Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Holz als Baumaterial für Brücken - eine Frage der Überzeugung, aber auch der Verantwortung

27.05.2016

Ein Forscher-Team der Fachhochschule Erfurt beschäftigt sich ab sofort mit der Erarbeitung technischer Richtlinien für den Entwurf und Bau sowie für die Überwachung und Prüfung von Holzbrücken.
Finanziell gefördert wird das bis Oktober 2018 laufende Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit etwa 315.000 Euro aus der Förderlinie „FHprofUnt“ des Programms „Forschung an Fachhochschulen“.

Ein Forscher-Team der Fachrichtung Bauingenieurwesen der Fachhochschule Erfurt um Professorin Dr. Antje Simon beschäftigt sich ab sofort mit der Erarbeitung technischer Richtlinien für den Entwurf und Bau sowie für die Überwachung und Prüfung von Holzbrücken.


Die geschützte Holzbrücke über die Agger in Höngesberg (Nordrhein-Westfalen).

Prof. Dr. Antje Simon

Damit Holzbrücken eine lange Lebensdauer erreichen und keine Wettbewerbsnachteile im Vergleich zu Brücken aus Beton und Stahl entstehen, müssen sie konstruktiv gut geschützt und richtig geplant sein. Auch muss ihr Bau sorgfältig ausgeführt werden. Dafür werden Regelwerke benötigt, die den aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik abbilden. Solche umfangreichen technischen Richtlinien fehlen bisher für Holzbrücken.

Die Forscher um Antje Simon erarbeiten nun ein Kompendium technischer Richtlinien, welches die für den Entwurf, für die Baudurchführung sowie für den Erhalt geschützter Holzbrücken notwendigen Regelungen berücksichtigt.
Auf der Basis von Holzfeuchtemonitorings an ausgewählten Brücken wollen sie Erkenntnisse über die Holzfeuchteentwicklung und die Dauerhaftigkeit dieser Bauwerke ableiten.

„Alle Projektbeteiligten erwarten eine spürbare Erhöhung des Marktanteils für Holzbrücken.“, so Professor Dr. Simon. „Wir erhoffen uns, dass ästhetische, gut geschützte und dauerhafte Holzbrücken in den kommenden Jahren wieder verstärkt das Landschaftsbild prägen. Holz als Baumaterial für Brücken zu verwenden, ist eine Frage der Überzeugung – aber auch der Verantwortung.“

Das Projekt führen die Forscher der Fachhochschule Erfurt unter fachlicher Begleitung der Experten aus den planenden Ingenieurbüros und den ausführenden Firmen der Qualitätsgemeinschaft Holzbrückenbau durch.

Finanziell gefördert wird das bis Oktober 2018 laufende Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit etwa 315.000 Euro aus der Förderlinie „FHprofUnt“ des Programms „Forschung an Fachhochschulen“. Einen weiteren finanziellen Beitrag leisten Firmen der Qualitätsgemeinschaft Holzbrückenbau sowie das Ingenieurbüro Setzpfandt.

Hintergrund:
Holz zählt zu den ältesten Baustoffen der Menschheitsgeschichte. Jahrhunderte alte Holzbrücken dokumentieren das Potential des natürlichen Baustoffes und zeugen von regionaler Wertschöpfung. Im Zuge der industriellen Revolution verdrängten jedoch Beton und Stahl den Baustoff Holz.

Dabei verfügt Deutschland über die größten Holzvorräte in Europa. Mit nachhaltiger Waldbewirtschaftung steht Holz als einziger nachwachsender Rohstoff auch künftig in ausreichenden Mengen als Baustoff zur Verfügung. Durch die aktuelle Nachhaltigkeitsdebatte erfährt das Bauen mit Holz außerdem eine neue öffentliche Wertschätzung.

Für die Planung und den Bau von Brücken aus Beton und Stahl stehen in Deutschland umfangreiche technische Richtlinien zur Verfügung. Für Holzbrücken fehlen sie. Aktuell werden standardisierbare Lösungen und Details für jedes Projekt neu entwickelt, die Gefahr gravierender Planungs- und Ausführungsfehler ist sehr groß. Ingenieurbüros und Baufirmen können durch den erhöhten Aufwand keine wirtschaftlichen Ergebnisse erzielen.

Die nun zu entwickelnden Richtlinien lehnen sich an die für die anderen Baustoffe anerkannten und eingeführten Regelwerke an, um eine spätere Anwendung in der Praxis zu erleichtern.

Luise Puffert | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.fh-erfurt.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Strategien für eine nachhaltige Urbanisierung. Auftakt für Internationales Forschungsprojekt „EAST-CITIES“
04.10.2019 | Technische Universität Braunschweig

nachricht Switch2Save: Intelligente Fenster und Glasfassaden für hocheffizientes Energiemanagement mit neuen Schalttechnologien
04.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Wie kommt es, dass manche Neutronensterne zu den stärksten Magneten im Universum werden? Eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Entstehung dieser sogenannten Magnetare hat ein deutsch-britisches Team von Astrophysikern gefunden. Die Forscher aus Heidelberg, Garching und Oxford konnten mit umfangreichen Computersimulationen nachvollziehen, wie sich bei der Verschmelzung von zwei Sternen starke Magnetfelder bilden. Explodieren solche Sterne in einer Supernova, könnten daraus Magnetare entstehen.

Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Im Focus: How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

How do some neutron stars become the strongest magnets in the Universe? A German-British team of astrophysicists has found a possible answer to the question of how these so-called magnetars form. Researchers from Heidelberg, Garching, and Oxford used large computer simulations to demonstrate how the merger of two stars creates strong magnetic fields. If such stars explode in supernovae, magnetars could result.

How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

Im Focus: Wenn die Erde flüssig wäre

Eine heisse, geschmolzene Erde wäre etwa 5% grösser als ihr festes Gegenstück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von Forschenden der Universität Bern. Der Unterschied zwischen geschmolzenen und festen Gesteinsplaneten ist wichtig bei die Suche nach erdähnlichen Welten jenseits unseres Sonnensystems und für das Verständnis unserer eigenen Erde.

Gesteinsplaneten so gross wie die Erde sind für kosmische Massstäbe klein. Deshalb ist es ungemein schwierig, sie mit Teleskopen zu entdecken und zu...

Im Focus: Liquifying a rocky exoplanet

A hot, molten Earth would be around 5% larger than its solid counterpart. This is the result of a study led by researchers at the University of Bern. The difference between molten and solid rocky planets is important for the search of Earth-like worlds beyond our Solar System and the understanding of Earth itself.

Rocky exoplanets that are around Earth-size are comparatively small, which makes them incredibly difficult to detect and characterise using telescopes. What...

Im Focus: 10-fach schnellere Superauflösungsmikroskopie

  • DNA-PAINT nutzt DNA-basierte Sonden um kleinste zelluläre Strukturen sichtbar zu machen
  • Bislang war die Technik durch vergleichsweise langsame Bildaufnahme limitiert
  • Optimiertes DNA-Sequenzdesign erlaubt es, nun Ergebnisse 10-fach schneller zu erhalten und ebnet den Weg zu Hochdurchsatzstudien mit biomedizinischer Relevanz

Fortschritte in der Fluoreszenzmikroskopie ermöglichen es, biologische Prozesse unterhalb der klassischen Beugungsgrenze des Lichtes sichtbar zu machen. Eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Bildung.Regional.Digital: Tagung bietet Rüstzeug für den digitalen Unterricht von heute und morgen

10.10.2019 | Veranstaltungen

Zukunft Bau Kongress 2019 „JETZT! Bauen im Wandel“

10.10.2019 | Veranstaltungen

Aktuelle Trends an den Finanzmärkten im Schnelldurchlauf

09.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Enhanced Connectivity for Smart Production

10.10.2019 | Unternehmensmeldung

Die Friedhelm Loh Group übernimmt das Start-Up IoTOS aus Limburg

10.10.2019 | Unternehmensmeldung

TU Ilmenau nimmt deutschlandweit einzigartigen Echtzeit-Simulator für Energiesysteme in Betrieb

10.10.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics