Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entwicklung eines neuartigen Mischungskonzeptes

20.11.2001


Entwicklung eines neuartigen Mischungskonzeptes für selbstverdichtenden Beton am Fachbereich Bauingenieurwesen der Universität Rostock

Selbstverdichtender Beton wurde in den 80er Jahren erstmals in Japan hergestellt. Er fließt entmischungsfrei bis zum vollständigen Niveauausgleich. Dabei füllt der selbstverdichtende Beton jeden Hohlraum einer Schalung ohne Zufuhr von externer Verdichtungsenergie (Rüttler) aus und entlüftet allein aufgrund der Schwerkraftwirkung. Mit diesem Beton können kompliziert geformte Bauteile mit hoher Bewehrungsdichte betoniert werden. Außerdem weist er eine verbesserte Homogenität und Qualität sowie eine erhöhte Dauerhaftigkeit auf. Der Einsatz von selbstverdichtendem Beton führte zu einer Steigerung der Effizienz sowie zur Kostenreduzierung durch Einsparung von Arbeitskräften und den Verzicht auf einen Rüttlereinsatz. In den 90er Jahren fand der selbstverdichtende Beton trotz einiger Nachteile in den hochentwickelten Industrieländern wie Japan, USA, in Europa vor allem in den skandinavischen Ländern rasch seine Verbreitung. Neben den ca. 20 % höheren Materialkosten ist vor allem seine hohe Empfindlichkeit gegenüber Feuchteschwankungen der Zuschläge oder variierenden Eigenschaften der Ausgangsstoffe als Nachteil zu benennen. Hinzu kommt, dass die derzeit bekannten Mischungskonzepte nur sehr zeit- und materialaufwendig zu ermitteln sind. Angeregt von Professor Dr.-Ing. Ulrich Diederichs, der sich in den vergangenen Jahren mit den Eigenschaften von hochfesten Betonen beschäftigt hat, begann die Assistentin Iris Marquardt, am Fachbereich Bauingenieurwesen der Universität Rostock im Frühjahr 1999 mit ihren Untersuchungen zu einem Mischungskonzept für den selbstverdichtenden Beton. Besondere Unterstützung fand Frau Marquardt bei ihren Untersuchungen durch ihren "Doktorvater", Prof. Dr. Jan Vala, der Ende November 70 Jahre alt wird und auf eine mehr als dreißigjährige Forschung auf dem Gebiet des Beton zurückblicken kann.
Über Prof. Diederichs wurde sie im September 1999 mit Prof. Vesa Penttala, einem führenden Experten der Universität Helsinki auf dem Gebiet des selbstverdichtenden Betons, bekannt gemacht, der das Konzept für sehr bedeutungsvoll ansah.

Frau Marquardt entwickelte zielstrebig unter Einbeziehung des am Fachbereich Bauingenieurwesen vorhandenen Know how über die Projektierung von Beton ein neuartiges Mischungskonzept für den selbstverdichtenden Beton. Dieses Konzept berücksichtigt unter anderem die Volumenkenngrößen der festen Ausgangsstoffe wie Zement, Zuschlag und Betonzusatzstoffe sowie deren Wasseransprüche. Neu an diesem Mischungskonzept ist, dass die Bestimmung der Wasseransprüche durch Messung der Leistungsaufnahme eines Mörtelmischerantriebes während einer kontinuierlichen Wasserzufuhr zum Mischgut erfolgt. Der Wasseranspruch stellt dabei die zum Maximum der Leistungsaufnahme gehörige Wassermenge dar. Eingangsgrößen für den Berechnungsalgorithmus des Mischungskonzeptes sind das Zuschlagstoffvolumen, der Zementgehalt, die Dichte bzw. die Rohdichte und die Wasseranspruchswerte der Ausgangsstoffe sowie die Zugabemenge der Betonzusatzmittel. Gemeinsam mit Prof. Vala und Prof. Diederichs wurde dieses Know how durch Frau Marquardt patentrechtlich abgesichert. Aufgrund ihrer Zielstrebigkeit und der hohen Arbeitsintensität gelang es Frau Marquardt, ihre Doktorarbeit nach 2 ½ Jahren bei der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität einzureichen.
Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit stellt Frau Marquardt sowohl auf Forschungskolloquien des Fachbereiches, als auch auf internationalen Symposien und Tagungen vor. Höhepunkt im wissenschaftlichen Leben von Frau Marquardt war die Vorstellung ihres Mischungskonzeptes auf dem 2. Internationalen Symposium on Self-compacting concrete an der Universität Tokyo vom 23. bis 25. Oktober 2001. Die Vorstellung ihres neuartigen Mischungskonzeptes fand großes Interesse bei den anwesenden Wissenschaftlern aus aller Welt. Frau Marquardt wurde deshalb zu einem Besuch der Shimizu-Corporation , älteste Baufirma Japans (gegr. 1804), eingeladen. Sie wurde gebeten, vor Bauingenieuren und Architekten des zum Shimizu-Corporation gehörenden Institutes of Technology ebenfalls einen Vortrag zu halten. Das Institut of Technology ist Japans bedeutendes Technologie- und Forschungszentrum für alle Bereiche des Bauens. Ein Austausch von Forschungsergebnissen mit diesem Institut auf dem Gebiet des selbstverdichtenden Betons ist geplant

Weiter Informationen sind unter der Mailadresse: iris.marquardt@bau.uni-rostock.de
zu erhalten.

FB Bauingenieurwesen
Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit
Dr.-Ing. Uwe Gratz
Telefon: 03841/753 359
Mail: uwe.gratz@bau.uni-rostock.de

Dr.-Ing. Karl-Heinz Kutz | idw

Weitere Berichte zu: Bauingenieurwesen Beton

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Ein Dorf wird gehoben: Hochwasserschutz für Brockwitz
29.11.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Forscherteam der Bauhaus-Universität Weimar entwickelt digitale Bauwerksüberwachung
08.11.2018 | Bauhaus-Universität Weimar

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

Wiener Quantenforscher der ÖAW realisierten in Zusammenarbeit mit dem AIT erstmals ein quantenphysikalisch verschlüsseltes Netzwerk zwischen vier aktiven Teilnehmern. Diesen wissenschaftlichen Durchbruch würdigt das Fachjournal „Nature“ nun mit einer Cover-Story.

Alice und Bob bekommen Gesellschaft: Bisher fand quantenkryptographisch verschlüsselte Kommunikation primär zwischen zwei aktiven Teilnehmern, zumeist Alice...

Im Focus: Tödliche Kombination: Medikamenten-Cocktail dreht Krebszellen den Saft ab

Zusammen mit einem Blutdrucksenker hemmt ein häufig verwendetes Diabetes-Medikament gezielt das Krebswachstum – dies haben Forschende am Biozentrum der Universität Basel vor zwei Jahren entdeckt. In einer Folgestudie, die kürzlich in «Cell Reports» veröffentlicht wurde, berichten die Wissenschaftler nun, dass dieser Medikamenten-Cocktail die Energieversorgung von Krebszellen kappt und sie dadurch abtötet.

Das oft verschriebene Diabetes-Medikament Metformin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern hat auch eine krebshemmende Wirkung. Jedoch ist die gängige...

Im Focus: Lethal combination: Drug cocktail turns off the juice to cancer cells

A widely used diabetes medication combined with an antihypertensive drug specifically inhibits tumor growth – this was discovered by researchers from the University of Basel’s Biozentrum two years ago. In a follow-up study, recently published in “Cell Reports”, the scientists report that this drug cocktail induces cancer cell death by switching off their energy supply.

The widely used anti-diabetes drug metformin not only reduces blood sugar but also has an anti-cancer effect. However, the metformin dose commonly used in the...

Im Focus: New Foldable Drone Flies through Narrow Holes in Rescue Missions

A research team from the University of Zurich has developed a new drone that can retract its propeller arms in flight and make itself small to fit through narrow gaps and holes. This is particularly useful when searching for victims of natural disasters.

Inspecting a damaged building after an earthquake or during a fire is exactly the kind of job that human rescuers would like drones to do for them. A flying...

Im Focus: Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

Von „Frequenzkämmen“ spricht man bei speziellem Laserlicht, das sich optimal für chemische Sensoren eignet. Eine revolutionäre Technik der TU Wien erzeugt dieses Licht nun viel einfacher und robuster als bisher.

Ein gewöhnlicher Laser hat genau eine Farbe. Alle Photonen, die er abstrahlt, haben genau dieselbe Wellenlänge. Es gibt allerdings auch Laser, deren Licht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

ICTM Conference 2019 in Aachen: Digitalisierung als Zukunftstrend für den Turbomaschinenbau

12.12.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungen

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Forscher legen Grundstein für smartes Kontrastmittel

13.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

13.12.2018 | Informationstechnologie

Wie Ballaststoffe und Darmbakterien den Herz-Kreislauf schützen

13.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics