Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Sandwich-Wand“ aus Ultrahochleistungs- und Schaumbeton: Beständig, wärmedämmend, recyclebar

14.05.2019

Wissenschaftler der Universität Kassel haben in Kooperation mit Prof. Dr.-Ing. Armin Just von der Bochumer EBZ Business School und Industriepartnern ein neuartiges, multifunktionelles Fertigbauteil entwickelt, das den Bau und die Nutzung von Gebäuden wirtschaftlicher und ihren Rückbau umweltfreundlicher macht. Diese „Sandwich-Wand“ aus Ultrahochleistungs-Beton und mineralischem Schaumbeton ist im Vergleich zu konventionellen Fertig-Wandelementen dauerhafter, dämmt besser und ist vollständig recyclebar.

Die Entwicklung setzt rein auf mineralische Stoffe: Zwei Schichten Ultrahochleistungs-Beton (UHPC) umgeben einen wärmedämmenden und lastabtragenden Kern aus chemisch aufgetriebenem und lufthärtendem Schaumbeton.


Ansicht des Demonstrators auf dem Campus der Uni Kassel.

Foto: Uni Kassel


Ansicht und Schema der Wand.

Foto: Uni Kassel

Der UHPC wird gegen den Schaumbetonkörper betoniert, wodurch ein guter Verbund und somit ein hoher Widerstand gegen einwirkende Lasten resultiert. Bei einem möglichen späteren Rückbau sind die Schichten dennoch leicht trennbar und einfach zu recyclen – ganz anders als konventionelle Wandelemente, in denen verschiedene mineralische und organische Baustoffe durch Klebstoff verbunden sind.

Um eine möglichst hohe Festigkeit bei gleichzeitig guter Wärmedämmung zu erreichen, optimierten die Wissenschaftler die Porenverteilung und -struktur des Schaumbetons; eine zusätzliche Zugabe von Leichtzuschlägen, wie sie in Konstruktionsleichtbetonen eingesetzt werden, wurde ebenfalls in den Untersuchungen berücksichtigt.

Der lufterhärtende Schaumbeton hat die Vorteile, dass er in jede beliebige Form eingebracht werden kann, somit ortsunabhängig herstellbar ist, dort aufschäumt und keine energieintensive „Autoklavierung“, also ein Erhärten bei hohem Druck und Temperatur benötigt.

„Unser Wandelement ist kostengünstig herstellbar und zeichnet sich durch sehr geringe Instandsetzungskosten und eine lange Nutzungsdauer aus“, bemerken die Wissenschaftler Prof. Dr. Bernhard Middendorf und Dr. Alexander Wezel vom Fachgebiet Werkstoffe des Bauwesens und Bauchemie der Universität Kassel.

„Es hat hervorragende Wärmedämm-Eigenschaften und leistet in Kombination mit der vollständigen Recyclebarkeit einen deutlichen Beitrag zum Umweltschutz.“

Die multifunktionalen Sandwich-Elemente sind für das modulare Bauen mit Fertigbauteilen prädestiniert. Die Kasseler Wissenschaftler, zu denen auch das Team von Prof. Dr.-Ing. Ekkehard Fehling vom Fachgebiet Massivbau zählt, favorisieren den Einsatz zur Errichtung von Industriehallen und großen Wohnanlagen, aber auch zur Aufstockung von Bestandsgebäuden.

Sie haben bereits Kontakte zur Industrie aufgebaut, um die Entwicklung zur Serienreife zu bringen. Ein Prototyp-Bau mit den Sandwich-Elementen in Form eines Pavillons ist für Langzeitmessungen auf dem Campus der Universität Kassel am Holländischen Platz errichtet worden.

Kontakt:
Prof. Dr. Bernhard Middendorf
Fachgebiet Werkstoffe des Bauwesens und Bauchemie
Tel.: 49 561 804-2602
E-Mail: middendorf@uni-kassel.de

Sebastian Mense
Universität Kassel
Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 561 804-1961
E-Mail: presse@uni-kassel.de
www.uni-kassel.de

Weitere Informationen:

http://www.uni-kassel.de

Sebastian Mense | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Aufstockung Bauchemie Festigkeit Klebstoff Nutzungsdauer Rückbau Schaumbeton Werkstoffe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen
21.02.2020 | Hochschule München

nachricht Bestäubung funktioniert in Städten besser als auf dem Land
29.01.2020 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelles Schalten eines optischen Bits: Gewinn für die Informationsverarbeitung

Wissenschaftler der Universität Paderborn und der TU Dortmund veröffentlichen Ergebnisse in Nature Communications

Computer speichern Informationen in Form eines Binärcodes, einer Reihe aus Einsen und Nullen – sogenannten Bits. In der Praxis werden dafür komplexe...

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Globale Datenbank für Karstquellenabflüsse

21.02.2020 | Geowissenschaften

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen

21.02.2020 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics