Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Es wird noch heller: Innovative Leuchten in der Automobilindustrie

28.03.2018

Innovativ in Design und Fertigung - TH Nürnberg entwickelt neue Retroreflektoren in Kooperation mit AUDI und Optoflux

Elektrofahrzeuge, Hybridfahrzeuge und Autonomes Fahren – die Branche der Automobilindustrie erlebt seit Jahren im engen Intervall immer neue Innovations-Hypes. Bei allen neuen Entwicklungen blieb der Retroreflektor, der bei allen Fahrzeugen verbaut ist, auf demselben Stand wie vor 20 Jahren.


Neues Design bei Retroreflektoren

Alexander von Hoffmann & Art Beraur

Prof. Dr.-Ing. Alexander von Hoffmann von der TH Nürnberg forscht gemeinsam mit dem Automobilhersteller AUDI und dem Optikspezialisten Optoflux an innovativen Verfahren zur Herstellung der Leuchten. Das Projekt „RETROX“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 144.000 Euro gefördert.

Das hat Potenzial zu einem sehr erfolgreichen Wissens- und Technologietransfer: „Mit unserer gemeinsamen Forschungsarbeit können wir als TH Nürnberg mit Audi und Optoflux den Bereich der Retroreflektoren revolutionieren“, so Prof. Dr.-Ing. Alexander von Hoffmann, Fakultät Elektrotechnik Feinwerktechnik Informationstechnik (efi).

Technische Innovationen in der Automobilindustrie werden immer umfassender und gewinnen an Tempo, sie beherrschen die Branche. Auch im Bereich der Lichttechnik für Kraftfahrzeuge finden sowohl bei der Innen- als auch der Außenbeleuchtung immense Veränderungen statt, innovative Technologie braucht zur Marktpositionierung auch ein starkes Design, um das Publikum passgenau anzusprechen.

Während aktive Leuchten, wie die Scheinwerfer und Rückleuchten, unter anderem durch die Etablierung der LED-Technologien technisch immer weiter optimiert wurden, blieben passive Leuchten, wie der Retroreflektor, in den letzten 20 Jahren gleich.

Prof. Dr.-Ing. Alexander von Hoffmann von der Fakultät der TH Nürnberg hat das Ziel, die Retroreflektoren in dem gemeinsamen Forschungsvorhaben mit dem Automobilhersteller AUDI und dem Nürnberger Unternehmen Optoflux, Hersteller von Präzisionsoptik aus Kunststoff und Silikon, weiter zu entwickeln. Er forscht an einem innovativen Fertigungsverfahren:

„Die Herstellung der Reflektoren erfolgt bislang durch einen kosten- und zeitintensiven Prozess. Dadurch sind Änderungen in der Bauform der Retroreflektoren nur eingeschränkt und aufwendig realisierbar. Die Retroreflektoren benötigen nach dem bisherigen Stand der Technik viel Bauraum und lassen sich nur bedingt in das Designkonzept moderner Heckleuchten integrieren.“

Seit eineinhalb Jahren arbeitet der Nürnberger Wissenschaftler deshalb gemeinsam mit seinen Projektpartnern an dem Projekt „RETROX“. Ausgangspunkt ist der konzeptionelle Ansatz aus dem Projekt „RETROVOS“ aus der Vorlaufforschung 2015 der TH Nürnberg. Im Fokus stand ein Verfahren zur verbesserten Anordnung von Retroreflektoren mit einer - anders als die bisher eingesetzten Verfahren - vollständig computergestützten Prozesskette in der Auslegung und Fertigung. Das aktuelle Kooperationsprojekt „RETROX“ zielt nun darauf ab, diesen Ansatz weiter zu entwickeln und in die Anwendung zu bringen.

Das Forschungsteam führt die Untersuchungen anhand der praktischen Anwendungen in der Automobilindustrie durch. Deshalb wählen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Grundfläche des Retroreflektors eine Geometrie, die repräsentativ für alle bis dahin untersuchten Reflektoren ist. Dadurch kann das Team hinsichtlich der Form und der Abmessungen Rückschlüsse auf das Verhalten tatsächlicher Module in Heckleuchten von Fahrzeugen ziehen.

Das Forschungsteam entwickelt einen Algorithmus, der durch anschauliches Justieren bestimmter Parameter das gewünschte CAD-Modell liefert. Dadurch ist es möglich, während der Entwicklungsphase kurzfristige Änderungen am Modell zu realisieren und so die Forschungsarbeiten zeit- und kostensparend zu realisieren.

Diese CAD-Modelle sind der Ausgangspunkt, um die optische Performance des Retroreflektors zu untersuchen. Die prozessbedingten Schwankungen in der Maßgenauigkeit der sogenannten Tripelspiegel und deren Effekt auf die resultierende Lichtstreuung sind weitere zu analysierende Aspekte.

Dr. Thomas Luce, (CEO) Optoflux: „In dem Kooperationsprojekt mit der TH Nürnberg entwickeln wir neue Fertigungsverfahren und fertigen damit die Bauteile nach den erstellten Daten und Konstruktionen von Prof. Dr.-Ing. Alexander von Hoffmann. Die Kooperation ermöglicht es, die Prozesskette von Retroreflektoren in der Auslegung und Fertigung vollständig computergestützt zu gestalten“.

Friedrich-Uwe Tontsch, Entwicklung Innovationen Licht / Sicht der AUDI AG: „Das Projekt RETROX führt im Ergebnis zu einer optimierten Produktion und einer verbesserten Anordnung der Retroreflektoren sowie einem starken Plus an Designfreiheiten für die Automobilhersteller.“

Das dieser Mitteilung zugrunde liegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 13N14116 gefördert. Die TH Nürnberg erhält eine Zuwendung in Höhe von 144.000 Euro.

Kontakt:
Hochschulkommunikation, Tel. 0911/5880-4101, E-Mail: presse@th-nuernberg.de

Jasmin Bauer | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.th-nuernberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Technik, die stärker ist als Schlaglöcher
15.07.2019 | Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe

nachricht Virtuelle Menschmodelle ergänzen Crashtest-Dummys
02.05.2019 | Fraunhofer-Institut für Kurzzeitmechanik, Ernst-Mach-Institut, EMI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hamburger und Kieler Forschende beobachten spontanes Auftreten von Skyrmionen in atomar dünnen Kobaltfilmen

Seit ihrer experimentellen Entdeckung sind magnetische Skyrmionen – winzige magnetische Knoten – in den Fokus der Forschung gerückt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hamburg und Kiel konnten nun zeigen, dass sich einzelne magnetische Skyrmionen mit einem Durchmesser von nur wenigen Nanometern in magnetischen Metallfilmen auch ohne ein äußeres Magnetfeld stabilisieren lassen. Über ihre Entdeckung berichten sie in der Fachzeitschrift Nature Communications.

Die Existenz magnetischer Skyrmionen als teilchenartige Objekte ist bereits vor 30 Jahren von theoretischen Physikern vorhergesagt worden, konnte aber erst...

Im Focus: Hamburg and Kiel researchers observe spontaneous occurrence of skyrmions in atomically thin cobalt films

Since their experimental discovery, magnetic skyrmions - tiny magnetic knots - have moved into the focus of research. Scientists from Hamburg and Kiel have now been able to show that individual magnetic skyrmions with a diameter of only a few nanometres can be stabilised in magnetic metal films even without an external magnetic field. They report on their discovery in the journal Nature Communications.

The existence of magnetic skyrmions as particle-like objects was predicted 30 years ago by theoretical physicists, but could only be proven experimentally in...

Im Focus: Physicists create world's smallest engine

Theoretical physicists at Trinity College Dublin are among an international collaboration that has built the world's smallest engine - which, as a single calcium ion, is approximately ten billion times smaller than a car engine.

Work performed by Professor John Goold's QuSys group in Trinity's School of Physics describes the science behind this tiny motor.

Im Focus: Die verschränkte Zeit der Quantengravitation

Die Theorien der Quantenmechanik und der Gravitation sind dafür bekannt, trotz der Bemühungen unzähliger PhysikerInnen in den letzten 50 Jahren, miteinander inkompatibel zu sein. Vor kurzem ist es jedoch einem internationalen Forschungsteam von PhysikerInnen der Universität Wien, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie der Universität Queensland (AUS) und dem Stevens Institute of Technology (USA) gelungen, wichtige Bestandteile der beiden Theorien, die den Verlauf der Zeit beschreiben, zu verbinden. Sie fanden heraus, dass die zeitliche Abfolge von Ereignissen echte Quanteneigenschaften aufweisen kann.

Der allgemeinen Relativitätstheorie zufolge verlangsamt die Anwesenheit eines schweren Körpers die Zeit. Das bedeutet, dass eine Uhr in der Nähe eines schweren...

Im Focus: Quantencomputer sollen tragbar werden

Infineon Austria forscht gemeinsam mit der Universität Innsbruck, der ETH Zürich und Interactive Fully Electrical Vehicles SRL an konkreten Fragestellungen zum kommerziellen Einsatz von Quantencomputern. Mit neuen Innovationen im Design und in der Fertigung wollen die Partner aus Hochschulen und Industrie leistbare Bauelemente für Quantencomputer entwickeln.

Ionenfallen haben sich als sehr erfolgreiche Technologie für die Kontrolle und Manipulation von Quantenteilchen erwiesen. Sie bilden heute das Herzstück der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

GAIN 2019: Das größte Netzwerktreffen deutscher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler startet in den USA

22.08.2019 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz auf der MS Wissenschaft

22.08.2019 | Veranstaltungen

Informatik-Tagung vom 26. bis 30. August 2019 in Aachen

21.08.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

5G macht die Produktion smarter

23.08.2019 | Informationstechnologie

Wärmekraftmaschinen in der Mikrowelt

23.08.2019 | Physik Astronomie

Auf dem Prüfstand: Automatisierte Induktionsthermographie zur Oberflächenrissprüfung von Schmiedeteilen

23.08.2019 | Maschinenbau

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics