Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umbauen statt Neubauen

17.11.2005


KfW-Symposium untersucht Maßnahmen zur Revitalisierung von Wohnimmobilien der 50er und 60er Jahre

Heute findet in Berlin das KfW-Symposium "Europäisch Leben - Europäisch Wohnen" statt. Experten aus Politik, Verbänden, Wirtschaft und Medien tauschen in der KfW Niederlassung Berlin ihre Erfahrungen zu Themen wie "Sanierung contra Neubau" sowie "Revitalisierung von Altbauten der 50er und 60er Jahre" aus.

"Das Bauen im Bestand - die Instandsetzung, Modernisierung und der Umbau vorhandener Wohnungsbestände - hat seit den neunziger Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Altbauten der 50er und 60er Jahre muss hierbei ein besonderes Augenmerk gelten. Hier liegt auch ein besonderer Schwerpunkt der Förderaufgabe der KfW Förderbank im Rahmen ihrer wohnwirtschaftlichen Programme, " sagte Ingrid Matthäus-Maier, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe.

Schon heute kommt eine wirtschaftlich zukunftsfähige und umweltschonende Stadt- und Siedlungsentwicklung ohne den Erhalt vorhandener Bausubstanz nicht mehr aus. Die Sanierung bestehender Gebäude trägt nicht nur zum Erhalt historisch gewachsener Stadtbilder bei, sondern sichert auch die Vermietbarkeit von Wohnungen. Sie ist meist preiswerter als ein Neubau und trägt somit zum Erhalt günstigen Wohnraums bei. Darüber hinaus schont der Erhalt von Baubestand den Verbrauch natürlicher Ressourcen, insbesondere den Energie- und Flächenverbrauch. Häuser und Wohnungen im Bestand, vor allem der 50er und 60er Jahre, müssen jedoch den heutigen Wohnansprüchen angepasst werden. Dazu zählen der Neuschnitt von Räumen, der Dachstuhlausbau, Maßnahmen für altersgerechtes Wohnen oder auch die Zusammenlegung von Wohnungen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist hierbei die Senkung des Energieverbrauchs durch die Dämmung von Außenfassaden und der Austausch veralteter Heizungsanlagen. Aber auch die Erhöhung der Attraktivität der Bauten durch eine Verbesserung des Erscheinungsbildes und großzügigere Lösungen, z. B. größere Fenster für hellere Räume, spielen eine wichtige Rolle.

Substanzerhaltung und Modernisierung des Wohnungsbestandes sind auch im Koalitionsvertrag von SPD und CDU ein Schwerpunkt. Darauf wies der Staatssekretär im Bundesbauministerium, Tilo Braune, hin: "Die Gebäudesanierung ist ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz und gibt zugleich der Bauwirtschaft Beschäftigungsimpulse". Die künftigen Regierungsparteien seien sich über die Bedeutung der energetischen Sanierung und der Wohneigentumsförderung einig.

Der Staatssekretär betonte, dass die Koalitionsvereinbarung eine gute Grundlage für die Stadtentwicklungspolitik der kommenden Jahre sei. "Die Programme der Städtebauförderung bleiben erhalten und werden weiterentwickelt. Die Wohneigentumsbildung insbesondere von Familien mit Kindern bleibt wichtiges Ziel der Bundesregierung. Das Wohneigentum soll als gleichberechtigte Form der Vermögensbildung in die geförderte private Altersvorsorge integriert werden", so Braune.

Das Symposium beschäftigt sich in erster Linie mit den Erkenntnissen und Perspektiven des KfW-Awards, der in diesem Jahr unter dem Schwerpunktthema "Umbauen statt Neubauen - Mehrwert durch Revitalisierung von Wohnimmobilien der 50er und 60er Jahre" ausgeschrieben wurde. Die KfW Förderbank prämierte im Juni 2005 die fünf gelungensten Maßnahmen bei Sanierungsvorhaben und würdigte deren Vorbildfunktion. Die KfW möchte damit Impulse zur Belebung des Wohneigentums in Deutschland geben und ihrer gesellschaftlichen Aufgabe entsprechen.

Eine von der KfW in Auftrag gegebene Studie wertet die eingereichten Wettbewerbsbeiträge aus und weist zwei Haupttrends aus. Zum einen ging die Modernisierung der 50er und 60er-Jahre-Immobilien in der Regel mit einer Wohnflächenerweiterung einher. Zum anderen wurden diese Maßnahmen nahezu in allen Fällen dazu genutzt, die Energiewerte der Immobilie wesentlich zu verbessern. Die Unterstützung durch einen Architekten bzw. Energieberater gewährleistete dabei die energetische und architektonische Qualität der Modernisierung.

"Der Schwerpunkt der wohnwirtschaftlichen Programme der KfW liegt eindeutig auf der Förderung von Bestandsinvestitionen", sagte Matthäus-Maier. Die wohnungswirtschaftlichen Investitionen sorgen einerseits für eine verbesserte Wohnraumversorgung und den Umwelt- und Klimaschutz, andererseits profitieren vor allem kleine und mittlere Unternehmen der Bauwirtschaft und damit auch der Arbeitsmarkt davon. Durch die KfW-Programme zur Förderung wohnungswirtschaftlicher Investitionen konnten allein 2004 mehr als 200.000 Arbeitsplätze für ein Jahr gesichert werden.

Am 30. Januar des kommenden Jahres startet der KfW-Award 2006 zum Schwerpunktthema "Altersgerechtes Wohnen".

Dr. Charis Pöthig | KfW
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Berichte zu: Altbau KfW Modernisierung Sanierung Wohnen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Lebende Brücken: Mit alten indischen Bautechniken moderne Städte klimafreundlich gestalten
18.11.2019 | Technische Universität München

nachricht Schleichender Zerfall
22.10.2019 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuartiges Antibiotikum gegen Problemkeime in Sicht

Internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Gießen entdeckt neuen Wirkstoff gegen gramnegative Bakterien – Darobactin attackiert die Erreger an einem bislang unbekannten Wirkort

Immer mehr bakterielle Erreger von Infektionskrankheiten entwickeln Resistenzen gegen die marktüblichen Antibiotika. Typische Krankenhauskeime wie Escherichia...

Im Focus: Machine learning microscope adapts lighting to improve diagnosis

Prototype microscope teaches itself the best illumination settings for diagnosing malaria

Engineers at Duke University have developed a microscope that adapts its lighting angles, colors and patterns while teaching itself the optimal...

Im Focus: Kleine Teilchen, große Wirkung: Wie Nanoteilchen aus Graphen die Auflösung von Mikroskopen verbessern

Konventionelle Lichtmikroskope können Strukturen nicht mehr abbilden, wenn diese einen Abstand haben, der kleiner als etwa die Lichtwellenlänge ist. Mit „Super-resolution Microscopy“, entwickelt seit den 80er Jahren, kann man diese Einschränkung jedoch umgehen, indem fluoreszierende Materialien eingesetzt werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Polymerforschung haben nun entdeckt, dass aus Graphen bestehende Nano-Moleküle genutzt werden können, um diese Mikroskopie-Technik zu verbessern. Diese Nano-Moleküle bieten eine Reihe essentieller Vorteile gegenüber den bisher verwendeten Materialien, die die Mikroskopie-Technik noch vielfältiger einsetzbar machen.

Mikroskopie ist eine wichtige Untersuchungsmethode in der Physik, Biologie, Medizin und vielen anderen Wissenschaften. Sie hat jedoch einen Nachteil: Ihre...

Im Focus: Small particles, big effects: How graphene nanoparticles improve the resolution of microscopes

Conventional light microscopes cannot distinguish structures when they are separated by a distance smaller than, roughly, the wavelength of light. Superresolution microscopy, developed since the 1980s, lifts this limitation, using fluorescent moieties. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research have now discovered that graphene nano-molecules can be used to improve this microscopy technique. These graphene nano-molecules offer a number of substantial advantages over the materials previously used, making superresolution microscopy even more versatile.

Microscopy is an important investigation method, in physics, biology, medicine, and many other sciences. However, it has one disadvantage: its resolution is...

Im Focus: Mit künstlicher Intelligenz zum besseren Holzprodukt

Der Empa-Wissenschaftler Mark Schubert und sein Team nutzen die vielfältigen Möglichkeiten des maschinellen Lernens für holztechnische Anwendungen. Zusammen mit Swiss Wood Solutions entwickelt Schubert eine digitale Holzauswahl- und Verarbeitungsstrategie unter Verwendung künstlicher Intelligenz.

Holz ist ein Naturprodukt und ein Leichtbauwerkstoff mit exzellenten physikalischen Eigenschaften und daher ein ausgezeichnetes Konstruktionsmaterial – etwa...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage 2020: „Mach es einfach!“

18.11.2019 | Veranstaltungen

Humanoide Roboter in Aktion erleben

18.11.2019 | Veranstaltungen

1. Internationale Konferenz zu Agrophotovoltaik im August 2020

15.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Sichere Datenübertragung mit Ultraschall am Handy: neue Methode zur Nahfeldkommunikation

21.11.2019 | Kommunikation Medien

Rasante Entstehung von Antibiotikaresistenzen im Behandlungsalltag

21.11.2019 | Medizin Gesundheit

Gesundheits-App als Fitness-Coach für Familien

21.11.2019 | Kommunikation Medien

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics