Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung zum Vorteil von Autofahrern

13.07.2000


Minikreisel verhindern Staus
Bis das Getriebe kracht - Statistiktests im Autobau

... mehr zu:
»ML-Methode »Mathematik »RUB »RUBIN

RUBIN 1/2000: Forschung zum Vorteil von Autofahrern

Großen Nutzen für Verkehrslenkung und Automobilindustrie versprechen neue Forschungsergebnisse von Bochumer Wissenschaftlern - soeben im neu erschienenen RUBIN - Wissenschaftsmagazin der RUB veröffentlicht: Gegen Staus und verstopfte Straßen sind Minikreisel eine Lösung. Außerdem senken sie die Unfallgefahr. Das ergaben Untersuchungen von Prof. Dr.-Ing. Werner Brilon (Verkehrswesen, Fakultät für Bauingenieurwesen) im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums. Zwei Drittel des Versuchsaufwands und der damit verbundenen Kosten wiederum können Autohersteller bei der Entwicklung von Getrieben sparen. Prof. Dr. Holger Dette (Stochastik, Fakultät für Mathematik) entwickelte dazu ein statistisches Verfahren.

"Minikreisverkehr": erfreut Autofahrer und Anwohner

Nur noch die Hälfte der Unfälle - eine deutliche Sprache für Minikreisverkehre mit einem Durchmesser von nur 13 - 25 Metern und überfahrbarer Mittelinsel. Seit 1997 sind sie in Nordrhein-Westfalen vermehrt anzutreffen: An 18 Plätzen wurden Minikreisel unterschiedlicher Ausführungen und Auslastungen gebaut. Eine Vorher-Nachher-Untersuchung der Bochumer Verkehrswissenschaftler analysierte Geschwindigkeiten, Fahrverhalten, Unfallgeschehen und die Lärmsituation. Die Ergebnisse geben Grund zur Freude. Minikreisel halbieren nicht nur die Unfallrate, sie sind zudem sehr leistungsfähig. Bei einer maximalen Auslastung von 20.000 Kfz/Tag prognostiziert Prof. Brilon, dass sie Staus verhindern und positive Impulse für die Stadtentwicklung geben. Davon wie von niedrigeren Geschwindigkeiten und geringerem Lärm, profitieren auch die Anwohner. Befragt, urteilten 60 Prozent mit "überwiegend gut" bzw. "hervorragend". Die Wissenschaftler warnen aber davor, wegen der geringen Baukosten nur noch auf die Minikreisel zu setzen. Der konventionelle Kreisverkehr mit fester Mittelinsel bleibt die beste Alternative, sobald ein Außendurchmesser von 26 Metern vorhanden ist.

Getriebetest per Statistik

Wer ein Auto kauft, dem ist selten bewußt, wie hoch die Entwicklungskosten der Hersteller sind. Allein ein neues Getriebe verschlingt bis zu 100 Mio. US$ Entwicklungskosten - wegen aufwändiger, notwendiger Testreihen, die sich viele Hersteller im harten Wettbewerb oft finanziell und organisatorisch kaum leisten können. Zwei Drittel dieser Ausgaben einzusparen, hilft den Autobauern die Maximum-Likelihood-Methode (ML-Methode). Das neue statistische Berechnungsverfahren von Mathematikern der RUB bietet breitere Einsatzmöglichkeiten und erlaubt genauere Schätzungen als die bisher übliche lineare Regression.

Erfolgreich bei Ford eingesetzt

Mit der ML-Methode haben die Bochumer Mathematiker ein Standardverfahren der Parameterschätzung erfolgreich für die spezifischen Anforderungen der Automobilentwicklung angewandt. Die Ingenieure können mit der ML-Methode die Lebensdauer des getesteten Elements noch genauer schätzen und dadurch teure Testreihen einsparen. Die breitere Einsatzmöglichkeit des Verfahrens trägt ebenfalls zur Ersparnis von zwei Dritteln des Versuchsaufwands bei. Dieses Ergebnis überzeugt auch in der Praxis. Die Ford Werke haben ihre Getriebetests auf die neue ML-Methode umgestellt. Die entsprechende Software kann für eine Anwendung mit MS Excel VBA bei den Autoren angefordert werden.

Außerdem in RUBIN

Die vollständigen Beiträge lesen Sie bitte in RUBIN 1/2000, wo Sie außerdem folgende Artikel finden: Überleben ohne Amputation; Schlaganfall - schnell und sicher diagnostiziert; Den Genozid überleben: Trauma und Zeugnis, Vergangenheitspolitik - Produktivität der Verdrängung?; Bilder im Recht und Bilder vom Recht, Der "Doppelpass": verfassungswidrig?; RUBIN ist für 5 DM bei der Pressestelle der RUB erhältlich - und im Internet: http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rubin.htm

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Werner Brilon, Fakultät für Bauingenieurwesen der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25936
Prof. Dr. Holger Dette, Lehrstuhl für Stochastik, Fakultät für Mathematik der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-23284, Fax. 0234/32-14559
Dipl.-Math. Christoph I. Kozub, Tel. 0234/25663105

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Josef König |

Weitere Berichte zu: ML-Methode Mathematik RUB RUBIN

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Autonomes Fahren: Das hörende Auto der Zukunft
03.02.2020 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht Innovatives Leichtbaukonzept im Fahrzeugbau für weniger Emissonen
13.12.2019 | Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wiegende Halme auf der Handwerksmesse München

Talente-Sonderschau: Architekturstudenten der HTWK Leipzig zeigen filigrane Skulptur aus Strohhalmen – dahinter steckt eine Konstruktionsidee für organisch gekrümmte Fassaden

Swaying Straws (Wiegende Halme) heißt die Skulptur, die die zwei Architekturstudenten Fabian Eidner und Theodor Reinhardt von der Hochschule für Technik,...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten aktuellen Stand der Anwendung des Maschinenlernens bei Forschung an aktiven Materialien

Verfahren des Maschinenlernens haben durch die Verfügbarkeit von enormen Datenmengen in den vergangenen Jahren einen großen Zuwachs an Anwendungen in vielen Gebieten erfahren: vom Klassifizieren von Objekten, über die Analyse von Zeitreihen bis hin zur Kontrolle von Computerspielen und Fahrzeugen. In einem aktuellen Review in der Zeitschrift „Nature Machine Intelligence“ beleuchten Autoren der Universitäten Leipzig und Göteborg den aktuellen Stand der Anwendung und Anwendungsmöglichkeiten des Maschinenlernens im Bereich der Forschung an aktiven Materialien.

Als aktive Materialien bezeichnet man Systeme, die durch die Umwandlung von Energie angetrieben werden. Bestes Beispiel für aktive Materialien sind biologische...

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hate Speech bis KI: Online-Forscher_innen aus aller Welt treffen sich zur General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2020 | Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Asteroid in eiserner Rüstung

28.02.2020 | Geowissenschaften

Hate Speech bis KI: Online-Forscher_innen aus aller Welt treffen sich zur General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

UV-Licht gegen störenden Unterwasserbewuchs – Innovatives Antifouling-System des IOW jetzt reif für Serienproduktion

28.02.2020 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics