Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dichten und Denken

07.05.2002


Der neuartige Dichtschlauch wird spiralig um das Rohr gewickelt. Mit Wasser quillt das darin enthaltene Polymergranulat auf und stemmt sich nach dem Einbau gegen das Mauerloch.
© Fraunhofer UMSICHT


»Schaffe, schaffe Häusle baue« - diesem Leitspruch folgen nicht nur die Schwaben. Da ein Hausbau mit enormen Kosten verbunden ist, spart so Mancher am falschen Ende. Die Folgen treten oft erst nach einigen Jahren zutage und strafen Hauseigentümer mit kostspieligen Sanierungen. Besonders häufig werden Hausanschlüsse an die Netzleitungen der kommunalen Versorgung für Gas, Wasser, elektrischen Strom, Fernwärme oder Telekommunikation undicht. Grund- oder Sickerwasser sucht sich den Weg des geringsten Widerstands, dringt ein und besonders im Kellerbereich heißt es dann »Land unter«.

Dieses Ärgernis rief Holger Wack und Philipp Klose auf den Plan. Die beiden Ingenieure vom Arbeitsbereich »Spezialpolymere« des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT fanden eine ebenso simple wie kostengünstige Lösung: »Zuhilfe kamen uns dabei kleine Quellgeister«, wie Wack sein tägliches Handwerkszeug gerne scherzhaft nennt: quellfähige Polyacrylatgranulate. »Das Prinzip der Dichtwirkung ist denkbar einfach«, ergänzt Klose seinen Kollegen. »Diese zunächst pulverförmigen Stoffe saugen sich bei Kontakt mit Wasser wie ein Schwamm voll, vergrößern ihr Volumen und blocken so nachfolgendes Wasser ab.«

»Auf die Idee, mit quellfähigen Kunststoffgranulaten Rohre oder Kabel zu dichten, ist vor uns noch niemand gekommen«, freuen sich die beiden Erfinder. Zur einfacheren Handhabung füllen sie das Polymergranulat in einen porösen und flexiblen Schlauch von typischerweise zwei Zentimetern Durchmesser. Dieser wird als Dichtband spiralig um das Rohr gewickelt. Nach dem Einbau verstopft er die Mauerlücke zum Rohr. Von beiden Seiten mit einem Expansionsharz eingekapselt, ist der Schlauch nun fest und dauerhaft im Mauerwerk fixiert.

Der intelligente Dichtschlauch ist nicht nur schnell und einfach anwendbar. Im Gegensatz zu anderen Systemen dichtet er selbst geometrisch problematische Öffnungen und sogar viereckige Mauerdurchbrüche. Er ist langlebig, weil biologisch nicht angreifbar und selbst für den kleinsten Geldbeutel erschwinglich. Wer das »denkende und dichtende« System näher kennen lernen will, kann es vom 13. bis 17. Mai in München bewundern: auf der internationalen Fachmesse für Umwelt und Entsorgung IFAT am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand 249 / 346 in Halle B 2.

Dipl.-Ing. Holger Wack | Mediendienst

Weitere Berichte zu: Wasser

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Die Berge im Wohnzimmer
08.08.2018 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Bei der Planung von Gebäuden an die Sommerhitze denken
07.08.2018 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics