Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jeder vierte sanierte Plattenbau veralgt!

11.07.2001


Algen auf der Bauwerksoberfläche mit hellen Fehlstellen


Das Infrarot-Thermogramm zeigt Orte mit gesteigerten Wärmeströmen im Bereich der Befestigungselemente des Wärmeverbundsystems


Ein interdisziplinär zusammengesetztes Forscherteam der Hochschule Wismar bearbeitet unter Leitung von Prof. H. Venzmer seit mehr als einem Jahr das Phänomen der Algenbildung auf Fassaden von Bauwerken. Diese Arbeiten werden sowohl von der Hochschule als auch von Industrie- und Handwerkspartnern gefördert.

Untersuchungsgegenstand sind diejenigen Plattenbauten, die erst in den neunziger Jahren ein Wärmedämmverbundsystem erhalten haben und im Verlaufe der Zeit immer deutlicher unansehnlich geworden sind. Veralgungen sind zwar kein substanzieller, kein besorgniserregender, sondern eher ein ästhetischer Schaden, der ggf. aber auch den Eindruck erweckt, dass es sich um ein recht ungepflegtes Bauwerk handelt.

In diese Forschungsarbeiten wurden auch mehrere Diplomanden und eine große Zahl von Studenten der beiden ersten Studienjahre der Studiengänge Bauingenieurwesen und Innenarchitektur einbezogen.

Einerseits erfolgten Bestandsanalysen in 12 ausgewählten Städten in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Bremen. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass statistisch gesehen jeder vierte instandgesetzte Plattenbau (natürlich mehr oder weniger starke) Veralgungen aufweist. Weiterhin zeigte sich, dass Fassaden in Seenähe deutlich intensiver und häufiger befallen sind als Fassaden im Landesinnern.

Zum anderen begannen an drei Standorten, u.a. in Schwerin und Rostock Dauer- Testreihen an ausgewählten Giebelwänden. Vier überregional und international tätige Hersteller von Wärmedämmverbundsystemen stellten neue Produkte zur Verfügung. Diese wurden durch drei einheimische Verarbeitungsbetriebe des Bautenschutzgewerbes an den drei Testgiebeln appliziert. Die Forschungsarbeiten der Hochschulmitarbeiter konzentrieren sich insbesondere auf die Bestimmung der feuchtigkeitstechnischen Parameter der eingesetzten Beschichtungsprodukte. Mikrobiologische Schnelltests werden parallel dazu zur Identifikation und zur Trendentwicklung des Algenwachstums eingesetzt. Mit Hilfe eines 20-Punkte-Systems werden die unterschiedlichen Produkte nach einer ganzen Reihe von Kriterien beurteilt.

Das Ziel seitens der Produkthersteller besteht im wesentlichen darin, die im oberflächennahen Bauwerksbereich enthaltenen Wassermengen zu reduzieren, um den Algen eine der Nährstoffkomponenten zu nehmen. Restrisiken der Fassadenveralgung werden durch algizid eingestellte Wirkstoffbeimengungen beeinflusst, die umweltverträglich sind und den neuesten Verordnungen entsprechen müssen.

Am 13./14. September wird im Zeughaus Wismar ein zweitägiges Kolloquium zur Algenproblematik stattfinden.

Bei Rückfragen wenden sie sich bitte an:
Herrn Prof. Dr. H. Venzmer,
Hochschule Wismar, Fachbereich Bauingenieurwesen,
Tel (03841) 75 32 31
E-Mail: h.venzmer@bau.hs-wismar.de

Dipl.-Ing. Kerstin Baldauf | idw

Weitere Berichte zu: Fassaden Plattenbau Veralgungen Wismar

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Erweiterte Realität auf der Baustelle – zum Nutzen der Augmented Reality für die Zukunft im Handwerk
26.02.2020 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

nachricht Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen
21.02.2020 | Hochschule München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wiegende Halme auf der Handwerksmesse München

Talente-Sonderschau: Architekturstudenten der HTWK Leipzig zeigen filigrane Skulptur aus Strohhalmen – dahinter steckt eine Konstruktionsidee für organisch gekrümmte Fassaden

Swaying Straws (Wiegende Halme) heißt die Skulptur, die die zwei Architekturstudenten Fabian Eidner und Theodor Reinhardt von der Hochschule für Technik,...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten aktuellen Stand der Anwendung des Maschinenlernens bei Forschung an aktiven Materialien

Verfahren des Maschinenlernens haben durch die Verfügbarkeit von enormen Datenmengen in den vergangenen Jahren einen großen Zuwachs an Anwendungen in vielen Gebieten erfahren: vom Klassifizieren von Objekten, über die Analyse von Zeitreihen bis hin zur Kontrolle von Computerspielen und Fahrzeugen. In einem aktuellen Review in der Zeitschrift „Nature Machine Intelligence“ beleuchten Autoren der Universitäten Leipzig und Göteborg den aktuellen Stand der Anwendung und Anwendungsmöglichkeiten des Maschinenlernens im Bereich der Forschung an aktiven Materialien.

Als aktive Materialien bezeichnet man Systeme, die durch die Umwandlung von Energie angetrieben werden. Bestes Beispiel für aktive Materialien sind biologische...

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hate Speech bis KI: Online-Forscher_innen aus aller Welt treffen sich zur General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2020 | Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Asteroid in eiserner Rüstung

28.02.2020 | Geowissenschaften

Hate Speech bis KI: Online-Forscher_innen aus aller Welt treffen sich zur General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

UV-Licht gegen störenden Unterwasserbewuchs – Innovatives Antifouling-System des IOW jetzt reif für Serienproduktion

28.02.2020 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics