Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Benzin tanken und trotzdem schadstoffarm fahren

06.12.2002


Fraunhofer ISE entwickelt autotherme Benzinreformierung für Brennstoffzellen

... mehr zu:
»Brennstoffzelle »Wasserstoff

Mit dem Ziel, die Reformierung von Benzin zu Wasserstoff als effizient und sinnvoll nachzuweisen, hat das Fraunhofer ISE in Freiburg jetzt ein vierjähriges Projekt erfolgreich abgeschlossen. Gemeinsam mit Industriepartnern haben die Forscher das Verfahren der autothermen Reformierung von schwefelarmem Benzin zur Wasserstofferzeugung soweit optimiert, dass nunmehr die Voraussetzungen geschaffen sind, derartige Reformer für Brennstoffzellen in Fahrzeugen zu testen. Am Projekt beteiligt waren neben dem Fraunhofer ISE die Industriepartner DaimlerChrysler AG (Forschungszentrum Ulm), OMG AG & Co. KG, Precious Metal Group (Hanau), Robert Bosch GmbH, Aral AG sowie das Institut für Chemische Verfahrenstechnik an der Universität Stuttgart.

Der Straßenverkehr nimmt eine Schlüsselrolle in der Diskussion um den von Menschen verursachten Treibhauseffekt ein. Weltweit steigt das Bedürfnis nach Mobilität kontinuierlich an. Die damit verbundenen unerwünschten Umweltbelastungen wie Schadstoff- und CO2- Emissionen dauerhaft zu reduzieren ist eine der großen Aufgaben für die Zukunft. Vor diesem Hintergrund befasst sich die Automobilindustrie mit der Entwicklung von schadstofffreien Fahrzeugantrieben mit Hilfe von Brennstoffzellen auf der Basis von Wasserstoff. Wasserstoff wird heute aus kohlenstoffhaltigen Energieträgern durch Reformierung vor Ort erzeugt. In Frage kommen dafür flüssige Brennstoffe wie Benzin, Diesel, Methanol oder Ethanol. Sie können leicht getankt werden und sind daher auch für Brennstoffzellenautos ein idealer Energieträger.


Der große Vorteil von Benzin und Diesel ist die mit dem Tankstellennetz bereits eingerichtete Infrastruktur. Die Freiburger Forscher haben herausgefunden, dass sich schwefelfreies Benzin, wie es ab 2003 auf den Markt kommen soll, besonders gut für die autotherme Reformierung eignet. Bei der autothermen Reformierung wird ein Gemisch aus Wasserdampf, Luft und Benzin mit Hilfe eines Katalysators in ein wasserstoffreiches Gasgemisch umgewandelt. Die für die Reformierung benötigte Energie wird dadurch geliefert, dass ein Teil des dem Reaktor zugeführten Benzins verbrannt wird. Im Unterschied zum Verbrennungsmotor entstehen bei einem Brennstoffzellenfahrzeug mit Benzinreformer keine Abgase mit CO- und NOx-Anteilen. Im Rahmen des genannten Projektes wurde das Verfahren soweit optimiert, dass die Reformierung mit einem Wirkungsgrad von rund 80 % erfolgt. Damit ergibt sich insgesamt eine höhere Energieausnutzung des eingesetzten Kraftstoffes. Die Errichtung eines Teststandes für autotherme Benzinreformierung sowie die Optimierung der Baugröße des Reaktors für den Einbau in einen PKW und die Erzielung eines ausreichend schnellen Kaltstartverhaltens standen im Mittelpunkt der Entwicklungsarbeiten am Fraunhofer ISE. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF förderte das Projekt im Rahmen einer breit angelegten Unterstützung für die Protonenaustauschmembran-Brennstoffzellen- Technik für mobile Anwendungen – kurz PEMTECH.

Ansprechpartner:

Projektleiter Dr. Peter Hübner
Fraunhofer ISE
Heidenhofstraße 2
79110 Freiburg
Tel. +49 (0)761-4588–5210
Fax +49 (0)761-4588–9210
E-Mail: peter.huebner@ise.fhg.de

Presse und Public Relations
Karin Schneider
Tel.: +49 (0)761-4588-5150
Fax: +49 (0)761-4588-9342
E-Mail: info@ise.fhg.de

Dr. Peter Hübner | Fraunhofer ISE
Weitere Informationen:
http://www.ise.fhg.de

Weitere Berichte zu: Brennstoffzelle Wasserstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Wichtige Schritte auf dem Weg zum automatisierten Fahren
29.03.2018 | Universität Bremen

nachricht Es wird noch heller: Innovative Leuchten in der Automobilindustrie
28.03.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics