Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Smart Building: Weniger Energieverbrauch, mehr Komfort

20.02.2019

Smarte Gebäudetechnik ermöglicht einen effizienten Umgang mit Ressourcen und erhöht den Wohnkomfort. Die Technologiestiftung stellt jetzt eine Publikation vor, die über die neuen Möglichkeiten informiert und aktuelle Beispiele aus Berlin präsentiert.

Nicolas Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Technologiestiftung Berlin: „Eine Heizung, die Solarenergie vom Dach nutzt, wenn die Sonne scheint, der Wartung bei Verschleiß eine Mail schreibt und die Raumtemperatur automatisch danach reguliert, wie viele Menschen im Raum sind: Das Haus von morgen steuert sich selbst.


Studie steht kostenfrei zum Download zur Verfügung.

Es empfängt Daten aus der Umgebung und gibt auch Betriebsdaten weiter. So entsteht ein effizienter und nachhaltiger Kreislauf. Smart Building ist ein typisches Beispiel für die Chancen, die die Digitalisierung bietet.“

Christian Rickerts, Staatssekretär bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „Berlin ist eindeutig die Hauptstadt für Smart Building in Deutschland. Hier sind 114 Unternehmen und damit 42 Prozent aller in diesem Bereich aktiven Unternehmen angesiedelt.

Die Studie zeigt, was intelligente Nutzung von Gebäudedaten schon heute möglich macht: Neben der effizienteren Bewirtschaftung der Gebäude kann bereits der Bauprozess digital gesteuert oder auch die Wartung der laufenden Anlagen zentral gemanagt werden. Mit ihren Innovationen leisten die Unternehmen einen wichtigen Beitrag, um die energieintensive Immobilienbranche nachhaltiger zu gestalten. Sie zeigen, welche wirtschaftlichen Potentiale in der Energiewende stecken.“

Rund 40 Prozent der Primärenergie, die wir verbrauchen, fließt in die Gebäudebewirtschaftung und wird vor allem beim Heizen verbraucht. In den letzten Jahren hat man sich deshalb darauf konzentriert, Gebäude so gut wie möglich zu dämmen.

Dabei könnten sich nach Expertenmeinung rund 30 Prozent der Heizkosten alleine durch eine Optimierung des laufenden Betriebs einsparen lassen. Durch eine Digitalisierung der Heizungsanlagen kämen noch mal zwischen 14 und 26 Prozent Einsparpotenzial hinzu.

Smarte Gebäude können den Energieverbrauch sehr differenziert steuern, weil zeitnah alle relevanten Daten über Zähler und Fühler erfasst und umrechnet werden, zudem auch unregelmäßig vor Ort zur Verfügung stehende Wind- und Sonnenenergie einbezogen werden kann. Die digitale Erfassung und Verarbeitung der Betriebsdaten in Echtzeit ermöglichen auch andere Funktionen wie die effiziente Instandhaltung oder zusätzliche Informationsdienste. So kann das System über App melden, wenn die Fahrstühle ausfallen oder ähnliches.

Nicht einmal jedes fünfte Gebäude in Deutschland ist heute auf dem aktuellen technischen Stand. Dabei ist die Digitalisierung der Wasser-, Wärme- und Stromkreisläufe selbst in bereits bestehenden Gebäuden möglich, wenn ein entsprechendes Konzept vorliegt. Prozesse wie Pflege und Wartung sollten hierfür von Anfang an mitgeplant werden. Bei Neubauten sollte schon die Planung die Möglichkeiten der Digitalisierung einbeziehen.

Während in der Öffentlichkeit vor allem das Thema Datensicherheit diskutiert wird, das sich über geschlossene Netze gewährleisten lässt, ergeben sich Herausforderungen für die weitere Entwicklung vor allem daraus, dass bisher technische Standards fehlen.

Die Datenübertragung und -verarbeitung erfolgt zurzeit von Gerät zu Gerät variierend in der Cloud oder auf von den jeweiligen Herstellern unterhaltenen Plattformen. Solche Insellösungen stehen der sinnvollerweise engen Vernetzung aller Energiekreisläufe des Gebäudes im Weg. Schnittstellen und offene Standards fehlen noch und werden dringend benötigt.

Die Studie „Smarte Buildings im Internet der Dinge. Die digitale Zukunft von Gebäuden“ wird von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe und der Investitionsbank Berlin aus den Mitteln des Landes Berlin gefördert.

Originalpublikation:

Die Studie steht unter www.technologiestiftung-berlin.de/smart-building kostenfrei zum Download zur Verfügung. Dort bieten wir außerdem die Infografik „Smart Building am Beispiel Raumtemperatur“ zum kostenfreien Download an.

Anne-Caroline Erbstößer,der Autorin der Studie, kann man auf Twitter unter https://twitter.com/erbst_caro folgen.

Weitere Informationen:

http://www.technologiestiftung-berlin.de/smart-building

Frauke Nippel | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht »Switch2Save«: Intelligente Fenster und Glasfassaden durch neuartige Schaltungstechnik
15.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

nachricht Strategien für eine nachhaltige Urbanisierung. Auftakt für Internationales Forschungsprojekt „EAST-CITIES“
04.10.2019 | Technische Universität Braunschweig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wenn der Mensch auf Künstliche Intelligenz trifft

17.10.2019 | Veranstaltungen

Verletzungen des Sprunggelenks immer ärztlich abklären lassen

16.10.2019 | Veranstaltungen

Digitalisierung trifft Energiewende

15.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Dehnbare Elektronik: Neues Verfahren vereinfacht Herstellung funktionaler Prototypen

17.10.2019 | Materialwissenschaften

Lumineszierende Gläser als Basis neuer Leuchtstoffe zur Optimierung von LED

17.10.2019 | Physik Astronomie

Dank Hochfrequenz wird Kommunikation ins All möglich

17.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics