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Diagnose von Bauwerken

08.03.2006
Gebäudeeinstürze haben in diesem Winter auf dramatische Weise gezeigt, wie wichtig die regelmäßige Untersuchung von Bauwerken ist.

Entscheidend ist jedoch die Qualität der Diagnose. Denn nur wenn mögliche Schäden rechtzeitig erkannt werden, ist Vorsorge möglich. Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP in Saarbrücken und von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung BAM entwickeln nun gemeinsam neue und exaktere Prüfverfahren.

Noch gibt es viele Defizite bei der Diagnose von Bauwerken. Weitere Forschung ist nötig, um die Kenntnisse zu erweitern und Methoden zur Zustandsermittlung von Bauwerken zu verbessern. Die Forscher entwickeln neue Konzepte und Verfahren, um verlässliche Aussagen über die Verkehrssicherheit, Standhaftigkeit und Dauerhaftigkeit zu erhalten. Eine gemeinsame Forschungsgruppe der Fraunhofer-Gesellschaft und der BAM in Berlin nimmt jetzt die Arbeit auf.

Die zentrale Aufgabe der Fachgruppe "Zerstörungsfreie Schadensdiagnose und Umweltmessverfahren" der BAM in Berlin liegt in der Entwicklung und Optimierung von Verfahren der zerstörungsfreien Prüfung im Bauwesen und Umweltbereich. Bestehende Verfahren aus anderen Bereichen der Materialprüfung werden dazu für die Anwendung auf Bauwerke und umwelttechnische Fragestellungen angepasst und gänzlich neue Verfahren entwickelt.

Die Fraunhofer-Gesellschaft führt am IZFP, in Saarbrücken, anwendungsbezogene Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf den folgenden Gebieten durch: Charakterisierung von Werkstoffeigenschaften sowie qualitätsgesteuerte Fertigung und Überwachung des betriebssicheren Verhaltens von Produkten und Anlagen. Für die Anwendungsbereiche Qualitätssicherung, Werkstoffcharakterisierung, Fehlerprüfung, Prozessintegration und Komponentenüberwachung werden Messverfahren entwickelt, die den zerstörungsfreien Nachweis von Qualitätsabweichungen ermöglichen.

Die beiden Vertragspartner haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, um das Arbeitsgebiet Bauwerksdiagnose durch enge wissenschaftliche und personelle Verbindungen voranzubringen. Sie versprechen sich davon positive Auswirkungen bei der wissenschaftlichen Weiterentwicklung, der wirtschaftswirksamen Umsetzung von Forschungsergebnissen und bei der gemeinsamen Nutzung der beiderseitigen Geräteausstattungen und Infrastruktur.

Vordringlichste Aufgabe der Projektgruppe als "Joint Laboratory" ist es, prototypische Prüflösungen in marktreife Prüfsysteme umzusetzen. Die Bauwerksüberwachung durch zerstörungsfreie Prüfverfahren gewinnt mit dem zunehmenden Alter unserer Infrastruktur an Bedeutung. Bei der Zustandsermittlung von Bauwerken tragen zerstörungsfreie Prüfverfahren dazu bei, zuverlässige Ergebnisse in dokumentierbarer Form zu liefern. So können Aussagen zur Verkehrs-sicherheit, Standsicherheit und Dauerhaftigkeit getroffen werden. Insbesondere unter dem Eindruck der in den vergangenen Wochen erlebten tragischen Unfallereignissen wird die Bedeutung dieser Aufgabe in unserer Gesellschaft offensichtlich.

Marion Horn | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2006/03/Presseinformation07032006.jsp

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