Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CAD-Konstruktion: Autositze in 3-D

05.10.2004


Virtuelle Bezugsentwicklung und Passformkontrolle


Eine Innovation aus der industriellen Gemeinschaftsforschung auf der Internationalen Messe für Bekleidungsmaschinen (IMB) vom 13. bis 14. Oktober in Köln


Die Innenausstattung eines Autos differenziert nicht nur unterschiedliche Modelle, sondern auch gleiche Modelle können durch individuelle Material- und Designauswahl besser auf ihre Zielgruppe abgestimmt werden. Speziell bei der Entwicklung der Autositze spielen aber nicht nur das gute Aussehen, sondern auch die funktionellen und physiologischen Eigenschaften wie Sitzkomfort und Sitzklima eine große Rolle. Die Hersteller von Autositzen wollen ihre Produkte mit verbesserter Optik, Haptik und erweiterten Gebrauchseigenschaften immer individueller und exklusiver gestalten, ohne dabei die Herstellungskosten wesentlich zu erhöhen. Mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AiF) haben Wissenschaftler der TU Dresden CAD-Modelle zur dreidimensionalen Entwicklung von Autositzen erarbeitet. Dies senkt den derzeit extremen manuellen Aufwand bei der Schnittkonstruktion für die Prototypenentwicklung und verkürzt die Entwicklungszeiten. Gleichzeitig sichert es den ergonomischen und physiologischen Sitzkomfort, ein ansprechendes Design und die mechanische Haltbarkeit.

Mehr als 70 Prozent aller Fahrzeuge werden mit textilem Interieur ausgestattet. Die Entwicklung eines Autositzes beginnt bereits ein bis zwei Jahre vor dem Serienanlauf. Nach jeder Veränderung des Schaumaufbaus werden die Komforteigenschaften überprüft. Dazu ist ein kompletter Bezug zu entwickeln und im Muster zu fertigen. Das ist mit einem enormen manuellen Aufwand bei der Zuschnittgenerierung für die Prototypenentwicklung und mit Materialvariationen oder -veränderungen des Materialaufbaus verbunden.


Wie im allgemeinen Maschinenbau, so setzt sich auch in der Fahrzeugindustrie bei der Entwicklung neuer Bauteile immer mehr eine geschlossene Prozesskette aus

3-D-Modellentwurf, Digitalisierung, Konstruktion, Fertigung und Qualitätskontrolle durch. Momentan arbeitet die Produktentwicklung textiler "Bauteile" nach der traditionellen Methode, die über keine Daten-Verknüpfung zwischen Design und 2-D-Zuschnittgenerierung verfügt. Mit Hilfe dreidimensionaler Datensätze, die durch Datenexport der Automobilindustrie (Designdaten, Daten der Schäume und Metallstrukturen) oder durch Vermessung (3-D-Digitalisierung) gewonnen werden können, soll eine durchgängige Kette zur effektiveren Zuschnittgenerierung entstehen. Dazu werden dreidimensionale Geometriemodelle in ein CAD-System implementiert. Vielfältige Visualisierungsmöglichkeiten erlauben dann in einem frühen Stadium der Produktentwicklung eine Prüfung der Wirkung von Muster und Farbe am Komplettsystem Auto. Notwendige Änderungen können sofort vorgenommen werden. Ausgehend von dem fertigen Entwurf werden dann die zweidimensionalen Zuschnitte berechnet.

Die Forschungsergebnisse werden vom 13. bis 14. Oktober 2004 auf der Internationalen Messe für Bekleidungsmaschinen (IMB) - Forum für Logistik und CAD - in Köln am Stand C 49 vorgestellt.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Hartmut Rödel, Institut f. Textil- und Bekleidungstechnik der TU, Dresden, E-Mail: roedel@itbh6.mw.tu-dresden.de, Tel.: 0351 463-39313

Silvia Behr | idw
Weitere Informationen:
http://www.aif.de

Weitere Berichte zu: Autositze Design Produktentwicklung Prototypenentwicklung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Wichtige Schritte auf dem Weg zum automatisierten Fahren
29.03.2018 | Universität Bremen

nachricht Es wird noch heller: Innovative Leuchten in der Automobilindustrie
28.03.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics