Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arbeitet mein Chip im Auto korrekt? Testen sichert die Qualität

02.08.2006
Mechanik raus, Elektronik rein: Autos werden heute immer mehr mit Chips ausgestattet. Bereits 40 Prozent der Kosten bei der Automobilproduktion entfallen auf die Elektronik.

Nahezu die Hälfte macht dabei der Bereich Schaltkreis- und Systementwurf aus. Das Problem der Funktionssicherheit elektronischer Komponenten erhält damit einen immer bedeutenderen Stellenwert.

Jede elektronische Komponente muss ausreichend getestet werden, bevor sie zum Einsatz kommt. Die Arbeitsgruppe Rechnerarchitektur unter der Leitung von Professor Rolf Drechsler im Fachbereich Mathematik / Informatik der Universität Bremen entwickelt neue Verfahren, um das Testen von Schaltungen und Systemen zu verbessern. In den kommenden drei Jahren werden die Bremer Informatiker Projekte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bearbeiten.

Im Rahmen des durch das BMBF geförderten Projektes "Neue Methoden für den Massiv-Parallel-Test im Hochvolumen, Yield Learning und beste Testqualität (MAYA)" werden in den Jahren 2006 bis 2009 neue Testverfahren entwickelt, die die Anzahl der korrekten Chips erhöhen soll, indem im Vorfeld die Testqualität gesteigert wird. Die Bremer Arbeitsgruppe ist hierbei ein Unterauftragsnehmer der Philips Semiconductors GmbH, Hamburg. Weiterhin ist als Technologiepartner Infineon Technologies AG beteiligt. Darüber hinaus wird die Arbeitsgruppe um Professor Drechsler im Bereich der Testmustergenerierung durch die DFG unterstützt. Das für zwei Jahre genehmigte Projekt "Effiziente Erfüllbarkeitsalgorithmen für die Generierung von Testmustern" untersucht die effiziente Berechnung auf Basis formaler Beweismethoden. Die eingeworbenen Drittmittel aus beiden Projekten belaufen sich auf etwa 500.000 Euro

... mehr zu:
»BMBF »Elektronik »Komplexität »Schaltung

Die Komplexität integrierter Schaltungen hat seit den 70er Jahren stetig zugenommen, da sich die Anzahl der Komponenten pro Schaltkreis alle 18 Monate verdoppelte. Moderne Prozessoren werden aus bis zu einer Milliarde Komponenten zusammengesetzt. Der technologische Fortschritte lässt erwarten, dass dieses Wachstum auch mindestens noch weitere zehn Jahre anhält. Daher ist es notwendig, auch die Entwurfswerkzeuge, die den Entwickler unterstützen, kontinuierlich weiter zu verbessern. Dies ist umso wichtiger, weil Schaltungen immer häufiger in sicherheitskritischen Systemen verwendet werden wie in medizinischen Apparaturen oder in der Automobilindustrie. Dort bezeichnet man den Einsatz elektronischer Komponenten etwa bei der Steuerung und den Bremsen häufig als ,,X-by-wire'', um zu unterstreichen, dass im Gegensatz zur mechanischen Realisierung hier ,,Drähte'' zum Einsatz kommen. Diese Neuerungen sind vor dem Hintergrund steigender Komplexität, hoher Qualitätsstandards, sinkender Entwicklungszeiten und steigendem Kostendruck zu sehen. Durch Testverfahren, wie sie die Bremer Wissenschaftler entwickeln, wird sicher gestellt, dass Schaltungen nach der Fertigung nicht durch Mängel im Produktionsprozess fehlerhaft sind - und so den Kunden verärgern.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
FB 3 Mathematik und Informatik
AG Rechnerarchitektur
Prof. Dr. Rolf Drechsler
Tel.: 0421-218 7389 oder 7390 (Sekretariat)
E-Mail: drechsle@informatik.uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Berichte zu: BMBF Elektronik Komplexität Schaltung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Wichtige Schritte auf dem Weg zum automatisierten Fahren
29.03.2018 | Universität Bremen

nachricht Es wird noch heller: Innovative Leuchten in der Automobilindustrie
28.03.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics