Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Flexibel Wohnen und Arbeiten

08.04.2002


Schnell umrüstbar sollen Wohn- und Bürogebäude der Zukunft sein


Sowohl reine Wohn- oder Arbeitsarchitektur wie auch hybride Zwischenformen sollen möglich werden


Digitalisierung von Arbeits- und Wohnwelten
unterstützt Verschmelzung von Architekturtypen

Fraunhofer-Institut für Sichere Telekooperation (SIT)
führt Projekt "FlexHaus" mit Partnern durch

Kosteneinsparungen beim Strukturwandel

Wohnen und Arbeiten können durch die Verbindung von Architektur und Informationstechnik in Zukunft stärker als bisher verschmelzen, und dies könnte auch eine Reihe gesellschaftlicher und Verkehrsprobleme lösen. Die früher übliche Funktionsmischung in Städten und Dörfern sollte damit eine zeitgemässe Entsprechung finden. Mit den architektonischen und informationstechnischen Grundlagen dazu befasst sich das Projekt "FlexHaus", das jetzt vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnik (SIT), Darmstadt, mit mehreren Projektpartnern gestartet wurde.

Der Einsatz neuer digitaler Techniken in der Arbeitswelt verändert Arbeitsprozesse und in der Folge gesellschaftliche Strukturen. Neue Prozesse stellen neue Anforderungen an die Gebäudeausstattung - wie digitale Technologien, mit der heute schon Büro- und Wohngebäude gleichermassen ausgestattet werden. Diese IT-gestützten Systeme sind schon von ihrer Struktur her flexibel programmierbar. Da Wohn- und Bürogebäude darüberhinaus gewisse konstruktive und funktionale Ähnlichkeiten aufweisen ("Kongruenzen"), sollen im FlexHaus-Projekt Gebäudetypen entwickelt werden, die flexible Übergänge zwischen Wohn- und Bürofunktionen zulassen - sowohl gleichzeitig, wie auch im Zeitablauf hintereinander.
Ein "FlexHaus" wird kurzfristig unterschiedlichen Anforderungen der Nutzer, langfristig veränderten Marktsituationen eher gerecht als konventionelle Gebäude. Wo sanfte Übergänge zwischen Arbeiten und Wohnen möglich sind, vollzieht sich Strukturwandel schmerzloser und preiswerter als bisher.

Faktor Gebäude

Bei Wohnbauten können Hauptwohnräume, Schlafräume, Koch- und Essräume strukturell und funktional den Großraumbüros, Aufenthaltsräumen und Zellenbüros entsprechen. Sowohl in der Arbeitswelt als auch beim Wohnen wechseln sich individuelle Kontakte mit Gruppenkontakten ab. Das "FlexHaus" kann zukünftig methodisch in der Planung eingesetzt werden und erhebliche Kosten sparen, indem Umnutzungen mit weniger Umbauten und Leerständen verbunden sein werden, hofft Projektleiter Thorsten Henkel.

Faktor Technik: Raumcomputer

Die Frage, welche technischen Elemente und welche technologischen Methoden sichere Übergänge zwischen den Funktionen Wohnen und Arbeiten unterstützen, ist ein zentrales Thema der Untersuchung. Hier wird angeknüpft an den vom SIT in Darmstadt und der Raumcomputer AG in Karlsruhe entwickelten "Raumcomputer", der unterschiedlichste digitale Informations- und Kommunikationstechniken (IuK) innerhalb eines Gebäudes zur Verfügung stellt. Die digitale Steuerung der Funktionen kann durch PC oder Palm-Geräte erfolgen. Sollte eine strukturelle Veränderung der Gebäudesituation erforderlich werden, erlaubt das System die Konfiguration neuer Raumgruppen durch einfache Programmierung. Die Kosten des Raumcomputers belaufen sich auf ca.
55 EURO pro Quadratmeter Bruttogrundrissfläche (Fläche aller Geschossebenen basierend auf den Außenmaßen der Geschosse) incl. aller Server, Endgeräte, Montage und Verkabelungen. Dass dabei auf sichere Transaktionen geachtet wird, versteht sich bei einem Projekt des SIT von selbst.

Das Fraunhofer-Institut für Sichere Telekooperation zählt sich zu den Pionieren auf dem Gebiet der Informationssicherheit. Das FlexHaus ist ein Projekt des Bereichs "COR - KooperativeRäume - Arbeitswelten der Zukunft". Projektpartner beim "FlexHaus" sind das IWU Institut Wohnen und Umwelt GmbH, Darmstadt, die digitales bauen engineering gmbh, Karlsruhe, und das Büro Petzinka, Pink, Tichelmann (PPT) - Architekten und beratende Ingenieure, Darmstadt. Darüber hinaus wirken als Kooperationspartner das Medienzentrum der Hochschule Anhalt in Dessau mit sowie die ZEUS GmbH, Zentrum für angewandte Psychologie, Umwelt- und Sozialforschung.

Das IWU ist ein interdisziplinär arbeitendes Institut des Landes Hessen und der Stadt Darmstadt. Es wurde bekannt unter anderem durch experimentelle Wohnbauvorhaben mit Bewohnerbeteiligung und innovative Projekte zur Energieeinsparung bei Gebäuden (verschiedene Niedrigenergie- und Passivhäuser, erstes Passivhaus Deutschlands).
Die Systeme der Firma Digitales Bauen Engineering GmbH, ein Spinoff der Universität Karlsruhe, haben ihren Ursprung in Forschungsarbeiten am dortigen IFIB Institut für Industrielle Bauproduktion. Sie bietet Architekten, Ingenieuren und Gebäudebetreibern unterschiedliche Leistungspakete aus den Bereichen Integrale Planung, CAD, Multimedia, künstliche Intelligenz, objektorientierte Datenbanken, Intelligent Building, CAD-CAM und Facility-Management an.
Das Architektur- und Ingenieurbüro Petzinka, Pink, Tichelmann hat u.a. neben Projekten wie dem Stadttor Düsseldorf und verschiedenen Arbeiten im Bereich Wohnungsbau die Entwicklung innovativer Tragsysteme mit der Zielsetzung Multifunktionalität und Dematerialisierung von Gebäuden und große Erfahrungen beim Thema Trockenbau vorzuweisen. Professor Petzinka ist Lehrstuhlinhaber an der Technischen Universität Darmstadt.

Dipl.-Volkswirt Michael Kip | idw
Weitere Informationen:
http://www.sit.fhg.de/german/COR/cor_projects/index.html
http://sit.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Wohnen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Kaiserslauterer Architekten setzen Holzkuppel dank Software einfach wie Puzzle zusammen
19.09.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht StadtLandNavi entwickelt anpassungsfähige Tools für ein nachhaltiges Flächenmanagement
11.09.2018 | HafenCity Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weichenstellung für Axonverzweigungen

Unser Gehirn ist ein komplexes Netzwerk aus unzähligen verknüpften Nervenzellen. Diese haben lange verzweigte Fortsätze, sogenannte Axone, um die Anzahl der möglichen Interaktionen zu erhöhen. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus Portugal und Frankreich untersuchten Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie (MPIB) die Prozesse, die zu solch Zellverzweigungen führen. Sie fanden einen neuartigen Mechanismus, der die Verzweigung von Mikrotubuli, einem mechanischen Stabilisierungssystems in den Zellen, und somit der Axone auslöst. Wie die Forscher in Nature Cell Biology berichten, spielt die neu entdeckte Mikrotubuli-Dynamik eine Schlüsselrolle bei der neuronalen Entwicklung.

Von den Zweigen eines Baums bis hin zur Eisenbahnweiche – unsere Umwelt ist voller starrer verzweigter Objekte. Sie sind so allgegenwärtig in unserem Leben,...

Im Focus: Working the switches for axon branching

Our brain is a complex network with innumerable connections between cells. Neuronal cells have long thin extensions, so-called axons, which are branched to increase the number of interactions. Researchers at the Max Planck Institute of Biochemistry (MPIB) have collaborated with researchers from Portugal and France to study cellular branching processes. They demonstrated a novel mechanism that induces branching of microtubules, an intracellular support system. The newly discovered dynamics of microtubules has a key role in neuronal development. The results were recently published in the journal Nature Cell Biology.

From the twigs of trees to railroad switches – our environment teems with rigid branched objects. These objects are so omnipresent in our lives, we barely...

Im Focus: Kupfer-Aluminium-Superatom

Äußerlich sieht der Cluster aus 55 Kupfer- und Aluminiumatomen aus wie ein Kristall, chemisch hat er jedoch die Eigenschaften eines Atoms. Das hetero-metallische Superatom, das Chemikerinnen und Chemiker der Technischen Universität München (TUM) hergestellt haben, schafft die Voraussetzung für die Entwicklung neuer, kostengünstiger Katalysatoren.

Chemie kann teuer sein. Zum Reinigen von Abgasen beispielsweise benutzt man Platin. Das Edelmetall dient als Katalysator, der chemische Reaktionen...

Im Focus: Hygiene im Handumdrehen – mit neuem Netzwerk „CleanHand“

Das Fraunhofer FEP beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Entwicklung von Prozessen und Anlagen zur Reinigung, Sterilisation und Oberflächenmodifizierung. Zur Bündelung der Kompetenzen vieler Partner wurde im Mai 2018 das Netzwerk „CleanHand“ zur Entwicklung von Systemen und Technologien für saubere Oberflächen, Materialien und Gegenstände ins Leben gerufen. Als Partner von „CleanHand“ präsentiert das Fraunhofer FEP im Rahmen der Messe parts2clean, vom 23.-25. Oktober 2018, in Stuttgart, am Stand der Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik (Halle 5, Stand C31), das Netzwerk sowie aktuelle Forschungsschwerpunkte des Institutes im Bereich Hygiene und Reinigung.

Besonders um die Hauptreisezeiten gehen vermehrt Testberichte und Studien über die Reinheit von europäischen Raststätten, Hotelbetten und Freibädern durch die...

Im Focus: Hygiene at your fingertips with the new CleanHand Network

The Fraunhofer FEP has been involved in developing processes and equipment for cleaning, sterilization, and surface modification for decades. The CleanHand Network for development of systems and technologies to clean surfaces, materials, and objects was established in May 2018 to bundle the expertise of many partnering organizations. As a partner in the CleanHand Network, Fraunhofer FEP will present the Network and current research topics of the Institute in the field of hygiene and cleaning at the parts2clean trade fair, October 23-25, 2018 in Stuttgart, at the booth of the Fraunhofer Cleaning Technology Alliance (Hall 5, Booth C31).

Test reports and studies on the cleanliness of European motorway rest areas, hotel beds, and outdoor pools increasingly appear in the press, especially during...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fachkonferenz "Automatisiertes und autonomes Fahren"

25.09.2018 | Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Intelligentes Order Management in einer einzigen Software

26.09.2018 | Informationstechnologie

Weichenstellung für Axonverzweigungen

26.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Biosolarzelle produziert Wasserstoff

26.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics