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Neuartige experimentelle Tragsicherheitsbewertung einer Gewölbebrücke über das Aduarderdiep bei Zuidhorn / Niederlande

30.11.2006
Brücke in den Niederlanden wird auf Herz und Nieren geprüft

Eine neuartige Untersuchung einer Brücke auf ihre Tragsicherheit findet am Dienstag, dem 12. Dezember 2006, in der Zeit von ca. 13:00 bis 18:00 bei Aduard, Niederlande, in der Nähe von Groningen statt. Die Brücke wurde um 1800 als Mauerwerksgewölbebrücke errichtet und steht unter Denkmalschutz.

Sie überquert im Zuge des "Evert Horm Woltersweg" das Aduarderdiep. Die Überfahrt ist gegenwärtig für Fahrzeuge auf eine Achslast von 6 t beschränkt. Die Brücke soll wieder für heutige Nutzungsansprüche saniert werden. Dazu sind der Nachweis der ausreichenden Tragsicherheit sowie eine Instandsetzung des Brückenüberbaus erforderlich. Standardmäßig wird bisher die Tragsicherheit vorhandener Bauwerke durch einen rechnerischen Nachweis erbracht, der in diesem Fall aber nur eine zulässige Belastung von 6 t statt der gewünschten 10-15 t pro Achse ergab.

Eine Alternative ist ein experimenteller Nachweis, der meist wesentlich günstigere Ergebnisse liefert. Bei der Untersuchung wird keine Schädigung des Bauwerks verursacht. Die Belastungsversuche werden mit dem flexibel einsetzbaren Belastungsfahrzeug BELFA durchgeführt. Dieses Spezialfahrzeug wurde mit einer Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF von einer Forschungsgruppe in Deutschland entwickelt. Die Federführung lag bei Prof. Dr.-Ing. Klaus Steffens von der Hochschule Bremen. BELFA wird von der Hochschule Bremen betrieben und hat seit seiner Indienststellung im März 2001 bereits 36 Brücken erfolgreich getestet. Dieses weltweit einmalige, 22,5 m lange und 80 t schwere 8?achsige Fahrzeug kann auf 35,5 m Länge teleskopiert werden und Versuchslasten bis zu 1.500 kN (= 150 t) erzeugen. Weitere Informationen zur Technik und bisherigen Anwendungen: http://www.belfa.de

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»BELFA »Brücke »Niederlande

Ein großer Vorteil der Belastungsversuche an Ort und Stelle ist der kurze Zeitbedarf. Eine Straßensperrung ist nur am Untersuchungstag, dem 12. Dezember 2006, notwendig. Die Ergebnisse liegen sofort nach Abschluss der Versuche vor und können zur Sicherung eines effizienten Instandsetzungsprojektes für das Brückenbauwerk genutzt werden.

Die Messungen werden durch die Prof. Dr.-Ing. Steffens Ing.-GmbH in Kooperation mit dem Institut für Experimentelle Statik der Hochschule Bremen durchgeführt und durch die BIA Bremer Innovationsagentur GmbH aus dem Ökologiefonds des Landes Bremen gefördert.

Ulrich Berlin | idw
Weitere Informationen:
http://www.belfa.de

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