Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alles im Fluss: Logistik für die Automobilindustrie

13.10.2004


ForLog entwickelt effektive Konzepte für Hersteller und Zulieferer


Bereits den vierten Forschungsverbund fördert die Bayerische Forschungsstiftung in diesem Jahr: Der Neue heißt "Supra-adaptive Logistiksysteme" (ForLog) und erhält in den nächsten drei Jahren 1,8 Mio. Euro Förderung.

Sprecher von ForLog ist Prof. Dr.-Ing. Willibald A. Günthner, der den Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik der TU München leitet. Das Thema ist insbesondere auch für die Wirtschaft interessant, die sich neben der eigenen Forschungsarbeit ebenfalls mit rund 2,2 Mio. Euro beteiligt. Ziel des Verbundes ist es, das Logistiknetzwerk der gesamten Automobilindustrie einschließlich Zulieferer und Dienstleister zu untersuchen und ein Konzept zu entwickeln, das den Material- und Informationsfluss in diesem weit verzweigten Netz wandlungs- und anpassungsfähig macht. Anschließend soll es sich in anderen Branchen wie der Luft- und Raumfahrt bewähren.


Immerhin sind in Bayern 15% aller Arbeitnehmer bei Automobilherstellern oder ihren Zulieferern beschäftigt, die ein Viertel der bayerischen Wirtschaft umsetzen. Die Automobilindustrie stellt außerdem 35% des bayerischen Exportvolumens. Dahinter steht eine ganze Kette von zunehmender Wertschöpfung, denn drei Viertel jedes Autos produzieren Zulieferer und deren Lieferanten. Diese Kette genau zu untersuchen haben sich die Wissenschaftler von ForLog zum Ziel gesetzt.

Günthner erläutert die Ziele von ForLog näher: "Dabei steht nicht nur der rein physische Transport zunehmend "wertvoller" Güter im Vordergrund, sondern auch organisatorische Gesichtspunkte bis hin zum Transport der entsprechenden Fachkenntnis." Bevor ein Einzelteil oder Modul das Automobilwerk erreicht, hat es schon viele Veredelungsstufen durchlaufen, ist damit aber auch sehr komplex und schwieriger handhabbar geworden. Produktspezifisches Wissen ist eventuell unterwegs bereits "verloren" gegangen oder geht - finanziell gesehen - überwiegend zu Lasten desjenigen Partners, der sein Produkt mit den benötigten Informationen ausstattet, von denen jedoch hauptsächlich der Abnehmer profitiert. Ein Teilprojekt des Verbundes widmet sich also der Frage, wie solche Aufwand-Nutzen-Kosten gerecht verteilt und wie das Wissen mit dem Produkt transportiert werden kann.

Stagnierende Absatzzahlen oder boomende Auslandsverkäufe: Flexibilität ist hier der zentrale Begriff. Wie müssen Netzwerke beschaffen sein, damit sie schnell auf veränderte Produktionszahlen reagieren können? Auch dies eine Frage, der im neuen Forschungsverbund Betriebswirtschaftler, Wirtschaftsinformatiker, Maschinenbauer und Psychologen gemeinsam nachgehen. Beteiligt sind die Universitäten in Erlangen-Nürnberg, Regensburg und die TU München.

Kontakt:
Dipl.-Ing. Julia Boppert
Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik
Technische Universität München
Boltzmannstr. 15
85748 Garching
Tel (089) 2 89-1 59 14
Fax (089) 2 89-1 59 22
E-mail boppert@fml.mw.tum.de

Christine Kortenbruck | idw
Weitere Informationen:
http://www.abayfor.de/forlog
http://www.abayfor.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Wichtige Schritte auf dem Weg zum automatisierten Fahren
29.03.2018 | Universität Bremen

nachricht Es wird noch heller: Innovative Leuchten in der Automobilindustrie
28.03.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics