Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochfrequenzzündanlage für Kraftfahrzeuge

09.11.2006
Prof. Dr.-Ing. Holger Heuermann von der Fachhochschule Aachen entwickelt gemeinsam mit der Firma Beru AG eine Hochfrequenzzündanlage für Kraftfahrzeuge

Einige tausend Mal zündet sie das Kraftstoffgemisch in der Minute. Ohne Zündkerze würde kein Benziner von der Stelle kommen. Genau für dieses Herzstück des Motors entwickelte Prof. Dr.-Ing. Holger Heuermann jetzt gemeinsam mit der Ludwigsburger Beru AG eine neuartige Hochfrequenzzündanlage für Kraftfahrzeuge.

Die Vorteile des neuen Zündsystems liegen insbesondere im geringeren Kraftstoffverbrauch, einer höheren Leistung und weniger Abgasen.

Ganz allgemein ist die Aufgabe der Zündung, das verdichtete Luft-Kraftstoffgemisch zum richtigen Zeitpunkt zu entflammen und so die Verbrennung einzuleiten. Dabei entsteht eine Hochspannung von über 25000 Volt, die an einer Zündkerze eine kurzzeitige Lichtbodenentladung zwischen Elektrode und Masse bewirkt. Bei der Erfindung des Professors am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik erzeugen dagegen elektromagnetische Wellen und nicht wie bisher ein elektrischer Impuls den Zündfunken an der Zündkerze.

Der große Vorteil der Erfindung ist, dass der entflammte Zündbereich viel größer und die Gestaltung des Zündfunkens hinsichtlich Brenndauer und Funkenzahl variabel ist. Damit lassen sich auch inhomogene und magere Gemische leichter entflammen. Nicht zuletzt dadurch verringert sich der Kraftstoffverbrauch und die Abgasemission. Bereits im Februar meldete er deshalb die Idee als Erfindungsmeldung bei Pro-Vendis an. Anschließend forschte Robert Perkuhn mit den vorliegenden Ergebnissen während seiner Diplomarbeit weiter.

"Für mich ist es das große Leuchten", deutet Prof. Heuermann auf die Flamme, die bei einer Mikrowellenleistung von 600 Watt an der Zündkerze erzeugt wird. "Wir haben es geschafft, den Funken auch bei einer Leistung von nur 20 Watt zu generieren", erklärt der Professor den einzigartigen Erfolg der Forschung. Diese geringe Leistung senkt einerseits den Stromverbrauch der Zündanlage im PKW und ermöglicht eine potentiell kostengünstige Umsetzung.

So nutzen die Elektrotechniker für den Bau des Prototypen Transistoren (Halbleiterbauteile), wie sie auch in der Handytechnologie verwendet werden.

Darüber hinaus erlaubt der Sachverhalt, dass die maximale Spannung erst in der Zündkerze erzeugt wird, eine Umsetzung mit preisgünstigeren Materialien. Nur durch diese Ideen ist die grundlegende Entwicklung für ein zukunftsweisendes und alternatives Zündsystem umsetzbar.

"Wir sind zwar nicht die Ersten, die einen Motor mit 600 Watt Mikrowellenleistung zum Laufen bekommen", gibt der Professor zu. Aber das bisher bekannte Konzept von Bosch und der Universität Stuttgart seien in der Produktion einfach viel zu teuer.

Im nächsten Jahr wird die neue Erfindung unter Druck gemessen. Zudem erfolgt zusammen mit der Firma Beru der erste Einbau des Prototypen in den Motor. "Es muss noch viel entwickelt werden, es kommt noch viel Arbeit auf uns zu", freut sich der Professor auf die praktische Anwendung.

Dr. Roger Uhle | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-aachen.de

Weitere Berichte zu: Erfindung Hochfrequenzzündanlage Kraftfahrzeug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Wichtige Schritte auf dem Weg zum automatisierten Fahren
29.03.2018 | Universität Bremen

nachricht Es wird noch heller: Innovative Leuchten in der Automobilindustrie
28.03.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Zukünftige Informationstechnologien: Wärmetransport auf der Nanoskala unter die Lupe genommen

21.08.2018 | Physik Astronomie

Bedeutung des „Ozeanwetters“ für Ökosysteme

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Auf dem Weg zur personalisierten Medizin

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics