Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Investitionsanreize für ökologisches Bauen - Nachhaltige Immobilieninvestments

06.10.2008
Beim Stichwort nachhaltige Immobilien konzentrieren sich die Forschungen bisher auf planerische, architektonische oder bautechnische Lösungsansätze, etwa im Bereich der Städteplanung, der Energieeffizienz oder der Gebäudebewirtschaftung.

Finanzwirtschaftliche Fragen dagegen blieben weitgehend unbeachtet. Im Gegensatz hierzu hat das vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung geförderte Gemeinschaftsprojekt "ImmoInvest - Grundlagen nachhaltiger Immobilieninvestments" nachhaltige Immobilieninvestitionen im Blick und fragt, wie eine Kapitalanlage für solche Objekte strukturiert sein sollte.

Bearbeitet wird das Projekt unter der Leitung des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Finanzwirtschaft der Universität Stuttgart in Kooperation mit der Wirtschaft. Weitere Projektpartner sind die WestLB, der Lehrstuhl Ökonomie und Ökologie des Wohnungsbaus der Universität Karlsruhe (TH), die IW Consult GmbH und die rfu Unternehmensberatung.

Während das Thema Nachhaltigkeit in der Bauplanung und in der Bautechnik bereits verankert ist und nicht-finanzielle Anlagekriterien aus den Bereichen Ökologie, Soziales und Unternehmensführung inzwischen auch bei vielen Kapitalanlageformen Berücksichtigung finden, spielen nachhaltige Immobilieninvestitionen in Deutschland noch keine Rolle.

Dabei wären entsprechende Aktien- oder Anleiheportfolios grundsätzlich geeignet, zusätzliche Kapitalgeber zur Investition in Immobilien zu veranlassen. Die Bauwirtschaft könnte dadurch Wachstumsimpulse erhalten, die auch zu Qualitätsverbesserungen und Innovationen (zum Beispiel im Bereich der Energiereduktion) bei neuen Gebäuden führen würden, was letztendlich auch dem Klimaschutz zugute käme.

Dass die Finanzmarktakteure bislang keinen ausreichenden Anreiz zur Investition haben, liegt nicht zuletzt an einem Mangel an zuverlässigen Kriterien zur Ermittlung nachhaltiger Immobilien. An diesem Punkt setzt das Forschungsvorhaben an. Die Wissenschaftler untersuchen zunächst die Zusammenhänge von Nachhaltigkeit und den mit Immobilien verbundenen Risiken und Chancen und integrieren existierende Bewertungskriterien zur Ermittlung nachhaltiger Immobilieninvestments. Auf der Basis dieser Analysen konzipieren sie eine geeignete Kapitalanlageform und bereiten die Auflegung von Finanzprodukten vor, die eine Nachfrage für nachhaltige Immobilieninvestments erzeugen sollen.

Als Ergebnis der Untersuchungen empfehlen die Projektteilnehmer die Konzeption eines offenen Immobilieninvestmentfonds für institutionelle Investoren. Der Vorteil eines solchen Portfolios liegt in seiner Flexibilität, weil das Portfolio jederzeit umgeschichtet werden kann und die Fondsanteile relativ leicht zurückgegeben werden können. Den Aufbau des Fonds und seine Bewertungskriterien stellten die Wissenschaftler zum Projektabschluss dem Fachpublikum vor. Bei den Kapitalanlagegesellschaften in Deutschland stießen die Forschungsergebnisse auf großes Interesse und sollen angepasst an konzerninterne Vorgaben in naher Zukunft verwirklicht werden.

Ansprechpartner: Prof. Henry Schäfer, Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Finanzwirtschaft,

Tel. 0711/685-86000, e-mail: h.schaefer@bwi.uni-stuttgart.de

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de/
http://www.uni-stuttgart.de/presse/mediendienst/5/
http://www.bwi.uni-stuttgart.de/fileadmin/abt3/Abschlussbericht.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht VDI sieht urbane Produktion und Logistik als integrale Teile der Stadt der Zukunft
19.07.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Ein Haus wird zum Internetstar
17.07.2018 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics