Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn Bauwerke in die Jahre kommen: TU Braunschweig erforscht Methoden zur Sicherung von Stahlkonstruktionen

21.02.2006
Weil bestehende Bausubstanz und Infrastrukturanlagen instand gehalten bzw. erneuert werden müssen, entstehen der deutschen Volkswirtschaft regelmäßig außerordentlich hohe Kosten, - und dies mit steigender Tendenz. Mit zwei Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung ab sofort das Projekt "REFRESH - Lebensdauerverlängerung bestehender und neuer geschweißter Stahlkonstruktionen", an dem sich die Industrie mit weiteren zwei Millionen Euro beteiligt.

Das auf dreieinhalb Jahre befristete Vorhaben wird vom Institut für Bauwerkserhaltung und Tragwerk (IBT) unter Leitung von Prof. Thomas Ummenhofer koordiniert. Neun weitere deutsche sowie vier europäische Partner aus Industrie und Forschung sind in das Projekt mit eingebunden.


Die geschweißte Stabbogenkanalbrücke bei Haldensleben - ein potenzielles Anwendungsbeispiel für die Verfahren des Projektes REFRESH. TU Braunschweig - IBT


Anwendung des Hochfrequenz-Nachbehandlungsverfahrens an einem Probekörper im Labor. TU Braunschweig - IBT

Ein wesentlicher Anteil des allgemeinen Bauvolumens umfasst Stahlkonstruktionen. Diese werden häufig durch dynamische oder wechselnde Belastungen beansprucht, wie sie durch Zug-Überfahrten auf Eisenbahnbrücken, Windböen auf Windenergieanlagen, oder auch Fahrten auf einer Achterbahn entstehen. Stahlkonstruktionen sind insbesondere an den Schweißnähten anfällig für Risse. Zunächst kaum sichtbare Haarrisse können sich ausweiten und schließlich ganze Brücken zum Einsturz bringen. Dem wollen die Wissenschaftler jetzt rechtzeitig vorbeugen.

Das Projekt ist von immenser wirtschaftlicher Relevanz: Allein bei der Deutschen Bahn besteht in den kommenden 10 Jahren ein Investitionsbedarf von bis zu fünfeinhalb Milliarden Euro, weil dann siebzig Prozent aller Stahl- und Eisenbrücken am Ende ihrer rechnerischen Lebensdauer angelangt sind. Die ersten großen Windenergieanlagen werden in diesem Jahr 20 Jahre alt und müssen auf ihre Restlebensdauer hin überprüft werden, zumal ansonsten die Betriebsgenehmigungen erlöschen.

... mehr zu:
»Stahlkonstruktionen

"Eine Herausforderung für die Forscher ist die Nachbehandlung von Schweißnähten am bestehenden Bauwerk," erläutert die Projektkoordinatorin Imke Weich vom IBT. "Wenn wir zum Beispiel Schweißnähte einer bestehenden Windkraftanlage in schwindelnder Höhe nachbehandeln wollen, ist eine mobile und leicht handhabbare Methode erforderlich." REFRESH soll Verfahren untersuchen und hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit am Bauwerk optimieren. Das von der Braunschweiger Dynatec GmbH entwickelte hochfrequente Hämmerverfahren HiFIT bietet hier viel versprechende Ansätze. Es soll nun auf seine Praxistauglichkeit für die Anwendung vor Ort überprüft und angepasst werden.

Ziel des Projektes REFRESH ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Konzepts durch die Einbeziehung von Ausrüstern und Anwendern sowie anerkannten Institutionen. Auf Basis fundierter Untersuchungen und umfassender Vorarbeiten soll die Akzeptanz der zu entwickelnden Methoden und Verfahren durch die entsprechenden Normungs- und Zertifizierungsgremien sichergestellt werden, um diese dann umgehend in die Regelwerke aufnehmen zu können.

Partner
An dem Verbundprojekt sind neben dem IBT folgende Partner aus Industrie und Forschung beteiligt:
Dynatec GmbH, Braunschweig,
LKT GmbH, Aachen,
Kranbau Köthen GmbH, Köthen,
MAN B&W Diesel AG, Augsburg,
Mauer Söhne GmbH, München,
Schachtbau Nordhausen GmbH, Nordhausen,
Versuchsanstalt für Stahl, Holz und Steine, Karlsruhe.
die Deutsche Bahn AG
und REpower Systems AG.
Als assoziierte Partner sind zudem die Bundesanstalt für Straßenwesen, die Bundesanstalt für Materialforschung, die Bundesanstalt für Wasserbau, der Deutsche Verband für Schweißtechnik und der Germanische Lloyd mit in das Projekt eingebunden.

Im Rahmen der EUREKA Factory nehmen die École Polytechnique Fédérale de Lausanne, Laboratoire de la construction metallique, Schweiz, das Centre Technique des Industries Mécaniques, Frankreich, die Schweizersche Bundesbahnen, Schweiz und MDC, Niederlande an dem Forschungsprojekt teil.

Kontakt
Prof. Dr.-Ing. Thomas Ummenhofer
Dipl.-Ing. I. Weich, MSCE
Institut für Bauwerkserhaltung und Tragwerk
Pockelsstr. 3
38106 Braunschweig
Tel.: +49 (0)531 391-2500
Fax: +49 (0)531 391-2502
info@refresh-steel.de

Dr. Elisabeth Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.refresh-steel.de
http://www.tu-braunschweig.de/ibt

Weitere Berichte zu: Stahlkonstruktionen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht »Switch2Save«: Intelligente Fenster und Glasfassaden durch neuartige Schaltungstechnik
15.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

nachricht Strategien für eine nachhaltige Urbanisierung. Auftakt für Internationales Forschungsprojekt „EAST-CITIES“
04.10.2019 | Technische Universität Braunschweig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Freiburger Forschenden gelingt die erste Synthese eines kationischen Tetraederclusters in Lösung

Hauptgruppenatome kommen oft in kleinen Clustern vor, die neutral, negativ oder positiv geladen sein können. Das bekannteste neutrale sogenannte Tetraedercluster ist der weiße Phosphor (P4), aber darüber hinaus sind weitere Tetraeder als Substanz isolierbar. Es handelt sich um Moleküle aus vier Atomen, deren räumliche Anordnung einem Tetraeder aus gleichseitigen Dreiecken entspricht. Bisher waren neben mindestens sechs neutralen Versionen wie As4 oder AsP3 eine Vielzahl von negativ geladenen Tetraedern wie In2Sb22– bekannt, jedoch keine kationischen, also positiv geladenen Varianten.

Ein Team um Prof. Dr. Ingo Krossing vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Freiburg ist es gelungen, diese positiv geladenen...

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?

21.10.2019 | Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?

21.10.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Das Stromnetz fit für E-Mobilität machen

21.10.2019 | Förderungen Preise

Kompakt, effizient, robust und zuverlässig: FBH-Entwicklungen für den Weltraum

21.10.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics