustandsgrößen und Sensorsignale für sein neues Verfahren ausgetestet.


Verfahren zur Nickwinkelbestimmung verbessert

... mehr zu:
»LWR »Mechatronik »Scheinwerfer

Die größte Gefahr für den Autofahrer ist der Autofahrer, so lassen sich Unfallstatistiken zusammenfassen. Automobilhersteller setzen deshalb auf aktive Sicherheitssysteme wie ABS (Anti-Blockier-System) oder ESP (Electronic Stability Program), aber auch auf solche Systeme, die den Fahrer bei der Informationsaufnahme unterstützen. Und da 90 Prozent der Informationen, die ein Fahrer für ein sicheres Lenken benötigt, über das Licht getragen werden, kommt der Fahrzeugbeleuchtung eine wichtige Rolle zu. Mit der dynamischen Leuchtweiteregelung (LWR) beschäftigt sich Dipl.-Ing. Peter Opgen-Rhein, Doktorand der Mechatronik an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, unter der Leitung von Prof. Dr. Manfred Hiller und Dr. Torsten Bertram. Sie haben die LWR zwar nicht erfunden, sind aber dabei, sie entscheidend zu verbessern.

Leuchtintensive Xenon-Scheinwerfer sind eine Antwort der Industrie, um die Sichtverhältnisse bei Dunkelheit vor dem Fahrzeug zu verbessern. Die dynamische Leuchtweiteregelung ist eine andere, denn durch sie bleibt beim Bremsen und Beschleunigen sowie bei Straßenunebenheiten der Lichtkegel des Scheinwerfers vor dem Fahrzeug konstant. Damit der Fahrer unabhängig von solchen Fahrmanövern sieht, soweit Augen und der Scheinwerfer reichen, und damit der Gegenverkehr nicht geblendet wird, berechnen Sensoren den so genannten Nickwinkel, sprich die Größe, die die Fahrzeugbewegung etwa beim Bremsen beschreibt.


Diese Achsen- oder Ultraschallsensoren, wie sie bei aktuellen LWR-Systemen verwendet werden, sind allerdings teuer und arbeiten nicht immer verlässlich. So bereiten Bodenwellen oder Kopfsteinpflaster Probleme. "Kosten reduzieren und Sensoren optimieren" setzte sich Peter Opgen-Rhein zum Ziel seiner Diplomarbeit und entwickelte in enger Zusammenarbeit mit dem Automobilzulieferer Hella KG Hueck & Co. aus Lippstadt ein alternatives Konzept zur Nickwinkelbestimmung.

Der 27-jährige Mechatronik-Ingenieur verbesserte das kommerzielle, mit zwei Sensoren arbeitende Verfahren um einen Software-Sensor, der auf schon vorhandene Informationen wie Geschwindigkeit oder Raddrehzahlen zugreift. Diese Informationen stehen in modernen Fahrzeugen elektronisch auf dem CAN-Bus zur Verfügung. Weitere Neuerung: Mit dem neuen Verfahren können neben Beschleunigungs- und Bremsvorgängen auch Rückschlüsse auf die Beladung gezogen werden.

Zwar ist die Erprobung des neuen Verfahrens, das unabhängig vom Fahrzeugtyp bei PKW wie LKW funktioniert, noch nicht abgeschlossen. Dass es in absehbarer Zeit serienreif sein wird, daran haben weder die Firma Hella noch die Mechatroniker Zweifel. Vorschusslorbeeren in Form eines Preises gab es auch schon: Der Förderverein für Mechatronik und die Sparkasse Moers haben dem Duisburger Ingenieur kürzlich den mit 2500 Mark dotierten Innovationspreis für Mechatronik verliehen.

Weitere Infos: Dipl.-Ing. Peter Opgen-Rhein, Tel.: 0203/379-1659

Ulrike Bohnsack | idw

Weitere Berichte zu: LWR Mechatronik Scheinwerfer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Wichtige Schritte auf dem Weg zum automatisierten Fahren
29.03.2018 | Universität Bremen

nachricht Es wird noch heller: Innovative Leuchten in der Automobilindustrie
28.03.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics